Alexander Preuße

Schlagwort: Reisen

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Venedig ist in diesem großen, europäischen Roman Sinnbild für die zerstörerische Kraft des Massentourismus und für das erstickende Übermaß an Geschichte, das Europas Weg in die Bedeutungslosigkeit ornamentiert.

Zu den wenigen Dingen, die ich vorbehaltlos verachte, gehört der Drang nach touristischer Authentizität. Wenn in Reiseführern die Rede von authentischen kulinarischen Genüssen, Erfahrungen oder ähnlich abstrusem Krams ist, verspüre ich Brechreiz. Der Grund ist nicht zuletzt Heisenberg: Seine Unschärferelation gilt nicht nur in der Physik, sie gilt überall. Den »neutralen«, erlebenden Beobachter gibt es nicht, die bloße Anwesenheit beeinflusst und verändert bereits. Authentizität ist unmöglich.

Der aus den Niederlanden stammende Autor Ilja Leonard Pfeijffer verschafft in seinem Roman einigen obskuren Authentizitäts-Autisten einen gespenstischen Auftritt, der den Leser in einen Zustand flammender Wut und angeekelter Abscheu versetzt. Es ist eine derart eindrückliche Stelle, dass ich mich beim Wiederhören vor ihr ein wenig gefürchtet habe – völlig zu Recht. Pfeijffer führt vor, erbarmungslos und für den Leser bzw. Hörer in diesem speziellen Fall schwer erträglich.

Aber ich schwieg. Ich hatte die Diskussion bereits in Gedanken gewonnen und es wäre schade, diesen Triumph durch die Konfrontation mit der widerspenstigen Realität zu gefährden.

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Zum Glück verfügt der Schriftsteller über ein immenses sprachliches Ausdrucksvermögen, was den Roman ungeheuer unterhaltsam macht. Er bedient sich einer wundervollen Form der Verschleierung, nämlich barocker Höflichkeit, deren manierierter Gestelztheit er mit boshafter Ironie und manchmal deftigen Worten den nötigen Ausgleich verschafft. Besonders gefällt Pfeijffers Hang, sich selbst ohne Scheu zu überheben und wenige Absätze weiter wieder vom Sockel der Selbstgefälligkeit zu stürzen. Er teilt in alle Richtungen aus, auch gegen sich selbst.

Das Reisen der Massen ist nur ein Thema, das in Grand Hotel Europa verhandelt wird, allerdings ein wichtiges. Es geht, wie man am Zitat sieht, um die Selbstzerstörung des Tourismus – und des Menschen an sich. Was gäbe es für einen passenderen Ort als Venedig, um das vorzuexerzieren?

Der Tourismus zerstört, wovon er angezogen wird.

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Pfeiffer lässt den Leser leiden, indem er ihm auf schmerzhafte Weise vorführt, was vor Ort schiefläuft. Dazu wählt der Autor ein geschicktes Mittel in Form des Stilwechsels. Individuelle Beobachtungen von – schrecklichen – Touri-Zeitgenossen wechseln mit informativen Passagen, die einen essayistischen Charakter haben und genau ausführen, von was eigentlich die Rede ist. Diese Wechsel verleihen dem Roman einen ganz besonderen Reiz.

Doch ist Tourismus nur eine Facette des gleichen Themas, denn ihm wird die unfreiwillige Migration zur Seite gestellt. Der junge Mann auf dem Titelbild steht für Abdul, den Piccolo des Grand Hotels Europa, in dem der Erzähler sich einquartiert hat. Er ist ein Flüchtling aus der Wüste und hat eine ganz andere Reise hinter sich als die Flip-Flop-Scharen, die aus den Kreuzschiff-Giganten wälzen und den Markusplatz überfluten.

Der Roman bezieht Position. Touristen gelten Pfeijffer gemeinhin als willkommen, sind in Wahrheit jedoch Zerstörer; (fliehende) Migranten werden als unwillkommene Eindringlinge gefürchtet, sind jedoch potenzielle Helfer, die beitragen könnten, Krisen (auch in Venedig) zu bewältigen.

Ich erzählte ihm von meiner Idee, ein Buch über den Tourismus zu schreiben. ›Sie möchten also über die barbarische Invasion schreiben‹, sagte Patelski. ›Man hält den Tourismus im Allgemeinen für ein Geschäftsmodell und stimuliert ihn. Dabei ist er eine Bedrohung. Er bildet eine interessante Parallele zur angeblichen Invasion der Afrikaner, die man für eine Bedrohung hält, obwohl sie eine große Zukunftsperspektive birgt.‹

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Die beiden Formen der Mobilität verbindet Pfeijffer äußerst geschickt mit seinem zweiten Anliegen. Europa wäre ein Ort der Geschichte, einzigartig in der Welt. Während anderswo die Zukunft im Fokus stehe, Altes abfällig betrachtet und gern abgerissen würde, lebe Europa von und in der Vergangenheit. Dank Deindustrialisierung und dem Aufstieg anderer Regionen wäre der Tourismus, befeuert von der musealen Historie des Alten Kontinents, für Staaten wie Italien und Griechenland längst unverzichtbare Lebensader.

