Schriftsteller - Buchblogger

Kategorie: Buchvorstellung (Seite 23 von 35)

Volker Kutscher: Märzgefallene

Der fünfte Teil der Reihe um Kriminalkommissar Gereon Rath ist äußerst stimmungsvoll um einen sehr spannenden Fall gewoben. Cover KiWi, Bild mit Canva erstellt.

Gelesen – natürlich im März. Neunzig Jahre nach den Ereignissen, die den historischen Hintergrund für den fünften Mordfall bilden, den Kommissar Gereon Rath zu lösen hat; wann passt die Lektüre schon einmal so gut? Und wann ist ein Roman so gut informiert, versteht es, den Zeitgeist, braun und gewalttätig, so mitreißend einzufangen, ohne den Zeigefinger studienrätisch zu schwingen, sondern einen wirklich spannenden Kriminal-Thriller zu erschaffen?

Das Wort »Kulisse« wäre herabwürdigend, denn Volker Kutscher hat Märzgefallene so gestaltet, dass die historischen Ereignisse den Gang der Ermittlungen massiv beeinflussen. Rath und seine Verlobte, Charlotte Ritter, werden in den Mahlstrom der Ereignisse nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler hineingezogen, der Brand des Reichstags, die Grausamkeiten der zur Hilfspolizei aufgewerteten SA und die Durchdringung der Behörden durch die neuen Machthaber.

Vom Zauber und Charme der Weimarer Republik ist nicht mehr viel geblieben. Hakenkreuzfahnen allüberall, Aufläufe, brutale Gewalttaten, während viele Bürger versuchen, ihren normalen Alltag inmitten des radikal antidemokratischen Umsturzes zu leben, andere den neuen Machthabern in devoter Haltung entgegenkommen, sich anpassen, Opportunisten. Standfestigkeit führt aufs Abschiebegleis oder zieht Schlimmeres nach sich.

Der geschönte Krieg, für die Familie daheim.

Volker Kutscher: Märzgefallene

In beklemmenden Szenen zeichnet Kutscher nach, wie aus den Vorbänden bekannte Figuren, etwa der bereits geschasste Polizeipräsident Bernhard Weiß, um ihr Leben bangen müssen, wenn der braune Mob heranwalzt und von der Schutzpolizei nicht gehindert die Privatwohnung stürmt. Mit den Hauptfiguren, vor allem Charlotte Ritter, fühlt man die Hilflosigkeit und Ohnmacht, mit Gereon Rath die Neigung, Wegzusehen, Abzuwiegeln und Weiterzuwurschteln.

Wer nicht entkommen kann, nimmt Schaden an Leib und Leben. Das bekommt auch die Unterwelt zu spüren, die in Gestalt von Johann Marlow auch in diesem Teil wieder mitmischt, was dem Autor vielfältige kreative Spielräume eröffnet, die dieser weidlich nutzt. Auf diesem Weg nimmt Kutscher nämlich den Leser mit hinab ins Inferno der SA-Gefängnisse, in denen schon ganz zu Beginn des so genannten »Dritten Reichs« tausende gebrochen, versehrt und getötet wurden, nach unsäglichen Qualen.

Rath muss in diesem tobenden Durcheinander mehrfach seinen geschmeidigen Umgang mit Recht, Ordnung und Regeln unter Beweis stellen, um nicht zwischen den Mühlsteinen zermahlen zu werden. Bei allen Auseinandersetzungen zwischen dem sich unpolitisch gebenden Rath und der engagierten und klarsichtigen Charlotte Ritter geben beide dem Drang zu Extratouren allzu gern nach, um der Ödnis des Dienstes zu entgehen und den Fall voranzutreiben.

Dieser berührt einen Todesfall ganz besonderer Art, der seine Wurzel – wie so oft bei Kutscher – in der noch weiter zurückliegenden Vergangenheit. Märzgefallene bezieht sich auch auf Ereignisse aus dem März 1917, als während einer Rückzugsoperation gewaltige Zerstörungen im Frontgebiet angerichtet wurden. Dabei soll es zu einer folgenschweren Tat gekommen sein, die einen Beteiligten sechszehn Jahre später zu der Veröffentlichung eines Romans animiert, mit dem Titel: Märzgefallene.

»Die Operation Alberich«, sagte Roddeck. »Ich war seinerzeit mittendrin. Wir haben das Gebiet evakuiert, Straßen vermint, Schienen zerstört und in den verlassenen Dörfern Sprengfallen gelegt, Brunnen vergiftet und was sonst noch alles nötig war.«

Volker Kutscher: Märzgefallene

Volker Kutscher ist es wiederum gelungen, einen schlüssig aufgebauten, vielschichtigen Fall zu konstruieren, die unvermeidlichen Twists bei der Aufdeckung der Motive und Hintergründe erscheinen folgerichtig und logisch. Vor allem sind sie spannend und verwickelt, so dass auch Leser gewöhnlicher Krimis auf ihre Kosten kommen.

