Schriftsteller - Buchblogger

Schlagwort: Schreiben (Seite 1 von 8)

Opfergang – Piratenbrüder Band 7

Kämpfen, wenn der Gegner unbesiegbar ist? Die Lüge ist so ein Gegner, einmal in die Welt gesetzt, kommt man nicht mehr dagegen an. J.R.R. Tolkien wusste um die Macht der Lüge und auch um ihre Unsterblichkeit, denn sie lässt sich nicht ausrotten. In seinem Silmarillion hat Tolkien das in einen treffenden Satz gefasst, den ich als Zitat dem Schlussband meiner Buchserie um die Piratenbrüder vorangestellt habe.

Dabei ist die Herausforderung, der sich die Piratenbrüder und ihre Freunde gegenübersehen, groß genug. Von Patrick Vandenbergh, einem Verräter in den Reihen John Blacks, haben sie erfahren, wo ihr Erzfeind seinen Stützpunkt hat. Der Schock hätte kaum größer sein können: Ausgerechnet in Maracaibo, mitten in den spanischen Kolonien, liegt der Unterschlupf Blacks.

Das alles hier war John Blacks Spiel. Henry würde mitspielen, denn er hatte das bessere Blatt, dank einer Karte, die alle anderen stach: ein schwarzer Joker.

Alexander Preusse: Opfergang – Piratenbrüder Band 7

Ohne militärische Unterstützung durch Linienschiffe und Seesoldaten ist an einen Angriff auf Maracaibo nicht zu denken. Das aber würde einen Krieg zwischen Spanien und England auslösen, etwas, das Henry und seine Getreuen bis dahin unbedingt verhindern wollten. Jetzt erscheint ihnen ein Krieg als einziger Weg zum Sieg über John Black. Voraussetzung ist, dass der englische König George II. die nötige Unterstützung gewährt.

In London aber ist die Saat der Lügen Warringtons aufgegangen, Henry gilt als Pirat und Verräter, ihm drohen Verhaftung und Tod durch Hinrichtung. Bald zeigt sich, dass ohne große persönliche Opfer kein Erfolg möglich ist. Nicht nur Henry zieht daraus dramatische Konsequenzen, auch Joshua hat keine andere Wahl, als ein Opfer zu bringen. Widerstand und Unterstützung kommen von überraschender Seite. So entfaltet sich das dramatische Ende der Abenteuer von Joshua und Jeremiah in London und Maracaibo.

Eine Leseprobe gibt es hier: Opfergang

Das Taschenbuch (508 Seiten) ist bei Autorenwelt, Buch 7, geniallokal, Amazon & anderen Online-Buchhändlern sowie im lokalen Buchhandel erhältlich.
eBook exklusiv bei Amazon (Kindle und Kindle unlimited).

Bisher erschienen (auf das Cover klicken)

Die letzten Meter

Jedem meiner Bücher habe ich zwei Zitate vorangestellt, die selbstverständlich mit dem Inhalt verbunden sind. Diese Worte George Orwells passen besonders gut.

Der Probedruck ist jener Moment, in dem aus einem Manuskript ein Buch wird. Opfergang, das siebte in der Reihe meiner Piratenbrüder, ist besonders. Es ist der Letzte Roman der Buchserie, ich bin sehr erleichtert, dass es endlich geschafft ist und nehme gern Abschied. Die Serie hätte sich totgelaufen, ich mag daher auch keine Endlosserien, die sich anfühlen wie Bilbo es über sein eigenes, langes Leben sagt: zu wenig Butter auf zu viel Brot.

Noch ist die Ziellinie nicht erreicht. Als letzten Schritt vor der Veröffentlichung lese ich das ganze Buch noch einmal laut vor und eliminiere die letzten Fehler. Durch das besondere Format fällt doch noch einiges auf, was korrigiert werden muss. Trotzdem ist absehbar, dass Opfergang viel früher erscheinen kann, als geplant. So habe ich den Termin der Vorbestellung auf den 12. März 2026 vorverlegt.

Spätestens dann wird der Roman erscheinen. Da ich kein Gewese um das Erscheinen mache, werde ich wie bei Verräter schon früher die Veröffentlichung vornehmen: Wenn Opfergang bereit ist, dann geht es los.