Die beiden Hauptfiguren, der Autor selbst, der den Ich-Erzähler mimt, und seine italienische Muse Clio, stecken persönlich in diesem Sumpf aus Gestern. Die Geschichte wird ausgehend vom Grand Hotel Europa retrospektiv erzählt, dabei springt der Roman munter zwischen den Zeitebenen und Stilen hin und her. Der Leser folgt der Geschichte der beiden, die sich durch einen Zufall kennenlernen, ein Paar werden, in einer weiteren Erzähllinie einem hübschen Geheimnis um Caravaggio nachgehen und sich zerstreiten.

Die Stadt wird nur noch von den Geistern der Vergangenheit bewohnt.

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Das weiß der Leser bereits am Anfang des Romans, denn der Ich-Erzähler ist im Grand Hotel Europa, um Wunden zu lecken und seine Beziehungs-Bauchlandung zu verarbeiten. Clio ist Kunsthistorikerin, sie entstammt einer sehr alten italienische Familie aus Genua. Sie verkörpert somit einen Teil der Geschichte und steckt wörtlich in ihr fest, denn an ein – für Länder nördlich der Alpen selbstverständliches – berufliches Fortkommen ist im historisch-sozial verkrusteten Italien nicht zu denken. Wohlgemerkt: Norditalien, nicht Mezzogiorno.

Mit dieser Beziehung erhält der Roman etwas Spielerisches, denn Pfeijffer weidet sich daran, sie in Szene zu setzen. Sex-Szenen spielen auch eine Rolle und sind sprachlich ganz wunderbar gestaltet. Es kann dabei schon vorkommen, dass der Autor sich mitten im Geschehen entschuldigend an den Leser wendet und die Örtlichkeit dafür verantwortlich macht, dass er die gewohnte sprachliche Eleganz an dieser Stelle vermissen lässt.

›Glauben Sie, dass Reisen den Horizont erweitert?‹

›Ich glaube, dass Nachdenken den Horizont erweitert.‹

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa

Vor allem bekommen die Reisefreudigen einen literarischen Schuss vor den Bug. Die Lügen und der Selbstbetrug der so genannten Sharing Economy, wie Airbnb, werden wunderbar an einen sprachlich fein ornamentierten Pranger gestellt.

Die Romanfigur Pfeijffer lebt in Venedig, wo längst alles zu spät ist, eine Stadt zum Museum und ihre Bewohner zu niederen Dienstleistern herabgewürdigt wurden. Doch dabei lässt er es nicht bewenden, er führt andere Beispiel vor, wie Amsterdam, wo er ausgerechnet Nutella zum Sinnbild des globalen Missstands werden lässt.

Ungeheuer boshaft, zum Schreien komisch – manchmal auch nur zum Schreien -, dann wieder sachlich, nüchtern oder handfest wird der Leser in Atem gehalten. Gut unterhalten folgt er dem Pfad, der schließlich ganz tief in die europäische Geschichte führt, hinab in das mystische Fundament, die ganz alten Sagen. Ganz groß ist nämlich jener Moment, an dem klar wird, wie schön das mit dem Flüchtlingsschicksal Abduls verwoben wurde. Das halbe europäische Mittelalter hat sich zwecks Legitimation auf Vergils Aeneis berufen, deren Helden nämlich was sind? Jetzt dürfen alle mal raten und diesen wunderbaren Roman lesen.

Literarische Begegnung mit F.C. Delius

Ende Mai 2022 ist der Schriftsteller Friedrich Christian Delius verstorben. Im Netz gibt es so viele Nachrufe, dass ich keinen hinzufügen möchte, stattdessen will ich meine Begegnungen mit seiner Literatur schildern. Der Grund ist: Delius hat einige sehr interessante, unterhaltsame und vor allem inhaltlich gewinnbringende Romane und Erzählungen verfasst, die »Birnen von Ribbeck« einmal ausgenommen.

Ich war selbst ein wenig überrascht, wie viele Bücher ich von ihm gelesen habe. In meinem Regal nehmen sie nur einen vergleichsweise geringen Raum ein, denn ich besitze nur Taschenbücher, außerdem fallen die Werke zum Teil recht schmal aus. Das ist aber kein Nachteil, denn Delius hat etwas zu sagen, wofür er eben nicht episch ausholen muss.