Doch ist die Atmosphäre, die Kutscher in seinen Märzgefallenen zu schaffen versteht, der heimliche Star dieses Romans. Wenn der Showdown naht, der verwickelte und komplizierte Fall gelöst ist und Rath eine Idee entwickelt, das Ganze zu einem halbwegs verträglichen Ende zu führen, wütet zeitgleich die berüchtigte Bücherverbrennung. Das ist keinesfalls nur Kulisse, aber selbst als solche wäre sie einfach großartig.

Eine Besonderheit kostet der Autor auch im fünften Band seiner Reihe voll aus: Kommissar Gereon Rath ist nicht pflegeleicht oder gar stromlinienförmig. Er hat ein gutes Händchen, Motive und Zusammenhänge aufzudecken, aber auch, sich persönlich in Schwierigkeiten zu bringen. Er ist katholisch in dem Sinne, dass Paris eine Messe wert ist – etwa durch Gefälligkeiten für und von dem Unterweltboss Johann Marlow. Diese Kooperation macht Rath faktisch zu einem bestechlichen Beamten.

Rath nickte.

Volker Kutscher: Märzgefallene

Die Ambivalenz reicht darüber hinaus in den politischen Bereich, dem die Hauptfigur mit naiver Verharmlosung und einem gehörigen Konservativismus begegnet. Das führt zu massiven Spannungen mit Charlotte Ritter, die als hehre Verteidigerin von Demokratie gezeichnet ist, Ohnmacht empfindet, Ekel und Trauer, während sie versucht, den herabstürzenden Trümmern des zerbrechenden Systems auszuweichen.

Für mich als historisch interessierten Leser sind die Verbindungen zu anderen Büchern faszinierend. Wunderbar ergänzend zu den ersten fünf Teile der Reihe ist etwa Höhenrausch von Harald Jähner, wer das Buch kennt, für den gewinnt die Handlung noch einmal beträchtlich an Tiefe. Das gilt bei der Lektüre von Märzgefallene auch für Uwe Wittstocks, Februar 33: Während Gereon Rath noch glaubt, es könne sich alles zum Guten wenden, hat ein Brain Drain durch massenhafte Intellektuellen-Flucht schon stattgefunden.

Weitere Romane der Buchreihe:
Volker Kutscher: Die Akte Vaterland.
Volker Kutscher: Lunapark.
Volker Kutscher: Marlow.
Volker Kutscher: Olympia.
Volker Kutscher: Transatlantik.

Volker Kutscher: Märzgefallene
Kiepenheuer&Witsch 2014
Gebunden 608 Seiten
ISBN: 978-3-462-04707-3

Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution

Manche Kapitel lassen den Leser fassungslos zurück. Martin Sabrows detaillreiche Studie vermeidet glücklicherweise Gleichsetzungen mit der Gegenwart. Cover Wallstein-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

In der vierten Staffel der Spielfilmserie »Babylon Berlin« findet ein Gerichtsprozess statt, der die Veröffentlichung von Details über die geheime, vertragswidrige und das Völkerrecht brechende Aufrüstung Deutschland behandelt. Ein Unrechtsprozess, entwürdigend für die angeklagten Journalisten, empörend für deren Verteidiger und die Zuschauer vor dem Bildschirm; ja, auch ein wenig stiefelig in seiner grobgezeichneten Art.

Die Meinung über die zunächst holzschnittartige Darstellung des Richters und der Prozessumstände relativiert sich auf eine – ja, man kann es nicht anders nennen – dramatische Weise bei der Lektüre von Martin Sabrows ausgezeichnetem Buch Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution. Die historische Wirklichkeit war in monströser Weise grotesk; zugleich wird die Motivation von Zeitgenossen wie dem Film-Richter aus »Babylon Berlin« von dem Vorwurf, nur ein vergröbernder Holzschnitt zu sein, freigesprochen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand der Republik ein Gegner gegenüber, der nach Stärke und Taktik für einen neuen Anlauf zum Kampf um die Macht im Land ungleich besser gerüstet war als beim ersten Putschversuch vom März 1920.

Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution

Den Leser von Sabrows detailreicher und umfassender Darstellung beschleicht recht bald ein Frösteln, das sich spätestens bei dem Kapitel über den Prozess gegen die »Organisation Consul« in großes Frieren verwandelt hat. Das, was dort geschildert wird, war kein Justizversagen; es war der gelungene Versuch, über eine Terror- und Umsturzorganisation einen Schleier zu werfen. Die Gegner agierten taktisch und strategisch vor Gericht gut, trotzdem: ohne den Beistand der Anklage (!) hätte auch das nicht gereicht.