Alexander Preuße: Opfergang
Taschenbuch 508 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 978-3-819481215
Kindle eBook 5,99 Euro
Kindle Unlimited

Neue Lektüre: Fremde, ferne Welt

Bücherregal mit einer Auswahl an historischen und literarischen Büchern. Im Vordergrund steht das Buch ‚Viking Britain‘ von Thomas Williams, umgeben von weiteren Werken zu Geschichte, Kultur und Literatur.
Schon nach der Lektüre der ersten beiden Kapitel ist klar: Das ist ein gutes Buch. Viking Britain ist Teil meines Lesevorhabens 12für2026. Coverrechte beim Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Die Arbeit am letzten Band meiner Piratenbrüder-Buchreihe liegt in den letzten Zügen, seit Wochen bin ich parallel dazu mit dem nächsten Roman beschäftigt. Der führt mich und die Leser in die Welt der Wikinger, weshalb ich weiter fleißig Bücher über das Sujet lese. Nach einem eher gruseligen Buch über König Knut den Großen von W.B. Bartlett nun ein neues, das sich gezielt mit den britischen Inseln während der Wikinger-Zeit befasst.

Was für eine Wohltat, ein Buch auf so gutem Niveau zu lesen! Thomas Williams hat seinem Viking Britain auch eine interessante Struktur gegeben, in dem er erzählerische Motive einfließen lässt. Das ist keineswegs nur ein Versuch, den Leser an die Zeit heranzuführen, im Gegenteil: Die trennenden, fremden Momente werden so deutlich. Die Welt der Wikinger war voll von mythischen Wesen, Toren in andere Welten, Monstern, Göttern und Vorzeichen.

Für mein Romanprojekt ist das eine Ermahnung. Nicht etwa, Anachronismen zu vermeiden. Das ist unmöglich. Es geht darum, Anachronismen so zu gestalten, dass der moderne Leser einen Zugang findet.  Er soll die Fremdheit der damaligen Welt, so sie für mich erkennbar ist, durchaus spüren, ohne dass die Motive der Personen unverständlich werden. Ein Beispiel ist die Schrift: Wie soll ein Leser (!) im dritten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends nachvollziehen, wie das Leben von Analphabeten in einer Welt fast ohne Schrift aussah? Analphabeten waren beinahe alle, vom Bettler bis zum König. Auch wenn Smartphones eifrig daran mitwirken, den Abgrund zu verringern, ist er riesig und unüberbrückbar.

Manchmal helfen Leerstellen, die wie leere Räume mit zwei Türen sind: von der einen Seite tritt der moderne Leser ein, von der anderen die historische Figur. Wenn im Roman von einer »Karte« die Rede ist, versteht die historische Figur etwas grundsätzlich anderes darunter als der moderne Leser. Dort eine Karte mit Jerusalem als Mittelpunkt von Asien, Europa und Afrika; oder ein Portolan, ein Verzeichnis von Häfen, ohne geographische Genauigkeit; hier eine moderne Karte oder vielleicht eine ältere, historische, aber mit erkennbar modernen Umrissen und geographischen Gegebenheiten.

Im Wikinger-Teil von Vinland – Piratenbrüder Band 4, an den der neue Roman inhaltlich anschließt, habe ich meine Hauptfigur Eillir Valdasson entsprechend gestaltet: Alphabetisiert, mehrsprachig, ein Kartenzeichner, Chronist, Berater eines Jarls, später Königs. Er muss wie alle anderen Personen des Buches vor allem handeln und darf nicht den Leser belehren. Ein Roman ist keine Schulstunde, sondern eine Erzählung inmitten von historischen Kulissen. Niemand hält einen Leser davon ab, hinter diese Kulissen zu schauen, das ist sogar höchst löblich. Wer das möchte, greife etwa zu …

