Alexander Preuße

Schriftsteller - Buchblogger

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Meron Mendel: Über Israel reden

Über Israel wird hierzulande viel zu viel geredet und zu wenig anderen zugehört. Ein Streifzug durch Abgründe einer immer grotesker werdenden Debatte, die der Lösung des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern in keiner Weise verpflichtet ist. Cover Kiepenheuer&Witsch, Bild mit Canva erstellt.

Am 07. Oktober 2023 verübte die Hamas einen umfassenden Terrorangriff auf Israel. Meron Mendels Buch Über Israel reden erschien gut ein halbes Jahr vor dieser unmenschlichen, grausamen und propagandistisch umfassend orchestrierten Attacke. Was im Gefolge dieser mitleidlosen Schlächterei an Zivilisten geschah, hat mich persönlich fassungslos gemacht.

Offener und versteckter Antisemitismus, Israelfeindlichkeit (was nicht dasselbe ist, wie Mendel darlegt) verbunden mit Äußerungen, die frei von Empathie waren, dafür voller ideologischer Formeln, menschenfeindlicher Phrasen und Versuchen der Instrumentalisierung. Es erschien allein wichtig, sich zu positionieren, Haltung zu zeigen, sich von der eigenen Anhängerschaft beklatschen zu lassen und anders Denkende als »Feinde« zu diffamieren und zu behandeln.

Aktuell gib es kaum noch einen Raum, in dem man die Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten offen analysieren könnte – jenseits von ideologischen Festlegungen und Vorurteilen. Derzeit scheint der einzige Zweck einer Debatte darin zu bestehen, die jeweils eigene Position zu verkünden, von Fans bestätigen zu lassen und die Ansichten des Gegners zu delegitimieren.

Meron Mendel: Über Israel reden

Mittlerweile hat sich mein Bild etwas geklärt, was vor allem an dem Buch von Mendel liegt. Der Autor unternimmt eine weite Reise in den Abgrund, er beschreibt und analaysiert eine ganze Reihe von Dingen, wie sie im Gefolge des Terrors zu erleben waren. Der Untertitel Eine deutsche Debatte verrät seinen Schwerpunkt, dennoch ist es auch dann hilfreich, wenn man auf Äußerungen von Greta Thunberg, linken US-Demokraten, Promis aller Genres usw. stößt.

In Deutschland geschieht der Umgang mit Israel wegen des Holocaust sehr speziell. Mendel geht auf den historischen Umgang mit der Judenverfolgung und -vernichtung ein, er befasst sich mit dem Wandel, der sich in den zurückliegenden siebzig Jahren vollzogen hat. Es ist bemerkenswert, wie sehr sich linke Positionen teilweise soe veränderten, dass sie konsensfähig mit dem wurden, was auf ultrarechter Seite postuliert wurde.

Atemberaubend sind manche Bemerkungen, von denen der Autor berichtet. Seien es deutsche Lehrer, Weltautoren wie Günter Grass, Journalisten der Springer-Presse, Terroristen der RAF, FDP-Politiker, Altgrüne, aber auch auf den ersten Blick harmlos wirkende Bemerkungen, wie Angela Merkels Wort von der »Staatraison« Deutschlands, Israel zu schützen. (Was heißt in dem Zusammenhang eigentlich »Staatsraison«?)

Mendel stellt vieles infrage und stellt manches auch bloß. Wenn der Schleier verschwindet, blickt man in die Fratze allzu vertraut wirkender Vorurteile, Plattitüden, antijüdischer Zuschreibungen und Verschwörungsgeraune. Um Israel bzw. den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern geht es in den Äußerungen dabei selten genug, eher um Schuldzuschreibungen und Entlastung von historischer Verantwortung.

Breiten Raum bekommt das Phänomen namens BDS, was für Boycott, Divestment and Sanctions  steht. Bewusst ist hier von »Phänomen« die Rede, das scheint doch eher eine geisterhafte Erscheinung zu sein, vielfältig, schillernd, amorph, vernetzt und totalitär, aber trotzdem keine zentrale Organisation. Das erschwert den korrekten Umgang mit klar israelfeindlichen und antisemitischen Äußerungen und Aktionen des BDS.