Natürlich liest man aus der Sofaperspektive des Jahres 2023 in der Retrospektive mit, was seither geschah, den Untergang der Weimarer Republik und den Zivilisationsbruch, der Europa in den Abgrund stürzte und Millionen in den Tod riss. Die Zeitgenossen wussten das alles nicht, trotzdem waren sie hellsichtig genug, den Prozess richtig einzuordnen. Genutzt hat es nichts.

Das ist keine schlechte Justiz. Das ist keine mangelhafte Justiz. Das ist überhaupt keine Justiz.

Kurt Tucholsky, zitiert nach Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution

Timothy Snyder hat völlig zurecht darauf verwiesen, wie viele kluge Leute zur Zeit der Weimarer Republik lebten, wie viele von ihnen treu zur Verfassung standen, ihre Ansichten in dem breiten Spektrum an Medien kundtaten, in zum Teil herausragender Weise, sprachlich und analytisch die Abgründe ausleuchteten und aufzeigten. Das reichte nicht, um die Republik zu retten; sicher auch, weil es eine breitenwirksame Presse gab, der die Republik verhasst war. 

Zu den wirklich kuriosen Dingen gehört, dass sich der Staat in Gestalt der verfassungstreuen Parteien der Gefahr wohlbewusst war; um den schädlichen Einfluss der Justiz, die schon 1921 als fürchterlich antidemokratisch galt, einzudämmen, wurde ein Staatsgerichtshof in Leipzig gegründet, der sich mit staatsgefährdenden Umtrieben befassen sollte – ausgerechnet dort kam es zu der absurden Verkehrung von Anklage und Verteidigung.

Martin Sabrow schildert die Gegebenheiten und Entwicklungen mit nüchternem und kühl-analytischem Tonfall, die regelmäßig eingestreuten Pressezitate reichen neben den reinen Fakten völlig aus, den Leser unter Spannung zu halten. Ein großer Wert dieses Buches liegt darin, einmal genau zu zeigen, was es tatsächlich bedeutete, wenn eher allgemein von einer rechtslastigen Justiz die Rede ist; und wie sehr der Versailler Vertrag auch hier eine bedeutende Rolle bei der Handlungsmotivation spielte.

Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts. Joseph Wirth, Reichskanzler

Reichskanzler Wirth, zitiert nach Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution

Außerdem werden generelle Aspekte der Weimarer Republik deutlich. Einmal bestand eine tiefe Kluft zwischen Stadt und Land, während die urbanen Zentren von großen Wogen der Empörung über die Attentate durchwogt wurden, blieb die Provinz im dumpfen Zustand von Ignoranz und Gleichgültigkeit. Mancher lokale Mandatsträger wusste nichts von einem Außenminister Rathenau, geschweige denn von seiner Ermordung; die Flüchtigen erhielten trotz massiver Strafandrohung Unterstützung, keineswegs nur aus den Reihen der »Organisation Consul«.

Zweitens gelang es den demokratischen Kräften nicht, die strukturellen Defizite der Republik abzumildern. Weder die Justiz noch die Reichswehr noch die vielfältigen völkisch-rassistischen Verbände noch Verweigerer- und Rechtsbruchstaaten wie Bayern sowie erzkonservative Kräfte der Wirtschaft konnten auf einen verfassungsmäßigen Kurs gebracht werden.

Die offene Auseinandersetzung scheuten die Republikaner oft mit ängstlichem Blick auf die öffentliche Ordnung, Aufstände, wilde Streiks, Gewalt gegen Rechts und natürlich die immer beschworene Gefahr eines bolschewistischen Umsturzes waren diesen Kräften ein Gräuel; ihre Gegner hatten diese Skrupel nicht, ein Strukturmerkmal, das schon 1848 geprägt und für großes Unheil gesorgt hat. In diesem Fall hätte es vielleicht den Absichten der Putschisten in die Hände gespielt.

So ergibt sich am Ende ein ambivalentes Fazit: Die vom Weimarer Rechtsputschismus gelegte Spur der Gewalt reichte weit über 1921/22 hinaus, aber in einer ungebrochenen Kontinuitätslinie zum Rechtsterrorismus nach 1945 steht sie nicht.

Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution

Die größte Stärke von Martin Sabrows Buch bildet zugleich die größte Herausforderung für den Leser: Detailreichtum und Vielschichtigkeit der einander überlappenden Themenbereiche aus unterschiedlichen Perspektiven entreißen dem Zwielicht eine umfassende rechtsgerichtete Verschwörung gegen die junge Republik und grenzen sie gegenüber der – letztlich siegreichen – nationalsozialistisch-völkischen ab. Hier die überkommene putschistische Hermann Ehrhardts, dort die populistische Adolf Hitlers.

