
Der Blick in die Verlags-Vorschauen des Frühjahres 2026 unterschied sich von den Vorjahren beträchtlich. »Nur« 20 Bücher haben es auf meine Liste möglicher Rezensionsexemplare geschafft, ein Drittel / Viertel von der gewöhnlichen Anzahl. Zwei Bücher aus dem Verlag edition.fotoTAPETA sind hier nicht mit Cover abgebildet.
Die Bücher werde ich selbstverständlich nicht alle lesen, in erster Linie aus Zeitgründen, aber auch wegen thematische Aspekte. So schätze ich den Autor Olivier Guez seit seinem Roman Das Verschwinden des Josef Mengele sehr, aber ob sein neues Werk tatsächlich den Weg zu mir findet, wage ich zu bezweifeln. Wie gesagt: Das Thema klingt interessant, doch das reicht nicht.

Das gilt für fast alle hier aufgeführten Bücher, die mich auf die eine oder andere Weise ansprechen. Vier Werke will ich jedoch lesen und besprechen:
Die Irrfahrt der St. Louis
Die Abschottung der Welt
Wer verliert gewinnt
Eine Kultur des Trotzdem (ohne Bild)
Ein Klassik-Thriller mit dem Titel Wer verliert gewinnt von Richard Hallas aus dem Elsinor-Verlag, auf den ich vor genau drei Jahren aufmerksam geworden bin. Seitdem habe ich knapp ein Dutzend Bücher aus dem unabhängigen Klein-Verlag gelesen und bin auf den großartigen Arthur Koestler und die Buch-Reihe um klassische Thriller-Literatur aufmerksam geworden.
Der Essay Eine Kultur des Trotzdem von Volodymyr Jermolenko (kein Coverbild) setzt meine lockere Lesereise Ukraine Lesen fort. Europa hilft der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland, aber das ist keine einseitige Angelegenheit, denn die Ukraine hilft auch Europa, mein Autor Jermolenko. Die edition.fotoTAPETA ist der zweite unabhängige Klein-Verlag, den ich sehr zu schätzen weiß, dank des Fokus auf (ost-)europäische Themen.
Mit Die Irrfahrt der St. Louis von Sara Delabella und Alessio Lo Manto bekommt meine Graphic-Novel-Sektion Zuwachs. Wie alle anderen von mir besprochen Graphic Novels dreht sich auch diese um ein ernstes Thema, der (verhinderten) Flucht von Juden aus dem nationalsozialistischen Deutschland.
Thematisch passend dazu ist der Band Die Abschottung der Welt von Susanne Heim. Das Buch aus der Historischen Biblithek der Gerda Henkel Stiftung befasst sich mit den dramatischen wie auch oft tragischen Umständen der jüdischen Bevölkerung im Angesicht der nationalsozialistischen Verfolgung.
Erwähnen möchte ich hier noch einen Roman, den ich bereits gelesen habe: Ketzer von Leonardo Padura. Im ersten der drei Abschnitte befasst sich der Autor mit der St. Louis. Auch in Havanna auf Kuba versuchte der Kapitän des Schiffes, seinen Passagieren die Möglichkeit eines Fluchtortes zu verschaffen. Vergeblich. Grund genug, den Roman noch einmal zu lesen, im Rahmen meines Leseprojektes Wiedergelesen 4für2026.




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