Für jemanden, der in Israel geboren und sozialisiert wurde, und sich selbst als links empfindet, ist es schwer erträglich, wie linke Gruppierungen mit dem Thema umgehen. Ein beliebter Ansatz Linker ist die Unterteilung der Welt in Opfer und Täter, da Juden und Palästinenser zwei Opfergruppen sind, werden dramatische Verbiegungen unternommen, um Juden zu Tätern umzudichten und in die antiamerikanische Weltsicht einzuhegen.

Die Debatte ist emotional aufgeladen, von einem ganzen, immer größer und komplizierter werdenden Strauß an Interessen geprägt, deren Wortführer jede Gelegenheit wahrnehmen, das Thema Israel zu instrumentalisieren. Über Israel reden zeigt dem Leser auf eine bemerkenswert sachliche und differenzierte, nachdenkliche Weise, wie seit Jahrzehnten von wem in Deutschland geredet wird.

Recht oft musste ich während des Hörens an das Buch von Die Verlockung des Totalitären von Anne Applebaum denken. Die dort genannte Diagnose, dass viele Menschen mit totalitären Neigungen weder Widersprüche noch den sich daraus ergebenden Streit bzw. Lärm noch die fehlenden einfachen Lösungen aushalten können, trifft wohl auch auf viele Äußerungen zum Thema Israel zu.

Das wäre vielleicht auch eine Antwort auf die Frage, warum sich so viele sich in unerbittlicher, ja totaler Weise zum Thema äußern, obwohl sie weder betroffen noch von Kenntnis geküsst sind.

Meron Mendel: Über Israel reden
Eine deutsche Debatte
Kiepenheuer&Witsch 2023
Gebunden 224 Seiten
ISBN: 978-3-462-00351-2

John Mair: Es gibt keine Wiederkehr

Ein Anti-Held, vielleicht der erste des Thriller-Genres, von außergewöhnlich vielschichtiger Gestalt, ist einer der großen Pluspunkte dieses spannenden, wendungsreichen und oft verblüffenden Romans. Cover Elsinor-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Man kommt nicht umhin, den Vergleich zu James Bond oder Mission Impossible zu ziehen. Gemeinsam ist den Filmen und dem Polit-Klassiker von John Mair, dass eine mehr oder weniger globale (und ein wenig groteske) Verschwörung im Gange ist. Völlig verschieden sind allerdings die Helden, Desmond Thane hat wenig bis nichts mit James Bond oder Ethan Hunt gemein. Dieses Spannungsfeld von Vertrautem und Fremden ist einer der Gründe, die aus Es gibt keine Wiederkehr einen tollen Roman machen.

Anders als Bond und Hawk wird Thane in die Verschwörung auf einem Umweg und gegen den eigenen Willen verstrickt. Es ist eine krude Mischung aus Passivität, Aggression, feiger Schwäche und Übersprungshandlung aus Eifersucht, die den Boulevardjournalisten zu einer Mord-Tat treiben. Die hat er zwar bereits gedanklich erwogen, aber eigentlich verworfen. Durch die Tötung gerät er immer wieder in nahezu aussichtslose Situationen, aus denen er sich oft nur äußerst knapp befreien kann. 

Während die Filmheroen mit spektakulären Fähigkeiten und gewitzten Tricks kritische Situationen bewältigen, spinnt Thane Lügen, manipuliert, schachert und wendet Gewalt an. Ein Anti-Held, trotz seiner durchaus bemerkenswerten Fähigkeiten. Dank seiner Intelligenz und Kommunikation, einem entsprechenden Auftreten sowie der Kunst, aus dem Stand Lügengespinste zu weben, gelingt es ihm immer wieder, sich aus einer aussichtslosen Lage herauszuwinden.

Sie war stark. Sie war ungewöhnlich. Sie zog ihn an.

John Mair: Es gibt keine Wiederkehr

Thane umgibt eine Aura leichtfertiger Ruchlosigkeit, sein Gewissen meldet sich nur selten, obwohl es allen Grund dazu hätte. Hand in Hand geht das mit einer spektakulären Unberechenbarkeit der Hauptfigur, der wirklich alles zuzutrauen ist. Das sorgt für rasante, ja haarsträubende Wendungen im Verlauf der Handlung.