Ganz besonders segensreich an diesem sehr lesenswerten Buch ist, dass der Autor der Verlockung entgegentritt, die Morde der 1920er Jahre mit denen der Gegenwart gleichzusetzen; er vergleicht, nennt Gemeinsamkeiten und weist nachdrücklich auf die Unterschiede der Mordserie in der frühen Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland vor und nach 1990 hin. Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution bildet eine wunderbare Grundlage dafür, um über Rechtsterrorismus und Rechtsstaat in unserer Zeit nachzudenken.

Verwiesen sei in diesem Zusammenhang noch auf den Roman von Das Spinnennetz von Joseph Roth, der von Oktober bis November 1923 als Fortsetzungsroman erschien und in seiner abrupten, temporeichen Form geradezu wie ein literarisches Echolot der rechten Gewalt wirkt – wenige Tage von Hitlers Novemberputsch. Auch die Verfilmung des Romans mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle des Weltkriegsleutnants Theodor Lohse ist sehenswert. 

[Rezensionsexemplar, daher Werbung]

Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution
Wallstein-Verlag 2022
Gebunden 334 Seiten
ISBN: 978-3-8353-5174-5

Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler

Buchcover von ‚Allein gegen Hitler‘ von Wolfgang Benz mit dem Untertitel ‚Leben und Tat des Johann Georg Elser‘. Im Vordergrund ein historisches Foto eines jungen Mannes in Anzug und Krawatte, der auf einer Straße geht. Im Hintergrund ein schwarz-weißes Foto von zwei Personen vor einem zerstörten Gebäude. Zitat im Bild: ‚Ich wollte ja durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern.‘
Manchmal kann ein Einzelner den Gang der Weltgeschichte verändern, Johann Georg Elser ist nur ganz knapp daran gescheitert. Cover C.H.Beck, Bild mit Canva erstellt.

Wie kann man über einen Menschen schreiben, der so verschwiegen war, wie Johann Georg Elser? Der Attentäter, der Hitler hätte bereits 1939 töten und den Gang der Weltgeschichte auf dramatische Weise ändern können, hat faktisch nichts Schriftliches hinterlassen. Wolfgang Benz wählt in seinem Buch Allein gegen Hitler den Weg, die historische Person in ihre Zeit einzubetten, die Äußerungen über Elser einzuordnen und seine Handlungen für ihn sprechen zu lassen.

Auf den ersten Blick könnte man Elser für ein Musterbeispiel des »Einsamen Wolfes« halten, ein klischeehaftes Bild, das ein ganz besonders ausgeprägtes Gefährdungspotenzial andeutet. Angesichts des nur um Haaresbreite gescheiterten Attentats scheint das nicht falsch zu sein. Auf den zweiten Blick entspricht die historische Person diesem Klischee aber nicht, wie sein Sozialleben in Vereinen, seine Musikalität, und auch die Liaisons mit Frauen belegen.

Die Quellenlage zu Elser ist extrem dürftig – gemessen an der historischen Zeit, in der Historiker eher mit einem Zuviel an Material zu kämpfen haben, und damit auch im Vergleich zu anderen Widerständlern, wie den Geschwistern Scholl oder Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Diese haben im Gegensatz zu Elser die Abgründe des Hitler-Regimes sehr viel später erkannt, dafür mehr von ihren Beweggründen überliefert.

Was Georg Elser zum Widerstand getrieben hatte, sein Aufbäumen gegen den Verlust aller Freiheit und Selbstbestimmung des mündigen Menschen, gegen die nationalsozialistische Usurpation der Gesellschaft hatte den Höhepunkt im Lagerdasein.

Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler

Das beleuchtet einen ganz wichtigen – und für manchen vielleicht auch unheimlichen – Wesenszug von Elser, der tatsächlich ganz allein daranging, Adolf Hitler zu töten, bevor dieser die Welt vollständig in den blutigen Abgrund eines Zivilisationsbruchs stürzen konnte. Natürlich waren auch die anderen Widerständler in gewisser Hinsicht isoliert, sie hatten aber einen Kreis um sich, der einen gewissen Austausch ermöglichte. Elser blieb das verwehrt.

Man sollte sich vor Augen führen, was das für Elser bedeutete, wenn er etwa von Zweifeln geplagt wurde oder mit Hindernissen zu kämpfen hatte. Er hat sich diesen Herausforderungen allein stellen müssen und sie bewältigt. Benz unterstreicht dankenswerterweise, dass Elsers Vorgehen im Gegensatz zu dem der Militärs einwandfrei funktionierte: technisch, vom Timing, aber auch hinsichtlich der Sprengwirkung. Nur ein Zusammenspiel von Zufällen ließ das Attentat scheitern.

