Schriftsteller - Buchblogger

Kategorie: Kurzrezension (Seite 1 von 12)

C. K. McDonnell: This Charming Man

„Buchcover von ‚This Charming Man‘ von C.K. McDonnell, Genre Urban Fantasy, mit einem stilvollen Design eines Sarges mit der Aufschrift ‚This Charming Man‘ und einem ‚Out to Lunch‘-Schild
Wundervoller Unsinn aus Manchester in Gestalt des boshaft-komischen Urban-Fantasy-Romans um die Zeitungsredaktion der »Stranger Times«. Sehr unterhaltsam, die Dialoge gefallen mir besonders gut. Cover Rechte beim Verlag, Bild mit Canva erstellt.

„Dies ist keine Kirche mehr. Belästigen Sie Gott woanders.“

C. K. McDonnell: This Charming Man

Was für ein herrlicher Unsinn! This Charming Man von C. K. McDonnell ist ein Roman aus dem Genre Urban Fantasy, der mit boshaftem Humor die Abenteuer einer Zeitungsredaktion in Manchester erzählt. Der Name der Zeitung ist Programm: The Stranger Times könnte auch als allgemeine Charakterisierung der Erzählgegenwart herhalten. Schräg & skurril sind Figuren und Verhältnisse im Manchester des 21. Jahrhunderts.

Die Stranger Times ist ein Nischenblatt mit übersinnlichem Themenschwerpunkt, wobei »übersinnlich« hanebüchenen Nonsens einschließt. Eine Frau heiratet eine Schnellstraße – schon ist ein Thema für einen Artikel gefunden. Spukgestalten aller Art sind jedoch die eigentliche Spezialität der Stranger Times, im Redaktionsgebäude (einer ehemaligen Kirche) haust sogar wenigstens eine dieser Spezies.

Das Redaktionsteam ist im Verlauf der Handlung so sehr mit sich selbst, lustigen, bissigen Dialogen und der Aufklärung merkwürdiger Morde beschäftigt, die auf Vampirismus hindeuten, dass man sich als Leser fragt, wann eigentlich die Artikel für die Zeitung verfasst werden. Vielleicht werkelt bei der Stranger Times eine Übersinnliche Intelligenz – ÜI?

Die Handlung von This Charming Man ist geschickt in die Welt der Gegenwart eingebettet, die mit – Verzeihung – Arschlöchern aller Art bevölkert ist. Autor McDonnell nimmt Politik, Wirtschaft (Tech-Startups!), Polizei, Verwaltung ebenso aufs Korn wie pseudo-woke Zeitgenossen, Hipster und schnorrendes Internet-Gesindel. Gar nicht zu reden von den vielen obskuren Randexistenzen.

Überhaupt habe ich mich gefragt, ob diese Romane ohne den Brexit und seine Folgen für die britische Gesellschaft (den Banken geht es gut, danke der Nachfrage) möglich gewesen wären. Wer mag, kann Kritik entdecken, in das Zellophan flapsiger Gemeinheiten verpackt, die vom Klischee der Britishness weiter entfernt sind, als England vom europäischen Festland. Dank dieser Mischung ist die Reihe um die Stranger Times eine ebenso alberne wie unterhaltsame, aber nicht flache Lektüre.

Der Chef der Redaktion, Vincent Banecroft, erinnert in gewisser Hinsicht an Jackson Lamb, der mit einem ähnlichen Führungs- und Lebensstil das Slough House (Slow Horses von Mick Herron) führt, eine Art Abstellkammer für gescheiterte und unliebsame MI5 Geheim-Agenten. Schwarzer Humor ist in beiden Fällen der Finger in den schwärenden Wunden, die Professionalität des Personals hat Luft nach oben, was dramatische Wendungen begünstigt. Am Ende geht nicht alles gut aus, geschweige denn, dass sich an den Umständen etwas bessern würde. Das macht die Stranger Times zur humorigen Noir-Literatur.

