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Kategorie: Vinland

Piratenbrüder Band 4

Ein ganz besonderer Piratenschatz

Jeremiah ist sofort Feuer und Flamme, als er begreift, was der Fremde ihnen zeigen möchte. Doch handelt es sich weder um eine gewöhnliche Karte noch einen gewöhnlichen Schatz und die Suche danach gestaltet sich äußerst schwierig: Ein Kartenrätsel muss gelöst werden.

Keine Piraten-Buchreihe ohne Schatzsuche; keine Schatzsuche ohne Karte. Nicht umsonst habe ich meinen Roman Vinland dem Autor Louis Stevenson und seinem Roman Die Schatzinsel gewidmet und dem Text auch ein passendes Zitat aus seinem Piraten-Klassiker vorangestellt.

Stundenlang beschäftigte ich mich in Gedanken mit der Karte der Insel, deren ich mich in allen Einzelheiten erinnerte.

Robert Louis Stevenson, Die Schatzinsel

Gern wollte ich in meiner Reihe das vertraute Motiv aufgreifen und weiterentwickeln. Da ich gleich zwei völlig unterschiedliche Ideen zum Thema Schatzsuche hatte, gehen die Piratenbrüder und ihre Mitstreiter in zwei Büchern auf die Suche. Den Anfang macht Vinland – Piratenbrüder Band 4, in dem ein Unbekannter im »Blue Cove« zu Charles Town von einer geheimnisvollen Karte berichtet, die zu einem gewaltigen Schatz führen würde.

Aber nicht einer Hinterlassenschaft eines Piraten, der seine Beute auf irgendeiner ominösen Insel versteckt hat, sondern einem Wikingerschatz. Wer jetzt denkt: Was für ein Spinnerei!, der befindet sich in guter Gesellschaft. Abgesehen von Jeremiah, der sofort Feuer & Flamme ist, sind die anderen zurückhaltend, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Immerhin hat der Fremde eine Karte vorzuweisen, die zeigt, wo der Schatz aufzufinden ist. Natürlich ist die Karte nicht etwa eine genaue Wegbeschreibung á la »Sie haben Ihr Ziel erreicht!«, natürlich gibt es wenigstens ein Rätsel zu knacken, natürlich wird es eine Jagd geben – aber nicht unbedingt im Stil von Stevensons Die Schatzinsel, in der zwei Parteien darum kämpfen, die wertvollen Münzen, Barren und Schmuckstücke zu heben.

Eillirs Hand zitterte leicht, als die Feder über dem Papier
schwebte. Würde er es wirklich tun?

Alexander Preuße, Vinland – Piratenbrüder Band 4

Eine Besonderheit besteht darin, dass in einer zweiten Zeitebene berichtet wird, wie die Karte entstanden ist und warum sie so seltsam gestaltet wurde, geheimnisvoll und verworren. Von Kapitel zu Kapitel springt die Geschichte über einen Zeitraum von mehr als 700 Jahren vor und zurück, der »Schatz« ist ein verbindendes Motiv, das diese Kluft überbrückt.

Die dramatische Suche nach dem Schatz ist auch eine Suche nach der Wahrheit, eng verflochten mit dem erbitterten Zweikampf zwischen den Todfeinden Elijah O’Stone und John Black, in dem die Piratenbrüder unentrinnbar verstrickt sind.

Mein vierter Roman Vinland – Piratenbrüder Band 4 ist am 20. März 2024 erschienen und als Taschenbuch oder eBook bzw. im Rahmen von Kindle unlimited erhältlich.

Ein Spaziergang im Wald

Die Entscheidung ist mir schwergefallen, die Zweifel blieben, aber unter dem Strich bin ich froh, dass ich auf diesem Waldspaziergang beschlossen habe, das Wagnis einzugehen. Vinland ist ein Historischer Abenteuerroman mit zwei Zeitebenen.

Vor einigen Jahren habe ich einen Spaziergang im Wald unternommen, den ich nicht so schnell vergessen werde. Ich war nicht allein, Gespräch und Gedanken drehten sich um eine einzige Frage: Soll ich es wagen?

Es steht dabei für einen Roman auf zwei Zeitebenen. Die erste Version war bei meiner Erstleserin durchgefallen, die zweite immer noch sehr fehlerbehaftet, Zweifel dräuten von allen Seiten, würden die Leser nach drei Bänden einer Buchreihe so einen dramatischen Bruch goutieren?