Viking Britain von Thomas Williams

Die wahre Geschichte der Wikinger von Neil Price

Walküren von Johanna Katrin Friðriksdóttir

Das Jahr 1000 von Valerie Hansen

Spielregeln der Politik im Mittelalter von Gert Althoff

Reisen im Mittelalter von Norbert Ohler

Zeitalter des Nordens von Andreas Winroth

Die Wikinger: Entdecker und Eroberer von Staecker / Toplack

Sol Stein: Über das Schreiben

Die Lektüre war insgesamt gewinnbringend, allerdings muss man eine Menge aushalten. Der Autor kommt mit überbordendem Selbstbewusstsein daher, das dem Inhalt nicht gerecht werden will. Cover Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Als Autor über das Buch eines „Meisterlektors“ kritisch zu urteilen, hat etwas Anmaßendes. Das gilt insbesondere, wenn der Autor nur ein armer Selbstveröffentlicher ist, dem es nicht vergönnt war, einen Verlag für seine Manuskripte zu finden. Für „Meisterlektor“ Sol Stein ist das aber eines der wesentlichen Kriterien des Erfolgs, der (Verkaufs-)Erfolg ist der alleinige Leitstern seiner Arbeit. Schreiben, um möglichst vielen Lesern zu gefallen, sie mit „Spannung“ zu fesseln, ist wenig überraschend der Rote Faden durch sein Buch. Gefälligkeitsliteratur soll es sein.

Entsprechend sind die Textbeispiele von Stein ausgewählt, denen gemeinsam ist, dass sie oft von erschütternder Schlichtheit sind. Amerikanische Massenware, jene aufgeblasen wirkende, narzisstisch um sich selbst drehende Art des Erzählens, die oft konstruiert wirkt, künstlich. Dieses Urteil erlaube ich mir durch den Vergleich zu den Textbeispielen, die Michael Maar für sein vorzügliches Buch Die Schlange im Wolfspelz ausgewählt hat. Das Niveau der Textstellen ist dort fast immer großartig, bei Stein selten. Der „Meisterlektor“ greift auch auf seine eigenen Werke als Textfundus zurück, was bisweilen peinlich wirkt. Maar verzichtet zum Glück darauf; ebenso auf „Tipps“.

Sol Steins Selbstbewusstsein touchiert nicht selten die Grenze zur Hybris. Der Eindruck drängt sich auf, hier meine jemand, den Schlüssel für die Kunst des Schreibens tatsächlich in den Händen zu halten. Der Autor tritt oft belehrend wie ein weiser Schulmeister auf. Seine Ratschläge an den »unerfahrenen Autor« lesen sich oft wie Moses’ in Stein gemeißelte Gebote, die befolgt werden müssen. Doch gilt für Schreibtipps wie für Börsentipps: Man sollte ihnen niemals blind folgen. Zum einen gibt es von berufener Seite andere Ansichten zu diversen Punkten. James Wood vertritt in Die Kunst des Erzählens die Haltung, dass Figuren nicht zwangsweise »Tiefe« haben müssen.

Wer Über das Schreiben aufmerksam liest, findet immer wieder Fragwürdiges. Ein Beispiel, das sich mit dem Thema »Zeigen statt Erzählen« befasst, soll das verdeutlichen. Die Auslegung der Textstelle finde ich nicht recht nachvollziehbar.

Hinter dem Polarkreis ist die Farbe der Kälte Blau. Aber in der Tiefe der arktischen Gewässer ist die Farbe der Kälte Schwarz.

Sol Stein: Über das Schreiben

Stein sieht in diesen beiden Zeilen einen tollen Romanbeginn, dem ich nur zustimmen kann. Auch kann ich den Eindruck des Geheimnisvollen nachempfinden, fühle aber auch etwas Bedrohliches in dem Buchbeginn. Was ich nicht verstehe, ist Sol Steins Begründung dafür, wie diese Stelle funktioniert.

Wir sehen das Wasser vor uns. Und der Farbwechsel hat etwas Geheimnisvolles.

Sol Stein: Über das Schreiben

Welches Wasser? Im ersten Satz ist gar nicht von Wasser die Rede, im zweiten nur mittelbar, denn das Wasser ist in der Tiefe so wenig schwarz wie das an der Oberfläche. In beiden Sätzen geht es um das Licht und eine Empfindung (Kälte), also um etwas, das man nicht sehen kann. Die Empfindung soll verdeutlicht werden durch die bildhafte Übertragung auf die Farbe des Lichtes bzw. dessen Abwesenheit in der Tiefe der See. Man kann das Wasser in der absoluten Dunkelheit gar nicht sehen, es kann nicht »gezeigt« werden; es wird erzählt/behauptet. Der scharfe Kontrast zwischen beiden (Licht-)Welten erzeugt den Eindruck des Geheimnisvollen, sogar Bedrohlichen, denn Licht ist die Voraussetzung für Leben; seine Abwesenheit deutet auf den Tod hin.

