Collage der besten Bücher des Lesejahres 2025 mit Titeln wie ‚Vaterland‘ von Robert Harris, ‚Die Stalinorgel‘ von Gert Ledig, ‚Die Stunde der Raubtiere‘ von Giuliano da Empoli, ‚Mrs Dalloway‘ von Virginia Woolf, ‚Das Orakel vom Berge‘ von Philip K. Dick, ‚Die linke Hand des Papstes‘ von Friedrich Christian Delius, ‚Die Hunnen‘ von Mischa Meier, ‚Gott der Barbaren‘ von Stephan Thome, ‚Sonnenfinsternis‘ von Arthur Koestler, ‚Krieg und Terpentin‘ von Stefan Hertmans und ‚Nachts unter der steinernen Brücke‘ von Leo Perutz. Das Bild zeigt die Buchcover in einer ansprechenden Anordnung.
Zwei Sachbücher, zehn erzählende Werke haben es für das Jahr 2025 auf meine ganz subjektive Bestenliste geschafft. Bild mit Canva erstellt.

Wie jedes Jahr habe ich auch für 2025 eine kleine Auswahl an Büchern zusammengestellt, die mir besonders gefallen haben. Zwölf sind zusammengekommen, darunter zwei Sachbücher und zehn erzählende Werke.

Alle Bücher meines Leseprojektes Wiedergelesen 4 für 2025 sind vertreten. Eine Überraschung ist das allerdings nicht, habe ich mich doch bei der Auswahl daran orientiert, dass mir die Bücher in Erinnerung geblieben sind. Große Literatur in meinen Augen, kreiert von Robert Harris, Walter Kempowski, Friedrich Christian Delius und Gert Ledig.

Von meinem zweiten Leseprojekt Zwölf für 2025 haben es nur drei Bücher auf die Bestenliste geschafft: Philip K. Dick, Stefan Thome und Arthur Koestler. Der dicke Wälzer über Die Völkerwanderung von Mischa Meier wäre vielleicht auch vertreten, der Autor hat mit seinem Buch über Die Hunnen ein fabelhaftes Beispiel von gut und klar erzählter Historiographie gegeben.

Stefan Thomes Roman über den Opium-Krieg ist fantastisch, aus Zeitgründen habe ich keine Rezension verfasst, so auch für Virginia Woolfe und Leo Perutz. Das zweite Sachbuch neben Meiers Hunnen ist von Guiliano Da Empoli, sehr kurz und erschütternd. Zeitlich liegen beide weit auseinander, im Kern verbindet sie mehr, als uns lieb sein kann.

Gerd Ledig: Die Stalinorgel
Der beste Frontkriegsroman, den ich kenne. Ostfront, Leningrad, Sommer 1942, die sieggewohnte Wehrmacht wankt bereits. 

Walter Kempowski: Alles umsonst
Ostpreußen in den ersten Monaten des Jahres 1945. Die Flucht vor der Roten Armee gerät zu einem taumelnden Fiasko.

Leo Perutz: Nachts unter der steinernen Brücke
Ein Roman in Episoden, die zunächst nur in lockerem Zusammenhang zu stehen scheinen, aber tatsächlich eine Geschichte mit großem Tiefgang erzählen.

Robert Harris: Vaterland
Ein Thriller in einer alternativen Welt, der Stück für Stück das Ungeheuerliche aufdeckt. In wenigen Tagen zerbricht eine eigentlich unzerstörbare Welt.

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis
Die berüchtigten Moskauer Prozesse werden in diesem schauerlich guten Roman am Beispiel eines ranghohen Bürokraten erzählt, der in Stalins Blutmühle gerät.

Friedrich Christian Delius: Die linke Hand des Papstes
Eine literarische Wutrede in Gestalt einer Novelle, mit einer wahrhaft unerhörten Begebenheit. Für die nächste Romreise vormerken.

Virginia Woolfe: Mrs. Dalloway
O, das ist gut! Assoziatives Mäandern durch einen Tag, bis jener Punkt erreicht ist, an dem sich die existenzielle Frage des Todes aufdrängt.

Stefan Thome: Gott der Barbaren
Was für ein toller historischer Roman! Noch mehr Ausrufezeichen gehören sich nicht, doch hätte es dieser Roman über den Opiumkrieg verdient.

Mischa Meier: Die Hunnen*
Ein Meisterwerk der Historiographie. Das Thema wirkt abseitig, doch zeigt der Autor virtuos die Möglichkeiten und Grenzen von Geschichtsschreibung.

Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge
In dieser alternativen Welt herrscht das Hitlerreich sogar über einen Teil der USA. Monströs im Weltenbau, mit überraschend viel Tiefgang erzählt.

Guliano Da Empoli: Die Stunde der Raubtiere*
Keine vergnügliche, dafür in vielfacher Hinsicht anregende, ernüchternde und auch niederschmetternde Lektüre. Unsere Welt stirbt. Jetzt.

Stefan Hertmans: Krieg und Terpentin
Autofiktion vom Feinsten. Der belgisch-flämische Autor setzt sich mit den Erinnerungen seines Großvaters auseinander: Soldatenleben (Krieg) und Kunst (Terpentin).

*Rezensionsexemplar

Im kommenden Jahr werde ich wieder keine Not haben, gute Literatur zu lesen. Zwar sind die Verlagsvorschauen, die ich für 2026 gesichtet habe, eher mau, doch gibt es auch unter den Neuerscheinungen einige interessante Titel. Ganz sicher habe ich gute Literatur in meinen Regalen, gelesen oder ungelesen. Gegen Jahresende werde ich einen kleinen Ausblick geben, was ich zu lesen gedenke.