Vor  allem plagte mich die Frage, ob ich selbst mit der Qualität zufrieden wäre. Schreiben auf zwei Zeitebenen ist ganz anders als auf einer, komplizierter und arbeitsaufwändiger. Beide Erzählstränge liegen in diesem Fall 700 Jahre auseinander und laufen parallel, trotzdem müssen sie auf eine sinnvolle Weise miteinander verbunden sein.

Ich habe Alternativen überlegt und diskutiert. Sollte ich vielleicht die zweite, in der Vergangenheit liegende Zeitebene streichen oder möglicherweise in einem eigenen Buch veröffentlichen – eine Art Spin-Off der Abenteuerreihe um die Piratenbrüder?

Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen, als ich sie endlich getroffen hatte, blieben die Zweifel. Ja, nicht jeder Testleser mochte die doppelte Zeitebene, vor allem erwies sich das Schreiben eines Buches mit dieser Doppelstruktur eine echte Herausforderung.

Vinland – Piratenbrüder Band 4 umfasst 600 Seiten. Es erscheint als Taschenbuch und eBook im März 2024.

Bereut habe ich es nicht. Vinland, der vierte Teil meiner Abenteuerreihe, ist nach einer riesigen Kraftanstrengung richtig gut geworden. Die Arbeit an dem Text hat mich an meine Grenzen gebracht und diese ein gutes Stück verschoben.

Perfekt ist Vinland selbstverständlich nicht, aber erstaunlicher Sprung nach vorn. Noch mehr als zuvor ist es mir gelungen, dem Inhalt eine passende Form zu geben. Grundsätzlich gilt das auch für die ersten drei Teile der Buchreihe um die Piratenbrüder, aber für den vierten in einem bis dahin unerreichten Maß.

Die beiden Zeitebenen befeuern sich gegenseitig, obwohl zwischen ihnen mehr als 700 Jahre liegen, gibt es eine ganze Reihe von Verbindungen; direkte und indirekte, die ich hier nicht verraten möchte. Nur soviel: Während der letzten Überarbeitung habe ich das brillante Buch von Neil Price Die wahre Geschichte der Wikinger gelesen. Der Autor sieht Schnittmengen zwischen den Nordleuten und den Piraten des frühen 18. Jahrhunderts.

Nicht mehr vom Gleichen!

Auch bin ich froh über den Bruch der Erzähl-Struktur innerhalb der Buchreihe Piratenbrüder. Ich mag Buchreihen nicht, die ihre Erzählmuster arg oft wiederholen – Lockwood von Jonathan Stroud war mir eine Warnung. Trotz großartiger Ideen ging mir die ewig gleiche Erzählstruktur der Teile  so auf die Nerven, dass ich keinen weiteren Band nach dem fünften gelesen hätte.

Da Vinland in der Mitte der Piratenbrüder-Reihe liegt, wird das Problem vermieden. Es beeinflusst zudem das Lesen des nächsten  Bandes, denn nicht nur das Schreiben ist auf zwei Zeitebenen anders. Totenschiff, der fünfte Teil der Reihe, wirkt durch die Rückkehr zu der Erzählweise auf einer Zeitebene sehr viel rasanter, als es der Fall wäre, würde Vinland nicht eine etwas sperrige Form haben.

Mag sein, dass es einigen Lesern nicht gefällt, wenn ein Buch in mitten einer Reihe aus dem Rahmen fällt, das bekannte, gewohnte Muster bricht. Der Erfolg von Buchreihen (á la Lockwood), die auf eine stets wiederholte Erzählstruktur setzen, wäre ein respektabler Grund für mich gewesen, meine Piratenbrüderin der gleichen Weise umzusetzen. Aber ein Leitmotiv meines Schreibens ist: nicht mehr vom Gleichen.

Der Waldspaziergang hat letztlich die Entscheidung gebracht. Gut so.

Bisher erschienen:
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Walhalla – Sessrumnir

Odins Halle ist bekannt, Freyas weniger. Dabei dienen sie in der nordischen Mythologie dem gleichen Zweck, wie Neil Price in seinem fabelhaften Buch Die wahre Geschichte der Wikinger schreibt. Natürlich ist das in meinen Roman Vinland eingeflossen. Bild mit Canva erstellt.