Das gilt für mein Lieblingsbuch von ihm: »Die linke Hand des Papstes«. Es ist ein perfekter Reisebegleiter für einen Trip nach Rom. Dort habe ich es mit großen Vergnügen ein weiteres Mal gelesen, abends, wenn es frisch geworden war und ich davor in meiner kleinen Unterkunft Schutz gefunden hatte. Tagsüber habe ich die üblichen Stätten der Stadt besucht und bin immer wieder auf einen caffé al banco irgendwo eingekehrt. Merke: Ein mürrischer Barista zaubert bisweilen tollen caffé.

Es geht um die Hand dieses Papstes namens Benedikt.

Das Buch über die linke Hand des Papstes reicht weit über Rom hinaus. Delius, der in dieser Stadt 1943 das Licht der Welt erblickte, hat mit Italien einige Rechnungen zu begleichen, die sich als Gegenpart der unerträglichen Schwärmerei gegenüber diesem Land lesen. Gesellschaftlich, politisch und religiös herrschen unappetitliche Zustände, die der Autor wunderbar boshaft und mit sehr spitzer Feder zu Papier bringt.

Besonders beeindruckt hat mich »Die Frau, für die ich den Computer erfand«. Was für ein Titel! Und was für eine Form! Delius nutzt die Szenerie eines Interviews bzw. Gesprächs, bei der nur der Befragte zu Wort kommt. Ja, so kann man einen ganzen Roman erzählen. Und was für einen. Konrad Zuse hat während des Zweiten Weltkrieges einen Computer gebaut, der tatsächlich funktionierte – 1945, in Göttingen, meiner Wahlheimat. Hier können Sie lange nach einem Hinweis darauf suchen, was sehr viel mehr über diese Stadt, die angeblich »Wissen schafft«, sagt als alle hübschen Fachwerkbauten.

Zuse hat auch gemalt. Seit Protrait von Bill Gates hat er diesem in den 1990er Jahren selbst übergeben.

Richtig gern gelesen habe ich auch »Die Flatterzunge«. Ein Musiker tourt mit seinem Orchester in Israel und unterzeichnet einen Getränkebeleg mit »Adolf Hitler«. Was nach dieser Entgleisung folgt, kann man sich denken, auch wenn die dem fiktionalen Text zugrundeliegende Handlung 1997, also lange vor den so genannten digitalen Scheiterhaufen namens Soziale Medien geschah. Was treibt jemanden zu so einer Tat? Delius gibt eine Art von Antwort.

Das erste Buch des Autors, was mir in die Hände fiel, war »Bildnis der Mutter als junge Frau«. Ein langer Innerer Monolog einer Einundzwanzigjährigen, die im Januar 1943 durch Rom geht, hochschwanger (Delius kam im Februar 1943 in Rom zur Welt), während ihr Mann in Afrika soldatiert. Es ist jene Zeit, als in Stalingrad eine ganze Armee verreckt und das große Sterben auch auf deutscher Seite beginnt; der befremdete Blick auf die scheinfriedliche Umwelt Roms aus einer Frau »in anderen Umständen« heraus ist berührend.

Im Januar 1943 waren Italien und das Deutsche Reich noch verbündet; in Rom war es ruhig. Ein dreiviertel Jahr später hatte sich alles gewandelt.

Ein ganz besonderer Reise-Roman ist »Spaziergang von Rostock nach Syrakus«, bei der Delius seinen Protagonisten auf den Spuren von Johann Gottfried Seume (»Spaziergang nach Syrakus«) nachvollziehen lässt. Aber: Die Hauptfigur lebt in der DDR, die sie illegal verlassen muss, um den Lebenstraum einer Reise nach Italien zu verwirklichen.

Besonders schön ist auch »Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde«. Es verknüpft einen der Gründungsmythen der Bundesrepublik Deutschland, den WM-Sieg 1954, mit dem Befreiungsschlag eines Kindes, das sich aus dem erstickenden Überbau des heimischen Pastorvaters herauskämpft. Ein Fußballbuch? Nein.

Ein Gründungsmythos der Bundesrepublik; bei Delius Anlass für eine Lossagung.

Der Roman »Mein Jahr als Mörder« dreht sich um die mörderische Wut, die ein ungerechtes Urteil entflammen kann. Der Nazi-Richter Hans-Joachim Rehse, der während des so genannten Dritten Reichs unter anderem Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt hatte, wird in der Bundesrepublik freigesprochen. Die Empörung lodert hell, ein Student entschließt sich zur Tat. Delius nimmt hier die Nachkriegsjustiz aufs Korn und berührt die uralte Frage nach »Gut« und »Böse«.

Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende

Was für ein Glücksfall: Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz. Cover Klett-Cotta. Bild: Canva.

Reisen ist für gewöhnlich positiv belegt. In Corona-Zeiten hat sich daran (noch) nichts grundlegend geändert. Also könnte ein unbedarfter Leser mit Blick auf den Titel des Buches „Der Reisende“ meinen, einen schönen Sommerroman zu erwerben. Am Strand oder auf Terrassen, in Cafés oder auf dem Hotelbalkon mit Blick auf den Comer See: ein schöner Zeitvertreib.