Als Über das Schreiben 1995 erschien, war von KI noch nicht die Rede. Bei der Lektüre dreißig Jahre später drängt sich die Frage auf, ob Algorithmen, die entlang der Wahrscheinlichkeiten kalkulieren, die Anweisungen Steins nicht viel besser, also leserbefriedigender und erfolgreicher erfüllen können, als jeder Mensch. Aber wer ist eigentlich mit »Leser« gemeint? Mit Literatur im Sinne meines Leseinteresses – denn das bin ich ja auch: ein Leser – hat das alles nichts zu tun. Auch Sol Steins Unterstellungen, was »Leser« allgemein mögen oder nicht, sind im Wortsinne erstaunlich eingeschränkt. Man ist auf sehr schmaler Spur unterwegs in Sol Steins Lese-Welt.

Die meisten Bücher, die ich im Leben gelesen habe, wären in Steins Lektoren-Welt gar nicht erschienen. Das liegt auch daran, dass der „Meisterlektor“ eine Inhaltsorientierung von Autoren als problematisch betrachtet. Für ihn zählt weniger, was der Autor zu erzählen hat, sondern was sein »Leser« konsumieren will. Das allein ist kurios genug, vor allem aber sind fast alle Textbeispiele zu Steins „Handwerk“ in ihrer Wirkung auf den Leser abhängig vom Kontext. Den aber bestimmt oft genug insbesondere der Inhalt. Wenig überraschend würde sich die Wirkung fast aller Textbeispiele in Über das Schreiben abhängig vom Inhalt verändern, was den Gehalt der Aussagen Steins abschwächt.

Aber auch jene Aspekte, die ich kritisch sehe, regen zum Nachdenken an. Das hat bekanntlich noch niemandem geschadet und so habe ich das Buch mit Gewinn gelesen.  Als Leser und Blogger kann ich nun treffender beschreiben, was mich an Büchern (us-amerikanischer Autoren) stört; jüngste Beispiel wären Blue Skies von T.C. Boyle oder Das große Spiel von Richard Powers, aber auch Lincoln Highway von Amor Towels.

Für meine eigene Arbeit als Autor bietet Über das Schreiben Anregungen zum Nachdenken bei der Überarbeitung des Manuskriptes. Anregend ist etwa der Abschnitt über Rückblenden und die Vermeidung von gehäuftem Plusquamperfekt. Anregend ist auch die Drehbuch-Methode der Actors-Studios. Steins zutreffende Ansichten zu Liebesszenen sind (avant la lettre) vernichtend für jede Form von Romance-Büchern. In einem Punkt, der für das Schreiben von elemtarer Bedeutung ist, kann man Sol Stein unumwunden zustimmen:

Am Widerwillen, das einmal Geschriebene zu überarbeiten, erkennt man im allgemeinen den Amateur.

Sol Stein: Über das Schreiben

Sol Stein: Über das Schreiben
Autorenhaus Verlag 2015
Hardcover 464 Seiten
ISBN: 9-783-8-66711266

Neue Lektüre: Über das Schreiben und Lesen

Mit Schreibratgebern weiß ich nicht viel anzufangen, sofern sie sich auf die Techniken, das viel beschworene »Handwerk« oder gar irgendwelche obskuren Erfolgsaussichten am Buchmarkt beziehen. Derartige Schreib- und Erfolgstipps findet man auf Instagram zuhauf, sie gehen meist Hand in Hand mit dem Wort »Regel«. Nach »Regeln« zu schreiben ist aber wie Malen nach Zahlen.

Ratschläge anderer Art nehme ich gern an. So habe ich Hilary Mantel den Hinweis auf Dorothea Brande zu verdanken, die vor rund einhundert Jahren ein Buch mit dem Titel Becoming a Writer (deutsch Schriftsteller werden) verfasst hat. Auch da gibt es Vorschläge, aber mit einem etwas anderen Charakter. Im Gegensatz zu gängigen Schreibratgebern schlagen solche Bücher einen sehr langen Weg vor, bei dem man eben nicht Regeln und Tipps befolgt.