C. K. McDonnell: This Charming Man
Stranger Times 2
Eichborn 2022
Gebunden 528 Seiten
ISBN: 9783751728935

Louise Dupin: Wir sind alle gleich, Monsieur!

Eine essayistische Streitschrift mit erstaunlich modernen Ansichten und rhetorischen Kniffen. Mit der editorischen Umsetzung, die (wie der Begriff »Feministin«) einer Stilisierung Vorschub leistet, hadere ich. Coverrechte beim Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Erstaunlich modern wirkt die Schrift Louise Dupins, in der sich die Autorin gegen die Vorurteile gegenüber Frauen stemmt. Auf rund 86 Seiten wendet sie sich gegen überkommene Ansichten, widerlegt diese rhetorische geschickt, sachlich und gelegentlich mit einer Prise boshaftem Spott gewürzt. Erstaunlich ist auch, wie manche der Ansichten auf mehr als zwei Jahrhunderte nach ihrem Tod noch kursieren. Allein deswegen ist diese Schrift noch immer lesenswert, auch wenn man sich aufgrund des sozialen Standes der Autorin fragen muss, wen genau sie mit »Wir« eigentlich meint? 

Dupin starb hochbetagt wenige Wochen vor der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Chenonceau, einem sehenswerten Schloss an der Cher. Bei meinem Besuch im Sommer 2025 betrachtete ich das bekannte Portrait der als betörend schön und intelligent geltenden Salonière. Entsprechend erfreut war ich, als ich das Buch in der Reihe Frauenstimmen im Verlag Wagenbach entdeckte. Hilfreich sind die einordnenden Passagen von George Sand, das Nachwort und die beiden Texte Rousseaus und Voltaires.

Das Chateau de Chenonceau an der Cher.
Schloss Chenonceau an der Cher ist auch an grauen Tagen einen Besuch wert.

Zu fragen ist, ob die Bezeichnung »Feministin« passend ist, ein Begriff, der erst einige Jahrzehnte nach Dupins Tod gebraucht wurde. Die Gefahr einer nachträglichen Stilisierung besteht, der auch editorisch Vorschub geleistet wird. So wurden ausführliche Ansichten Dupins zur Antike, »europäischer Länder, Chinas, Japans und Afrikas sowie zu wissenschaftlichen Erkenntnissen jener Zeit, die aber überholt sind«, weggelassen. Gekürzt wurde auch in den Abschnitten, in denen es um die Schulbildung und rechtliche Gleichstellung geht.

Das fördert die Lesbarkeit des Textes, leistet aber einem Idealbild der historischen Person Louise Dupins Vorschub. Gerade das Nebeneinander von fortschrittlichen und rückwärts gewandten Gedanken ist prägend für alle Zeiten und Denker, man denke nur an den blinden Fleck der Aufklärer bezüglich der Sklaverei oder eben der Frauen. Zur Weltsicht Dupins gehören eben auch Dinge, die überholt sind. 

Dann gibt es noch den Sohn, Jacques-Armande Dupin de Chenonceaux, für den der Begriff »schwierig« ein Euphemismus darstellt. Rousseaus Worte über ihn, vor allem aber die immensen Spielschulden, mit ihren beinahe desaströsen Folgen für die Familie, erzwingen fast die Frage nach Wollen und Wirklichkeit, den Absichten und ihrer (missglückten) Umsetzung. Auch für eine Louise Dupin gab es Grenzen.

Eine weitere Frage, die unabhängig von der historischen Person der Autorin ist, drängt sich auf. Viele der Türen in schulischer Hinsicht, die zur Zeit Louise Dupins noch fest verschlossen waren, stehen heute weit offen. Gehen die Mädchen hindurch oder geschieht in unserer Gegenwart gerade das Gegenteil?

Louise Dupin: Wir sind alle gleich, Monsieur!
Eine Feministin erhebt Einspruch
Aus dem Französischen von Rudolf Bitter
Wagenbach 2025
Gebunden 144 Seiten
ISBN 978-3-8031-1387-0

Thomas Williams: Viking Britain

Buchcover von ‚Viking Britain‘ (Sachbuch) von Thomas Williams: Das Cover zeigt einen stilvollen Ausschnitt eines Wikingerschiffsbugs mit typischen Schnitzereien und Ornamenten. Im linken Bereich des Bildes steht in weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund ‚THOMAS WILLIAMS‘, ‚VIKING BRITAIN‘ und ‚Sachbuch‘.
Ein vorzügliches Buch über die Geschichte Britanniens, vor allem des späteren Englands, mit dem Fokus auf die Wikinger und ihren Einfluss auf den Gang der Dinge. Coverrechte beim Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Zu den Vorzügen des Buches Viking Britain von Thomas Williams gehört der Fokus auf die britischen Inseln, insbesondere auf den Teil, den man heute England nennt. Allzu leicht verirrt man sich in der Welt der Wikinger, die »groß und weit« war (Neil Price), von Vinland bis zum Schwarzen Meer reichte. Es gab kein »Reich« diesen Ausmaßes, die Worte beschreiben den Horizont der Nordleute, ihre Handelsfahrten, Landnahmen und bewaffneten Raubzüge.

Viking Britain erzählt, wie sich die Angelsachsen, Keltische Bewohner der Inseln und die Wikinger im Laufe von gut zweihundert Jahren gegenseitig beeinflusst und verändert haben. England entstand als politisches Gebilde auf den Trümmern der kleinen, kriegerischen, angelsächsischen Königreichen. Diese Einheit dürfte eine schnelle Eroberung durch William von der Normandie 1066 beflügelt haben; allerdings auch die durch Knut den Großen fünfzig Jahre vorher.

Warum die Wikinger ihre anfänglichen Raubzüge zu Eroberungszügen wandelten, wird nach der Lektüre nicht recht klar. Man könnte mit Blick auf die Reiterkriegerverbände, wie die Hunnen, spekulieren, dass die maritime Version der Steppenreiter vor einem ähnlichen Problem stand, nämlich die Gefolgschaft zufriedenzustellen. Das funktionierte einige Zeit mit Beute (insbesonderes Sklaven), dann liegt der Schritt zur Landnahme nahe, so könnte man spekulieren.

Williams gibt seinen Lesern eine Reihe von bemerkenswerten Denkanstößen: Maritimer Handel und Kriegführung bildeten die Kernkompetenz der Nordleute. Liegt hier bereits die Wurzel für das spätere britische Empire, in Gestalt einer Mind-Map? Und wer waren diese Wikinger eigentlich? Zeitgenössisch wurde der Begriff selten verwendet, einmal für Sklaven, die ihren Herren davonlaufen; oder für Männer (und wenige Frauen), die ein (blutiges) Unternehmen wagten, das ihnen den Tod oder Reichtum und Ruhm bringen konnte.

Ausgesprochen lesenswert, gedankenreich, anregend und gut geschrieben, dabei übersichtlich und klar strukturiert. Die Lektüre ist Teil meines Lesevorhabens Zwölf für 2026.

Thomas Williams: Viking Britain
William Collins 2017
Taschenbuch 410 Seiten
ISBN: 978-0-00-817195-7

Undine Gruenter: Sommergäste in Trouville

Buchcover von 'Undine Gruenter: Sommergäste in Trouville' mit dem Untertitel 'Erzählungen'. Das Bild zeigt eine Person, die am Strand von Trouville entlanggeht, mit Blick auf das Meer und eine markante Klippe. Der Himmel ist leicht bewölkt.
Die meisten Erzählungen in diesem Band gefallen mir sehr gut, insbesondere wegen des zurückgenommenen, präzisen Stils der Autorin. Sommerschnulzig-leicht geht es in den Geschichten nicht zu, im Gegenteil. Coverrechte beim Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Fünfzehn Erzählungen versammelt das schmale Bändchen mit dem Titel Sommergäste in Trouville von Undine Gruenter. Ohne die Empfehlung Michael Maars in seinem Band Die Schlange im Wolfspelz wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, die Sommergäste zur Hand zu nehmen. Da wäre mir aber etwas entgangen, denn von zwei, drei Ausnahmen abgesehen mochte ich alle kurzen Erzählungen.

Trotz des Titels ist der Erzählungsband kein luftig-leichtes oder gar romantisch-verklärtes Lektürevergnügen. Zwar durchwirkt Erotik einige Erzählungen, aber auf eine diskrete Weise; Gruenter schreibt um den Kern herum, beendet die Erzählung oft, ehe es zur Sache geht. Nicht nur beim Kopulieren, auch in den Texten, die fürchterlich düster sind, in denen die Verlassenheit des Ferienortes, die Einsamkeit des Alters oder toxische Ehe- und Erziehungsverhältnisse geschildert werden.

Trouville ist ein Ferienort in der Normandie, es liegt direkt am Meer, unweit der Seine-Mündung und gegenüber von Le Havre. Das vielleicht noch bekanntere Deauville ist nur durch einen schmalen Kanal getrennt, umgangssprachlich wird es auch »La plage des Parisiens« genannt, weil dort viele Angehörige der Oberklasse der französischen Hauptstadt ihre Zweit-Domizile haben. Diese Kreise erkundet Gruenter in einigen ihrer Erzählungen.

Gruenters Stil ist zurückgenommen, sehr präzise und treffend, ohne in Sprachbildern zu schwelgen. Auslassungen gibt es viele, bisweilen wird es auch handfest, wenn es beispielsweise um das Verhalten einiger Feriengäste von den britischen Inseln geht. Es gibt jedoch nicht die Spur Belehrendes in diesem Buch, vom marktschreierischen Ton der Sozialen Medien unserer Tage gar nicht zu reden. Sommergäste in Trouville haftet etwas Analoges im besten Sinne an, was die Lektüre trotz aller melancholischen Abgründe entspannend macht.

Undine Gruenter: Sommergäste in Trouville
Erzählungen
Hanser 2003
Gebunden 212 Seiten
ISBN: 9783446202702

Lea Sahay: Das Ende des chinesischen Traums

„Buchcover von ‚Das Ende des Chinesischen Traums‘ (Sachbuch) von Lea Sahay: Der linke Bereich zeigt in schwarzem Hintergrund mit goldener Schrift den Autorennamen ‚LEA SAHAY‘ und den Titel ‚DAS ENDE DES CHINESISCHEN TRAUMS‘ sowie die Angabe ‚Sachbuch‘. Der rechte Bereich des Covers ist in grellgelb gehalten und zeigt den Untertitel ‚LEBEN IN XI JINPINGS NEUEM CHINA‘ in schwarzer Schrift sowie einen Ausschnitt der chinesischen Flagge mit roten Farbakzenten.
China und seine Abgründe werden im Westen gern übersehen oder ignoriert; schlimmstenfalls wird das Land mit der größten Kriegsflotte der Welt als Teil des »Globalen Südens« missverstanden. Mit diesem Buch bekommt der Leser einen differenzierten Einblick in das Leben in Xi Jinpings China. Coverrechte Droemer-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Blockwarte, Spitzel und Denunzianten sind keine Spezialität des Nationalsozialistischen Deutschlands oder des kommunistischen Unrechtsstaats DDR. Auch im China des 21. Jahrhunderts treiben sie ihr Unwesen. Hand in Hand mit jenen, die in vorauseilendem Gehorsam dem diktatorischen Regime des Ji Jinping entgegenarbeiten. Es sind diese Beispiele individueller, menschlicher Niedertracht und Schwäche, die bei der Lektüre von Lea Sahays Buch Das Ende des chinesischen Traums am meisten erschüttern. Der Mensch ist und bleibt des Menschen Wolf.

Natürlich wäre es ungerecht, den Stab über alle Chinesen in dieser Weise zu brechen. Auch darf die seit Jahren ununterbrochen dröhnende Propaganda-Maschinerie, die konsequente Geschichtsfälschung und Zensur aller abweichenden Meinungen sowie die dramatisch zu nennende Überwachung nicht unerwähnt bleiben. Das prägt viele Menschen und ihre Handlungen. Deprimierend ist, dass diese Dinge wiederkehren, in anderem Gewand und mit anderen, moderneren Methoden, aber im Kern gleich. Die Heldengeschichten vom Widerstand in Abgrenzung zu den Kollaborateuren gehen am Wesentlichen vorbei – der Macht der Angst und der Anpassung. Weltweit.

Insofern habe ich mich oft gefragt, ob das, was die Journalistin und langjährige China-Kennerin Sahay schildert, nicht auch einen Ausblick auf die vor uns liegenden Jahre gibt. Für manchen könnte das ein böses Erwachen geben. Der Podcaster und Buchautor Ole Nyman etwa meinte gegenüber der SZ, er würde lieber in Unfreiheit leben, als für die Freiheit zu sterben. Was smart klingt, geht an der Wirklichkeit vorbei. In Unfreiheit entscheiden andere darüber, ob man lebt oder stirbt, nicht man selbst. Das ist das Wesen von Unfreiheit.

Wer das nicht glaubt, wird schon auf den ersten beiden Seiten von Das Ende des chinesischen Traums eines Schlechteren belehrt. Der schwerkranke Sohn der Autorin durfte in einem chinesischen Krankenhaus nicht behandelt werden, trotz der lebensbedrohenden Erkankung. Die Vorgaben der Partei und der lokalen Behörden, nicht etwa das Ermessen der behandelnden Ärzte, waren unantastbar und die sahen einen Corona-Test vor. Das „Gesundheitssystem“ Chinas ist ohnehin ein rabenschwarzer Abgrund, während viel Geld in „Sicherheit“, also Überwachung und Militär gesteckt wird. Von diesen Beispielen gibt es viele in dem Buch von Lea Sahay, auf ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen.

Anders als in Russland, wo Putin die Opposition gern im Gefängnis zur Schau stellt, werden Menschen wie Peng Lifa vom chinesischen Rechtsstaat verschluckt und nie wieder ausgespuckt.

Lea Sahay: Das Ende des chinesischen Traums

Einiges davon ist bekannt, anderes schockiert regelrecht. Jin Jinping will militärische Gewalt anwenden, um Taiwan zu annektieren. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg, China zur Weltmacht zu machen, wenn möglich, vor den USA. Wie sehr es der chinesischen Führung gelungen ist, die Bevölkerung für dieses Ziel propagandistisch zu gewinnen, wird am Beispiel von Nancy Pelosis Besuch Taiwans deutlich: Vor der Reise der demokratischen US-Politikerin rasselten die Säbel und wummerten die Kriegstrommeln in China; als dann doch kein Angriff erfolgte, herrschte Katerstimmung in der Bevölkerung, harsche Kritik wurde im Internet offen geäußert. Wenn Zauberlehrlinge Geister wecken …

Das Ende des chinesischen Traums sollte auch ein Schlussstrich unter die Traumtänzereien in deutschen Parteien, Organisationen und Unternehmen sein, sonst wird das Erwachen umso härter. Dabei sollte ganz oben auf der Agenda stehen, dass „die Chinesen“ genausowenig ein monolithischer Block sind wie alle anderen „Völker“. Sahay erzählt, dass im chinesischen Alltag auch über die Regeln hinweggesehen wird, wenn einige Meter hinter einem „Betreten verboten“-Schild ein Tickethäuschen für den Besuch der Chinesischen Mauer steht. Stereotypen á la „die Chinesen kennen oder können es nicht anders“, wenn es um ein diktatorisches Regime geht, werden auf diese Weise entlarvt. 

Lea Sahay: Das Ende des chinesischen Traums
Leben Xi Jinpings Neuem China
Droemer 2024
Gebunden 288 Seiten
ISBN: 978-3-426-44996-7

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