Doch das Reisen im Roman von Ulrich Alexander Boschwitz ist eine Zwangshandlung, eine Tortur. Die Hauptfigur, Otto Silbermann, fährt mit dem Zug kreuz und quer durch Deutschland – kurz nach den Novemberpogromen 1938. Der Sommer ist fern, das politische Klima im so genannten Dritten Reich bestenfalls neblig-trüb. Zwar ist ein Krieg durch das Münchner Abkommen vorerst abgewendet, den im Reich verbliebenen Juden wird aber die Luft zum Atmen genommen.

Otto Silbermann ist »Jude«.

Oder besser: Silbermann gilt als Jude, denn eigentlich will er keiner sein, wie er während seiner Irrfahrt einmal sehr offen bemerkt. Die Nationalsozialisten haben ihn zum Juden gemacht, ihm diese Identität aufgezwungen, in darauf reduziert. Das ist historisch selbstverständlich völlig korrekt und damit eine (sicherlich verhallende) Warnung für einen leichtfertigen Umgang mit identitärem Denken.

Mein Vater war Arzt, Freimaurer, Deutscher Bürger israelitischer Konfession. Der Finger Hitlers hat ihn auf seine jüdische Identität reduziert.“

Alfred Grosser, Vorwort zu John von Dippel: Die Große Illusion

Boschwitz selbst ist frühzeitig aus dem Reich entwichen, zunächst nach Schweden, später nach England. Er hat geschafft, was für die Hauptfigur des Romans unmöglich wird. Der Leser wird unmittelbar mit dem Druck konfrontiert, den der Autor am eigenen Leib erfahren hat. Für die Zurückbleibenden wurde das Leben immer schwerer, denn die Behandlung der Deutschen, die in den Augen des NS-Regimes als Juden galten, verschärfte sich von Jahr zu Jahr.

Dennoch umweht auch die Lebensgeschichte des Autors der Atem der Tragödie. Sein Roman wurde 1939 auf Englisch veröffentlicht, er selbst starb aber schon 1942 durch einen Torpedo, abgefeuert von einem deutschen U-Boot auf das Schiff, das ihn von Australien nach England zurückbringen sollte.

Boschwitz galt als enemy alien – als feindlicher Ausländer.

Wieder wurde ihm eine Identität übergestülpt, wieder wurde er darauf reduziert, wenngleich nur zeitweilig, denn er befand sich zum Zeitpunkt seines Todes auf dem Weg, sich im Rahmen der britischen Streitkräfte dem Kampf gegen den Nationalsozialismus anzuschließen.

Noch ein anderes biographisches Detail ist bemerkenswert. Boschwitz´ Vater fiel im Ersten Weltkrieg, als der Autor 1915 das Licht der Welt erblickte, war er bereits Halbwaise. Sein Vater gehört zu jenen Deutschen jüdischen Glaubens, die sich vor allem als Deutsche empfanden, der wohlhabende Kaufmann hatte auch eine Frau geehelicht, die nicht dem jüdischen Glauben anhing.

Um den Kreis zu schließen: Auch die Figur des Otto Silbermann ist sehr säkular. Er verfügt über ein „arisches“ Äußeres, weshalb ihm der Aufenthalt in Deutschland oberflächlich erleichtert wird. Zum literarischen Spiel, das auf realistischen Fundamenten ruht, gehört die Abneigung und Zurückweisung jüdischer Schicksalsgenossen, die den Reisenden – Fliehenden als Juden entlarven.

Weil ihr aber seid, falle ich in eure Unglücksgemeinschaft! Weil ihr existiert, werde ich mit ausgerottet.

Ulrich alexander Boschwitz, Der Reisende

Mich hat das Buch restlos begeistert. Ich bin voller Bewunderung über die sprachliche Souveränität des Autors, die ein Echo der Fabulierkunst vor 1945 ist. Das Thema ist unangenehm, viele Begegnungen und Begebenheit sind es. In der Figur des Otto Silbermann spiegelt sich die Entwurzelung jener, die sich als Deutsche begriffen und von dem NS-Regime zu Juden gemacht wurden.

Der Roman fesselt den Leser, zieht in mitten hinein in die Welt der ausgehenden 1930er Jahre, als der Holocaust noch undenbar schient, er verstört und macht nachdenklich. Die Grenzen sind für Silbermann und seine Schicksalsgenossen schon gesperrt, ein Umstand der unsere Gegenwart und Zukunft ebenfalls bestimmt.

Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende
Hrsg. von Peter Graf
304 Seiten
Taschenbuch
ISBN: 978-3-608-98154-4

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