Lesen – Lesen – Lesen – Nachdenken

Brande rät, man solle Bücher lesen und jene Titel mehrfach wiederlesen, deren Schreibweise einem gefällt, um zu erforschen, was die Autoren eigentlich machen bzw. womit sie erreichen, dass es uns als Leser gefällt. Im Gegensatz zu Regeln, die befolgt werden, sollen die Mittel des Autors keinesfalls kopiert werden. Der Nachwuchsautor soll sich vielmehr darum bemühen, auf der Basis des Gelesenen eine eigene Schreib-Weise zu finden. Brande legt den Fokus auf das Individuelle, nicht auf das Kopierbare. Das liegt quer zum Trend, der mit dem Aufkommen von KI verstärkt wird, denn die kann bestenfalls Malen nach Zahlen.

Ohne umfangreiche Lektüre (bzw. Filme) geht es nicht. Das zeigt auch Anatomy of Story von John Truby, aus dem ich bereits viel Wissenswertes schöpfen konnte. Ohne Kenntnis der dort genannten Bücher und Filme hätte das Gesagte nicht in dem Maße weiterhelfen können, wie es in meinem Fall gewesen ist. Aber auch bei Truby habe ich nicht als Quelle von Tipps und Regeln zum Befolgen oder nachmachen gelesen.

Mehrere Jahre habe ich zum Beispiel darüber nachgedacht, ob es für meine Buchserie Piratenbrüder sinnvoll sein könnte, dem Antagonisten eine Stimme zu geben, um sein Weltbild zu erklären, wie Truby anregt. John Black alias Eisenkralle bekommt in Opfergang – Piratenbrüder Band 7 tatsächlich die Möglichkeit, sich zu äußern, nachdem er wie ein schwarzer Schatten durch sechs Bücher geisterte.

Drei neue Bücher zum Thema Schreiben

Nun also drei weitere Bücher, die sich mit dem Thema Schreiben und (untrennbar damit verbunden) Lesen befassen. Die Briefe an einen jungen Schriftsteller von Mario Vargas Llosa sind für mich vor allem wegen ihrer Fremdheit von großem Wert. Mit gängigen Unterscheidungen, wie zwischen personaler und auktorialer Erzählhaltung, bricht Vargas Llosa, dabei wird gerade um die »Einhaltung« der Perspektive in manchen Kreisen ein immenses Gewese gemacht.

Anders liegt die Sache bei Martin Maar und seiner Schlange im Wolfspelz. Der Titel mit seiner schrägen Metapher wird im Buch auch erklärt, wie so viele andere Besonderheiten, Glanzstücke und Schattenplätze der Literatur. Maar schreibt ausgezeichnet und ist oft richtig witzig. Dabei verhält es sich wie mit »Spuren von Nüssen« in Nahrungsmitteln – das kann zu allergischen Reaktionen führen.

Daniel Kehlmann ist mir als Autor hervorragender Romane (Tyll, Lichtspiel) bekannt, außerdem hat er ein sehr lesenswertes Buch über Leo Perutz geschrieben. Für Die Kunst des Erzählens von James Wood hat Kehlmann das Vorwort verfasst, was mehr als eine Buchempfehlung ist.

Wie alle anderen genannten Bücher wird auch Wood den Nachteil haben, meine Leseliste zu verlängern. Moby Dick steht schon im Regal, Don Quichote in den Startlöchern, außerdem wären da noch die Briefe von Rahel Varnhagen und so viele mehr, dass sich dieser Text mal eben verdoppeln und verdreifachen würde. Belasse ich es also bei den Beispielen.

Was die Lektüre dieser Bücher so besonders macht: Ich lese nicht allein, kann mich jeden Tag darüber austauschen. Die Schlange im Wolfspelz wird abends vorgelesen (anstrengend!), die Briefe an einen jungen Schriftsteller haben wir Brief für Brief abwechselnd gelesen und besprochen. Parallel läuft die Arbeit am Lektorat von Opfergang – Piratenbrüder Band 7, natürlich beeinflusst das Eine das Andere.

« Ältere Beiträge

© 2026 Alexander Preuße

Theme von Anders NorénHoch ↑

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner