Schreiben - Lektorieren

Schlagwort: Blogsplitter

Warum ich nicht mehr an Leserunden teilnehme

Im Jahr 2021 habe ich dreimal an einer Leserunde bei lovelybooks teilgenommen und beschlossen, dass ich das als bloggender Leser nicht mehr tun werde. Als Schreibender sieht die Sache anders aus, selbstverständlich werde ich mit meinen Büchern Lesenrunden anbieten und auf regen Zuspruch hoffen.

Ich möchte nämlich in keinem Fall das Konzept von Leserunden infrage stellen. Ganz im Gegenteil! Ich möchte dazu aufrufen, an solchen Runden teilzunehmen! Sie können für alle ein Gewinn sein! Leser haben die Möglichkeit, sich mit anderen Interessierten und dem Urheber des Buches direkt auszutauschen.

Für den Autor bietet es eine wirklich tolle Möglichkeit, sein eigenes Werk in einer interessierten und wohlgesonnenen Runde vorzustellen und einiges an Feedback zu erhalten. Das veröffentlichte Buch wird einer Feuerprobe unterzogen, ganz nebenbei gibt es auch einige Rezensionen auf den gängigen Plattformen im Internet.

Doch als bloggender Leser stehe ich unter Druck, eine Rückmeldung schreiben zu müssen, auch wenn ich das gar nicht will. Ich habe grundsätzlich überhaupt kein Problem damit, einen Roman zu kritisieren. Allerdings ist mein Leitziel als Buchblogger, dass ich auf www.schreibgewitter.de ausschließlich solche Bücher vorstelle, die ich für lesenswert halte.

Bei Leserunden wird man als Teilnehmer immer wieder auf ein Buch stoßen, an dem es so viel auszusetzen gibt, dass man es nicht weiterempfehlen kann und will. Trotzdem besteht eine gewisse Verpflichtung – ein Zielkonflikt, den ich 2021 einmal erlebt habe. Es war eine für mich sehr unangenehme Situation, auch weil ich einen Erstlingsautor ganz bestimmt nicht öffentlich mit Kritik überhäufen möchte!

Letztlich habe ich die Rückmeldung gelöscht.

Die beiden anderen Teilnahmen waren hingegen wirklich toll, der Austausch mit Autor und anderen Lesern, ihre Beiträge zu dem Buch fand ich gewinnbringend. Die beiden Bücher sind in meiner Buchvorstellungsreihe Lesen! untergekommen, denn ich halte sie für absolut lesenswert.

Insofern ist es auch ein Verlust, nicht mehr an Leserunden teilzunehmen. Aber mir ist das Risiko zu groß, noch einmal in eine solche Konfliktlage zu geraten. Daher übe ich mich in Enthaltsamkeit.

Manuskript-Hopping

Eine Doppelseite im Notizbuch mit Hinweisen&Gedanken für vier Teile meiner Abenteuerreihe.

In den zurückliegenden Wochen haben sich viele Notizen zu meiner Abenteuerreihe angesammelt. Um bei der Wahrheit zu bleiben: auch zu anderen Projekten, die ich offiziell noch gar nicht begonnen habe, die mich gedanklich aber immer wieder beschäftigen.

Wie gewöhnlich arbeite ich derartige Aufzeichnungen nicht direkt, ja nicht einmal zeitnah, in die Texte ein.  Anders ist diesmal, dass ich zu sämtlichen sieben Teilen der Reihe Notizen einarbeiten muss. Die Denkmaschine ruht nie, nicht einmal in den Ferien. Außerdem gibt es teilweise noch Rückmeldungen von Testlesern.

So ist in meinem Notizbuch zu jedem Band irgendetwas festgehalten, auf der abgebildeten Doppelseite stehen Dinge für vier davon! Es wäre zu viel Arbeit, erst zu suchen, zu welchem Band wo etwas steht; stattdessen schmökere ich das Notizbuch von vorn nach hinten durch und hüpfe von Band zu Band der Abenteuerreihe, um alles einzuarbeiten.

Manuskript-Hopping par excellence!

Ordnung schaffen! Jetzt!

In meinem Bücherregal stehen viele Werke, die ich bereits für verschiedene Projekte durchgearbeitet habe. Man erkennt sie ganz leicht an den Zettelchen, die aus den Büchern herausragen. Schön sieht das nicht aus. Also: Raus mit den bunten Blättchen!

Ein Bücherstapel liegt schon bereit. Die Textstellen werde ich in den nächsten Tagen peu á peu durchsehen und dann entscheiden, ob sich dahinter wirklich etwas Interessantes verbirgt oder nicht.

Alles Brauchbare wandert in Ordner, die eigens für die Projekte bereit stehen. Kein einziger Roman, den ich schreiben will, ist nur als Idee vorhanden. Oft angeregt durch ein Sachbuch, eine Dokumentation, seltener einen Roman oder Film beginne ich mit den Vorarbeiten. Ein Durcheinandertal an Ideen, Skizzen, Plots, angereichert mit mehr oder weniger umfangreichen Textpassagen.

In den vergangenen Wochen habe ich eine Auswahl getroffen, welche Romane Priorität haben. Für jedes dieser Projekte stehen die nötigen Ordner bereit, um die schon vorliegenden Exzerpte, Skizzen, Kopien usw. aufzunehmen.

Letztlich sind diese Merk-Zettelchen in den Büchern auch Ausdruck meiner Entscheidungsunwilligkeit. Beim Lesen denke ich oft, später könne man immer noch auswählen, was wichtig ist. Eine Illusion. Dieses „Später“ gibt es nicht. Nicht mit 53. Nicht mit zwölf Romanprojekten, die geschrieben sein wollen.

Sachbücher aus vielen historischen Epochen. Die Zettelchen sind nur eine Gemeinsamkeit. Die andere: Sie sind Teil der Grundlage für meine ausstehenden literarischen Projekte.

© 2022 Schreibgewitter

Theme von Anders NorénHoch ↑

Cookie Consent mit Real Cookie Banner