Den Begriff »Walhalla« kennt jeder, »Sessrumnir« eher nicht. Klingt nach einer arg forschen These, ist es aber nicht. Wer beide Begriffe bei Wikipedia eingibt, erhält zwei sehr unterschiedliche Artikel. Der zu Sessrumnir ist nur ein paar Zeilen lang, der zu Walhalla um ein Vielfaches ausführlicher.

Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre des bahnbrechenden Buches Die wahre Geschichte der Wikinger von Neil Price von Sessrumnir selbst noch nichts gehört hatte. Dabei hatte ich bis zum Sommer 2023 schon eine ganze Reihe von Büchern zum Thema Wikinger gelesen, Recherche für den vierten Teil meiner Abenteuerreihe um die Piratenbrüder.

Natürlich ist in diesem Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt, auch von Walhalla die Rede, wie auch das Zitat aus Vinland zeigt. Krieger, die in der Schlacht fallen, tafeln in Walhalla, der Halle Odins, bis irgendwann all in die letzte aller Schlachten ziehen, am Tag der Götterdämmerung, Ragnarök.

Ein umfassendes Buch zur Geschichte der Wikinger. Eines meiner Sachbücher des Jahres 2023.

Von der Existenz einer zweiten Halle war ich begeistert. Sofort habe ich begonnen nachzudenken, wie ich das in den Roman einfügen könnte; es geht dabei nicht so sehr darum, Wissen auf Loki komm raus in eine Geschichte zu pressen, um mich selbst zu beweihräuchern, sondern um erzählerische Vielfalt, Flexibilität und fiktionalen Spielraum.

Sessrumnir ist die Halle von Freya, auch dort sollen Krieger nach ihrem Schlachtentod Aufnahme finden – »die Hälfte«, wie es heißt. Natürlich gab es die Verlockung, hier literarisch ein wenig nachzuhelfen – Kriegerinnen zu Freya nach Sessrumnir, Krieger zu Odin nach Walhalla. Alles hübsch ordentlich.

Den Gedanken habe ich verworfen, aus verschiedenen Gründen. Der wichtigste: Es gab gar nicht so viele Kriegerinnen, um die überlieferte »Hälfte« der auf dem Schlachtfeld Getöteten auszumachen. In manchen Kreisen wird nach wie vor bezweifelt, ob es wirklich Kriegerinnen gegeben hatte.

Neil Price beschäftigt sich mit dem Thema, das mich auch seit Jahren interessiert, sein Fazit lautet, dass es zwar Kriegerinnen gab, sie aber eher eine Ausnahme von der Regel waren.

In meinem Roman Vinland kann also ein Krieger oder eine Kriegerin jenen Satz gesagt haben, den ich zitiert habe, beide Geschlechter freuen sich auf Walhalla. Die Hauptfigur, der junge Wikinger Eillir, hält das allerdings für ausgemachten Nonsens, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Mein vierter Roman Vinland – Piratenbrüder Band 4 ist am 20. März 2024 erschienen und als Taschenbuch oder eBook bzw. im Rahmen von Kindle unlimited erhältlich.

Schatten im Nebel

Gefangen in Nebel und Flaute taucht plötzlich ein mächtiger Schatten auf, den die überspannten Gemüter der Seeleute als Totenschiff wahrnehmen. Die Wahrheit liegt dem Begriff näher, als ihnen lieb ist, allerdings auf eine ganz andere Weise.

»Schatten im Nebel« lautet die Überschrift zum ersten Kapitel von TotenschiffPiratenbrüder Band V. Es wird unheimlich, die Sturmvogel ist gefangen in Nebel und Flaute, die Zeit wird lang und die Gedanken begeben sich auf abgründige Pfade. Aberglaube gehört zum Menschen wie die Hoffnung, das war vor rund dreihundert Jahren nicht anders als heute.

Damals ging es weniger um zusammenphantasierte Impfnebenwirkungen oder abstruse Deep-State-Verschwörungserzählungen, sondern um Schiffsfriedhöfe, Geisterschiffe, Meerungeheuer und die unvermeidlichen Omen, die auf das eine oder andere hindeuteten. Flauten etwa.