Natürlich tritt dem Leser kein Superheld entgegen, sondern eine vielschichtige und widersprüchliche Person. Benz beleuchtet die Grenzen Elsers, etwa sein für den Eigenschutz verheerendes Verhalten direkt vor und nach dem Attentat. Da seine Bombe über einen Zeitzünder wirkte, hätte er vorher fliehen oder sich verbergen, untertauchen können. Stattdessen ist Elser noch kurz zuvor in den Bürgerbräukeller zurückgekehrt, um sich zu vergewissern, dass die Apparatur auch funktionierte.

Das hat sie. Elsers Fluchtversuch endete hingegen in den Fängen der Behörden. Was dann geschah, ist einerseits erwartbar gewesen, andererseits in gewisser Hinsicht kurios und für die Herrschaft Hitlers bezeichnend; ja, ich würde sogar soweit gehen, dass sich darin bereits Spuren für den Untergang des gesamten NS-Systems und des von ihm durchdrungenen Reiches erkennen lassen. Elsers Tat ist entlarvend für die (Selbst-)Lügen des Hitlerismus gewesen.

Sein Attentat hat auch deswegen funktioniert, weil die Sicherheitsvorkehrungen infolge ideologischer Verblendung und Inkompetenz unzureichend gewesen sind. Im Nachgang wurden diese zwar verschärft, gleichzeitig aber die sachlich korrekten Ermittlungen zugunsten des NS-Weltbildes einem grotesken Phantom angepasst; ein Handlungsmuster, das bereits beim Reichstagsbrand 1933 eine Rolle spielte und für Deutschland bis 1945 prägend blieb.

Er sah früher als andere, besser gebildete und sonst besser situierte die Folge nationalsozialistischer Gewaltpolitik voraus, und er zog Konsequenzen aus dem, was er mit scharfem Verstand beobachtete und unbestechlich analysierte.

Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler

Bedrückend, irritierend und lehrreich ist das Kapitel über die Zeit nach 1945. Die irrwitzigen Berichte über Johann Georg Elser, vorgebracht von Mithäftlingen wie Martin Niemöller oder dem englischen Agenten Best, die ihn gleichwohl niemals sprachen und bestenfalls zufällig sahen, sind atemberaubend. Das gilt auch für die schwurbelnden, raunenden Legenden, die seitens ehemaliger SS-Leute verbreitet wurden, aber auch für die abweisende Reaktion seines Umfeldes, auf Versuche, Elser als Person historiographisch oder journalistisch nachzuspüren.

Nach Elsers Tat sind Millionen Menschen gestorben, die bei einem Erfolg und Hitlers Tod vielleicht nicht hätten sterben müssen. Der Attentäter ist im Gegensatz zu Stauffenberg nach dem Krieg verkannt, verleumdet oder ignoriert worden. Möglicherweise ist seine mündige Tat manchem Nachgeborenen unangehörig gewesen, sicherlich hat die Propaganda der Nazis nachgewirkt. Es ist kein Zufall, dass Elsers Verhaftungsfoto die am meisten verbreitete Darstellung des Attentäters war, auf dem er einem aufgegriffenen Landstreicher glich.

Johann Georg Elser eignete sich nicht zum Helden, sein Aufbegehren passte nicht zum Nachkriegsdeutschland; erst spät ist er zur Lichtgestalt aufgestiegen. Dazu habe verschiedene Bücher und Filme beigetragen, etwa die Verfilmung durch und mit Klaus Maria Brandauer, der sich eine Reihe von Freiheiten gestattet hat, im Kern aber die Tat Elsers endlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und einen angemessenen Platz zugewiesen hat, wie Wolfgang Benz in seinem Buch aufzeigt.

»Zu Recht sehen die Nachgeborenen Georg Elser […] als besonders authentischen Widerstandskämpfer«, heißt es da am Ende, wenn die Person Elsers aus dem Schatten der Vergangenheit geholt wurde, soweit das angesichts der Grundlagen möglich ist. Daher wünscht man diesem Buch viele interessierte, kluge und nachdenkliche Leser.

[Rezensionsexemplar, daher Werbung]

Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler
Leben und Tat des Johann Georg Elser
C.H. Beck 2023
Gebunden 224 Seiten
ISBN: 978-3406800610

John Buchan: Der Übermensch

Ein Klassiker im Wortsinne. Spannend. Atmosphärisch. Originell. Cover Elsinor, Bild mit Canva erstellt.

Zum Zeitpunkt dieser Buchbesprechung ist John Buchans Roman Der Übermensch einhundertzehn Jahre alt, beinahe so betagt wie Bilbo Beutlin zu Beginn von Der Herr der Ringe. Ein staunenswerter Schatz für Thriller-Leser, die schnell von der Atmosphäre und der spannenden Geschichte erfasst und bis zu ihrem Ende nicht mehr losgelassen werden. Man entdeckt so viel Vertrautes aus aktuellen Polit- und Spionagethrillern!

Selbstverständlich schlägt sich die Entstehungszeit in vielfältiger Weise in der Handlung nieder. Da wäre die Hauptperson, Edward Leithen, ein Angehöriger der britischen Oberschicht, die er in gewisser Hinsicht fast klischeehaft personifiziert. In seinem natürlichen Habitat London ist er als Anwalt und Parlamentarier tätig, sehr gut vernetzt, nicht nur durch die Mitgliedschaft in einem Club.

Eine Männerwelt, die einiges an Staub angesetzt hat; Frauen spielen in diesem Roman fast gar keine Rolle, von Ethel als züchtige Ehefrau eines Freundes abgesehen, die ihre Klugheit in Leithens Augen dadurch unter Beweis stellt, dass sie tut, was er ihr sagt. Dieser Roman besitzt aber auch wegen seines Alters eine Menge Charme, was nicht zuletzt an der – leicht gestelzten – Schilderung der Stadt liegt, aber auch an originellen Grenzüberschreitungen.

Die Aussicht auf eine Reise stieg bei ihm immer zu Kopfe wie Wein.

John Buchan: Der Übermensch

Die Hauptfigur gehört den Konservativen an, sein bester Freund Tommy ist Labour-Abgeordneter; auch ein wichtiger Unterstützer Leithens bei seinen Abenteuern, ein gewisser Chapman, gehört zur Labour-Fraktion. Der Ich-Erzähler macht sich über die Zweiwelten-Beziehung beider Parteien lustig: Öffentlich beharke man sich wie die Kesselflicker, privat pflege man freundschaftliche Beziehungen.

Leithens Freund Tommy  gerät in die Bredouille und bringt durch seinen leichtfertigen Aktivismus das Unheil und damit die Handlung in Gang. Ein Freund von ihm, Pitt-Heron, hat London und England geradezu fluchtartig verlassen, er scheint mit ebenso anrüchigen wie gefährlichen Kreisen kooperiert zu haben, die ihm nach Leib und Leben trachten.

Es entspinnt sich ein Spiel, das den Leser augenblicklich in Bann zieht. Leithen bleibt in London, während der Action-Teil des Romans in der Ferne, Russland, Buchara, stattfindet;  Hauptfigur und Leser werden nur durch kurze Nachrichten, etwa Telegramme, über den Fortgang der Jagd bruchstückhaft informiert. Leithen versucht, die Entwicklung durch logische Überlegungen zu konstruieren und sein eigenes Vorgehen darauf abzustimmen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie einen ungewöhnlichen Namen nur einmal zu hören brauchen, uns Sie werden ihm dann eine Zeitlang immer wieder begegnen?

John Buchan: Der Übermensch

Auf den ersten Blick sind es Zufälle, die Leithen voranbringen. Begegnungen, Beziehungen, Gespräche und die Rückschlüsse, die von der Hauptfigur gezogen werden – in Wirklichkeit fallen sie dem Spurensucher wegen seiner Hatz nach Zusammenhängen zu. Nur die Begegnung mit dem Erzbösewicht geschieht durch ein mittlerweile klassisches Motiv aus der Welt des Zufalls: Eine Automobilpanne zwingt Leithen zur Übernachtung in einem Landhaus.

Buchan gibt dem Widersacher, der als solcher offen agiert und gar nicht erst enttarnt werden muss, eine Stimme und die Möglichkeit, Leithen und Leser sein Weltbild (und damit die Ursache der ganzen Probleme) vorzuführen. Dabei geht der Autor geschickter vor, als viele moderne Thriller-Autoren oder Bond-Verfilmer, die den »Was bin ich doch genial«-Monolog vor der Showdown-Acitionszene deplatzieren.

Der Herr einer ziemlich nebulösen Geheimorganisation namens »Kraftwerk« (The Power-House, wie der englische Originaltitel lautet) lässt sich gegenüber seinem Gast in einer schaurig-gemütlichen Kaminzimmer-Düsternis darüber aus, dass man sich der Illusion hingäbe, die Zivilisation sei geschützt; diese Schein-Ordnung basiere aber auf Mittelmäßigkeit, einer Regierung voller zweitrangiger Figuren. Ein entschlossenes Genie werde das System umstoßen.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie brüchig diese Zivilisation eigentlich ist, auf die wir alle so stolz sind?

John Buchan: Der Übermensch

Damit bekommt der Gegner Leithens eine monströse Gestalt, weil er ebensolche Ziele verfolgt. Die Handlung touchiert ein wesentliches Motiv, das in variierender Form mehr oder weniger alle Politthriller bis in die Gegenwart berühren: Der dünne, verletzliche Firnis der Zivilisation, die 1913 natürlich ein etwas anderes Gesicht hat als 2023.

Nach dieser Begegnung nimmt der Roman Fahrt auf. Das sommerlich-leichtfüßige London wird für den Protagonisten zu einem Ort der Bedrohung, denn das »Kraftwerk«  ist ein kampfkräftiger, skrupelloser und mächtiger Gegner. Genretypisch gerät der Held in lebensbedrohliche Situationen, wird auf eine wunderbar dramatische Weise durch Londons Straßen gehetzt, während er versucht, seinen Häschern zu entkommen.

Der Übermensch von John Buchan ist sehr lesenswert für alle, die Polit- und Spionage-Thriller mögen. Natürlich atmet der Erzählstil noch das 19. Jahrhundert, für mich war es aber angenehm, einen klassisch erzählten Roman zu lesen. Nach dem Ende wartet noch ein ausführliches Nachwort von Martin Compart, das sehr informativ ist und den Leser die Bedeutung des Romans für das Genre vor Augen führt.

Ebenfalls in der Reihe erschienen & besprochen:
Fearing, Kenneth: Die große Uhr.
A.D.G.: Die Nacht der kranken Hunde.
John Mair: Es gibt keine Wiederkehr.
Derek Marlowe: Ein Dandy in Aspik.
Richard Hallas: Wer verliert gewinnt.

John Buchan: Der Übermensch
aus dem Englischen von Jakob Vandenberg
Elsinor Verlag 2022
Broschiert 160 Seiten
ISBN: 978-3-942788-67-0

[Rezensionsexemplar, daher Werbung]

Andrej Kurkow: Samson und Nadjeschda

Ein wunderbarer Roman mit handfester Ermittlerarbeit im Kyjiw des Jahres 1919. Cover Diogenes, Bild mit Canva erstellt.

Der Bürgerkrieg zwischen den Roten und Weißen im Gefolge der Oktober (November)-Revolution 1918 bildet den Auftakt für zwei äußerst blutige Jahrzehnte in der Sowjetunion. Erst nach Stalins Tod Anfang der 1950er Jahre ist der Blutzoll im geographisch größten Land der Erde, das politisch, gesellschaftlich, technologisch und in vielen anderen Bereichen immer noch weit vom Westen entfernt ist, geringer geworden.

Buchstäblich mitten hineingeworfen in den Strudel aus Gewalt wird der Leser des Romans Samson und Nadjeschda von Andrej Kurkow. Die Hauptfigur verliert seinen Vater durch den Säbelhieb eines Kosaken und sein Ohr. Eine dramatische Szene, direkt am Anfang, die jedoch keine falschen Erwartungen wecken sollte: Action und explizit geschilderte Gewalt halten sich über weite Strecken der erzählten Geschehnisse in Grenzen.

In diesen Zeiten ist manchmal auch nicht klar, wo das Gute ist und wo das Böse.

Andrej Kurkow: Samson und Nadjeschda

Stattdessen erzählt Kurkow seine Geschichte in einem eher plüschig wirkenden Tonfall. Gesetzt und gediegen wirken Sprache und Handlungsweise Samsons, in gewisser Weise Teil des kleinen, vorrevolutionären Bürgertums. Er taumelt. Der Krieg hat die Gesellschaft ohnehin erschüttert, Revolution, Bürgerkrieg und Gesetzlosigkeit haben der Sicherheit den Garaus gemacht. Alles wirkt improvisiert, chaotisch, viele Zeitgenossen führen Tätigkeiten aus, für die sie gar nicht qualifiziert sind.

Die Konfrontation mit dem Tod seines Vaters und der eigenen Verstümmelung vertiefen die Orientierungslosigkeit des Protagonisten. Kurkow lässt ihn einige Zeit durch Kyjiw irren, bei seinem Versuch, in der sich rasant verändernden Welt Fuß zu fassen. Die neue Macht in der ukrainischen Großstadt macht sich recht bald durch zwei Rotarmisten bemerkbar.

Die beiden Soldaten kundschaften Samsons Wohnung aus, indem sie vorgeben, Nähmaschinen zu suchen, um sie zu requirieren; etwas später quartieren sie sich unter Vorlage eines obskuren Dokuments bei ihm ein, besetzen ein Zimmer und verwenden die Bleibe, um ihre Beute abzustellen. Die Rotarmisten nutzen nämlich die halbanarchischen Zustände als Gelegenheit, um sich zu bereichern.