Zu diesem Thema habe ich ein interessantes Buch gelesen, das sich mit Geisterschiffen befasst und die Frage stellt, ob es diese wirklich gab. Der Autor Olaf Fritsche beschäftigt sich in Gibt es Geisterschiffe wirklich? vorwiegend mit rationalen Erklärungen, aber auch für die abergläubische Seite gab es eine Menge Anregungen. 

Es war für mich keine Frage, dass ich das Thema in die Abenteuerreihe um die »Piratenbrüder« einfließen lasse – in Maßen, um zu verhindern, dass die Erzählung in Geschwurbel abschweift. Als Leser finde ich Grusel und Horror stinklangweilig, das gilt erst recht für ausschweifenden Schilderungen von irrationalem Unfug, der nichts zur Haupthandlung beiträgt.

In den ersten drei Bänden der »Piratenbrüder« gibt es daher ganz vereinzelte Stellen, die auf Aberglaube hindeuten, auf der Zeitebene der Wikinger im vierten Teil Vinland etwas mehr, zumeist als kleines Kolorit der Zeit und um Personen voneinander abzugrenzen.

Mit Totenschiff scheint sich das zu ändern, denn auf hoher See begegnet meinen Helden jener »Schatten im Nebel«, von dem ich an dieser Stelle selbstverständlich nichts weiter verraten werde, außer, dass der Begriff »Totenschiff« noch eine ganz andere Bedeutung hat, die in diesem Band und den folgenden eine große Rolle spielt. Der Tod fuhr auf jedem Schiff in dieser Zeit mit, auf einigen waren die Mitfahrenden ganz besonders betroffen.

»Totenschiff« erscheint im Oktober 2024. »Vinland« im März 2024.

Bisher erschienen:
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Post – Korrekturen

Der vierte Teil meiner Abenteuerreihe um die »Piratenbrüder« ist auf zwei Zeitebenen erzählt – eine spielt zur Zeit der Wikinger. Die Korrekturen sind beendet, der Buchsatz steht an. Im März 2024 ist die Veröffentlichung geplant.

In wenigen Tagen geht das Manuskript zu Vinland in den Buchsatz. Die Korrekturen sind beendet, der Staub legt sich und gibt den Blick auf das Schlachtfeld frei. Wie immer begleiten widersprüchliche Gefühle diesen Moment. Erschöpfung. Erleichterung. Befürchtung (Angst? Nein, keine Angst). Freude. Unbehagen. Stolz. Leere.

Wer möchte da nicht gern schriftstellerisch tätig sein, wenn er so reich belohnt wird?

Ich kann nichts mehr ändern, ich will nichts mehr ändern. Die Arbeit der letzten Monate hallt wie ein Echo durch meinen Kopf, mit einer gewissen Fassungslosigkeit schaue ich auf das Manuskript vor dem Lektorat und auf jenes danach. Es ist kein Stein auf dem anderen geblieben.

Der Umfang ist kurioserweise fast gleich geblieben, fast vernachlässigenswert kürzer ist Vinland  geworden. Dabei war der erste Eindruck vor einigen Monaten, dass es zu viele Redundanzen, träge Passagen, Wiederholungen, überflüssige Kapitel ohne erzählenden Wert usw. gibt. Der Fokus würde auf dem Straffen, Kürzen, Streichen und Weglassen liegen, dachte ich.

Diesmal habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass eine Erzählung länger werden und trotzdem kürzer wirken kann, weil sie kurzweiliger, straffer, zielgerichteter ist. Manche Dinge wirken redundant und langatmig, gerade weil sie nicht auserzählt sind. Eine sehr interessante Erfahrung, die ich tatsächlich gern schon im letzten Jahr gemacht hätte – reines Wegstreichen ist oft keine oder nur die schlechtere Option! 

Was mich wirklich freut, ist das Ende, denn daran habe ich wochenlang herumgewerkelt, bis mir tatsächlich etwas ganz Wunderbares eingefallen ist, das zudem die beiden Zeitebenen des Roman noch einmal miteinander verwoben hat. Es hat tatsächlich funktioniert, den Mittelband einer Heptalogie unter Piraten mit einer abenteuerlichen Geschichte der Wikingerzeit zu verknüpfen.

Was bleibt noch zu tun? Den Anfang noch einmal lesen, ein bisschen hier und da stöbern, vielleicht noch ein paar letzte, kosmetische Details. Und dann: Totenschiff Piratenbrüder Band 5.

Bisher erschienen

© 2024 Alexander Preuße

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