Samson wird nach einigem Vorlauf und mehr durch Zufall Teil der neuen Macht, indem er der Miliz beitritt und Teil der Ordnung wird. Das ist fast ein wenig komisch, denn von polizeilichen Ermittlungen versteht er überhaupt gar nichts; trotzdem findet er sich plötzlich bewaffnet, mit entsprechenden Papieren und Kleidung ausgestattet auf der Seite der Bolschewisten wieder – ohne selbst einer zu sein.

»Ordnungen gibt es verschiedene.« Der Arzt biss sich auf die Lippen. »Es gibt die bolschewistische Ordnung, es gibt die anarchische von diesem Machno, und es gibt die weiße, denikinsche. Sie stehen alle auf keinem Papier und ändern sich wie das Wetter in England.«

Andrej Kurkow: Samson und Nadjeschda

Merkwürdig indifferent bleibt die Haltung Samsons, die am ehesten mit dem Drang nach bürgerlicher Anständigkeit beschreibbar wäre. Nadjeschda, die erst nach einer geraumen Zeit und dann auch noch im Rahmen heiratsvermittlerischer Aktivitäten der Hausmeisterwitwe in Samsung Heim auftritt, ist ganz anders: Sie verkörpert jenen zukunftsoptimistischen Sowjetbürger, der sich ebenso entschlossen wie naiv in den Dienst der Sache stellt. Nadjeschda, obschon im Titel genannt, bleibt recht blass und passiv, was ein wenig schade ist.

Die Lage ist aber während der gesamten Handlung begleitet von dem Eindruck einer nahen Bedrohung. Immer wieder ist von den Weißen und ihren Generälen die Rede, es gibt Aufstände, an deren Niederschlagung auch die Miliz teilnehmen soll. Militär und Polizei sind ohnehin eng miteinander verwoben, oft begleiten Rotarmisten Samson bei seinen Ermittlungen, umgekehrt muss er an nächtlichen Patrouillen teilnehmen.

Der Protagonist bleibt von einem Kampfeinsatz verschont, angesichts der Erbarmungslosigkeit, die im Buch nur genannt, nicht explizit beschrieben wird, für Samson ein ein großes Glück. Brutal geht es aber auch in den Straßen Kyjiws zu, als Gefangene aus den Kellern des Polizeigebäudes ausbrechen. Ein Toter liegt lange auf der Fahrbahn vor dem Gebäude des Miliz; Samson wird von seinem Kollegen davon abgehalten, einem Fliehenden in den Rücken zu schießen.

Samson, den Nagant im Anschlag, versuchte schnell zu entscheiden, in welchen der sich entfernenden Rücken er schießen sollte. »Lass das«, hielt ihn Wassyl auf. »Was bringt dir das?«

Andrej Kurkow: Samson und Nadjeschda

Unterdessen entwickelt sich tatsächlich ein Kriminalfall, eng verwoben mit dem politischen Durcheinander. Ohne die nötige Schulung, gar nicht zu reden von Ausrüstung und Erfahrung, macht Samson sich daran, den Mörder eines seiner Kollegen aufzuspüren. Dabei nutzt der findige Ermittler-Frischling aber auf intelligente Weise seine bzw. Nadjeschdas Möglichkeiten, die im statistischen Büro arbeitet und an einem Zensus beteiligt war – ein Ansatz für Samson, seinen Fall voranzubringen, der auf eine Weise schön aufgelöst wird.

Samson und Nadjeschda ist kein klassischer Krimi, wie deutlich geworden sein dürfte. Die Ermittler-Tätigkeit des Helden ist einem Zufall geschuldet, von dem Versuch, sich zu orientieren, in der aus den Fugen geratenen Welt einen Platz zu finden und anständig zu bleiben. Eigentlich ist das zum Scheitern verurteilt und man darf gespannt sein, wie lange es Kurkow gelingt, seinen Helden unbescholten durch das blutige Chaos zu lavieren.

Ach, ja: das Ohr. Samson bewahrt sein Ohr auf, denn es leistet ihm als abgetrennter Körper weiterhin gute Dienste, weil es ihn hören lässt, was im Umfeld des alleinstehenden Organs geschieht. Eine skurrile, alle Realitäten verspottende Idee, die aber gerade im Rahmen des sowjetischen Realismus einen gehörigen Charme hat. Möglicherweise ist das Ohr Kurkows zwinkerndes Auge in Bezug auf die historische Bodenständigkeit seines Romans.

Andrej Kurkow: Samson und Nadjeschda
aus dem Russischen von Johanna Marx und Sabine Grebing
Diognes 2022
Hardcover Leinen 368 Seiten
ISBN: 978-3-257-07207-5

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Alexander Preuße

Theme von Anders Norén — Hoch ↑