Mair setzt geschickt auf die Verwirrung und Irreführung des Lesers. Schon die ersten Seiten sind eine imponierende Komposition aus nüchtern-sachlichen Abschnitten eines Lexikons über Giftpilze und kruden Kommentaren der – da noch unbekannten – Hauptfigur zu den tödlichen Auswirkungen: Sie erscheinen ihm »gut!«, »zu langsam«, in der Sterblichkeitsrate »hervorragend«, er ermahnt sich pendantisch »weiter prüfen«.

Obwohl er sich an einem Ecktisch des Lesesaals akribisch Notizen machte, wusste er nur zu genau, dass er Anna Raven niemals töten würde.

John Mair: Es gibt keine Wiederkehr

Der Autor legt sich mit diesem Satz fest, es ist ein Schein-Fundament, auf der sich die Unberechenbarkeit entfaltet, die Thane so auszeichnet. Jene Anna, die Thane töten will, lernt er zufällig in einem Café kennen. Sie ist äußerlich nicht sein Typ, reizt aber durch ihre Offenheit, ihre Ausstrahlung und Selbstbewusstsein. Ein sehr modernes Szenario, in dem die Frau zeituntypisch die dominierende Rolle übernimmt und den unsicheren Man in emotionale Bedrängnis bringt.

Bei dieser Begegnung wird dem Leser wirklich bewusst, dass die Geschichte im Krieg spielt – die Äußerung, Anna spreche das Englische in einer Weise, „das nach jener unnatürlichen Übergenauigkeit des gebildeten Ausländers klang“, lässt hellhörig werden. Eine Agentin, vielleicht sogar aus Hitlers nationalsozialistischem Reich?

Anna umwittert eine Aura der Unnahbarkeit, ein Teil ihres Lebens bleibt vor Thane verschlossen, ihr Verhältnis hat nur eine relativ begrenzte Schnittmenge. Eigentlich käme das der Hauptfigur entgegen, in diesem Falle macht sich eine gefährliche Gefühlsmischung breit, die Thane zu mehreren aggressiven und gefährlichen, ja auch für ihn untypischen Handlungen treibt, um der emotionalen Zwickmühle zu entkommen.

Mit der letztlich ungewollten Tötung Annas geraten die Dinge ins Rollen. Mair spielt ganz großartig mit Tempowechseln, lässt die Spannung und Dramatik in die Höhe schnellen und seinen irrlichternden Helden unvermutet dahintreiben, als wäre alles ganz harmlos und in allerbester Ordnung. Die Gefahr ist wie ein steter Donner am Horizont, fern, aber immer präsent.

Menschen aus der Kulturszene vergessen oft, dass die Macht in den Händen eines ganz anderen Menschenschlags liegt.

John Mair: Es gibt keine Wiederkehr

Mair wechselt die Perspektive und bricht gezielt den Erzählstil. Er lässt mit einem formalistisch gestalteten Protokoll die Verschwörer zu Wort kommen, denen Thane unbeabsichtigt auf die Schliche gekommen ist. Die Bedrohung für die Welt ist – gelinde gesagt – hanebüchen, die Pläne der Verschwörer sind hochfliegend, ihre Mittel und Aussichten fragwürdig. Gefährdungen wie Thane verfolgen sie aber unerbittlich.

Der Autor selbst hat den Kriegsbeginn miterlebt und seinen Roman in die Zeit hineingeflochten: Die häufigen Luftalarme und einige Angriffe der deutschen Luftwaffe nehmen einen gewissen Raum ein, auch die Nachrichten von der Front und jene oft merkwürdigen Begegnungen mit Offizieren der britischen Armee spielen eine Rolle, doch von jenem totalen Ausmaß, den der Krieg gegen Deutschland rückblickend zu kennzeichnen scheint, ist erstaunlich wenig zu merken.

Der Krieg ist da, wie die Luftverschmutzung oder ein zu starker Wind, er ist bedrohlich, aber für den Einzelnen wie Thane im Grunde genommen zweitrangig. Die Romanhandlung wird so aber mit einer ganz besonderen Stimmung angereichert, ein wenig, als würden die Menschen auf einem Vulkan leben, der auszubrechen droht; unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

John Mairs Never come back ist immer noch eines der bestgehüteten Geheimnisse der Thriller-Literatur.

Martin Compart in John Mair: Es gibt keine Wiederkehr

Wie bei den anderen Büchern der Thriller-Klassiker-Reihe aus dem Elsinor-Verlag ist auch in diesem Fall das Nachwort von Martin Compart eine Klasse für sich. Wer zu einem Buch greift, das bereits mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel hat, verfolgt zumeist mehr als bloße Unterhaltung. Es ist eine Art literarische Grabung, man möchte einen Blick auf die Wurzeln des Genres werfen, dessen zeitgenössische Vertreter in irgendeiner Form darauf aufbauen.

Der Typus des Anti-Helden ist durch Mairs Es gibt keine Wiederkehr in die Thriller-Literatur eingeführt worden; Compart erläutert, durch welche glücklichen Umstände verhindert wurde, dass dieses Stück Spannungsliteratur gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Der Autor hat nur ein einziges Buch verfasst, bevor er bei einem Trainingsunfall der britischen Luftwaffe 1942 starb. Mair soll einen zweiten Thriller im Dunstkreis der britischen Luftwaffe geplant haben, was für ein Drama, dass er nie dazu kam, diesen zu schreiben!

Wie es im Literaturbetrieb immer wieder geschieht, lässt sich Erfolg nicht immer planen. So gab es durchaus positive Besprechungen, darunter von George Orwell, dem die Sonderstellung von Mairs Thriller nicht verborgen blieb, doch blieb der große kommerzielle Erfolg aus, das Werk geriet sogar in Vergessenheit. Nun liegt es in deutscher Übersetzung und einer schön gestalteten Ausgabe vor, eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ebenfalls in der Reihe erschienen & besprochen:
Fearing, Kenneth: Die große Uhr.
Buchan, John: Der Übermensch.
A.D.G.: Die Nacht der kranken Hunde.
Derek Marlowe: Ein Dandy in Aspik.
Richard Hallas: Wer verliert gewinnt.

John Mair: Es gibt keine Wiederkehr
Aus dem Englischen von Jakob Vandenberg
Elsinor Verlag 2021
Broschiert 264 Seiten
ISBN: 978-3-942788-56-4

Volker Kutscher: Olympia

Das Leben Geron Raths hat sich dramatisch gewandelt, er kämpft auf verlorenem Posten. Auch für Chary und Fritze ist im Sommer 1936 der Punkt erreicht, an dem die bisherige Überlebensstrategie nicht mehr trägt. Von ein paar kleinen Wermutstropfen abgesehen, ein großartiger Roman. Cover Piper-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

In dem Roman Olympia von Volker Kutscher geht es zu wie in einem Spukschloss, so viele Geister der Vergangenheit treiben ihr Unwesen. Die Geister der Gegenwart, die Rath in einem schaurigen Reigen umtanzen, passen eher zu einem finsteren Horror-Schloss, Folterkeller inklusive. Sie tragen schwarze Uniformen, unterstehen Heinrich Himmler, dem Chef von Polizei und SS im »Dritten Reich«, tanzen nach der Pfeife Reinhold Heydrichs, des Herren über Unrecht und Ordnung.

Am Ende des Vorgängerromans Marlow saß Oberkommissar Gereon Rath in einer Falle, die ihm ein Geist der Vergangenheit namens Sebastian Tornow gestellt hatte. Der ehemalige Polizist, einst von Rath überführt, Mitglied der Verbrecherorganisation »Die Weiße Hand« zu sein, hatte seinen Arm verloren, war ins Ausland geflohen, ehe ihm der Machtwechsel in Deutschland 1933 das Tor zurück geöffnet hatte. Er gehört mittlerweile zum mächtigen Schwarzen Orden der SS.

Der Oberkommissar Gereon Rath ist seitdem ganz vom Wohlwollen des hasserfüllten Tornow abhängig, seine Position in den nationalsozialistischen Institutionen zunehmend unklar: Offiziell gehört er zum Landeskriminalamt, praktisch hängt er am Gängelband seiner Nemesis. Die Frage, ob sich Rath mit seinem Instrumentarium aus (Halb-)Lügen, Lavieren und Tänzeln am Abgrund wieder aus der Affäre ziehen kann, stellt sich kaum, denn schon in den Romanen Lunapark und Märzgefallene hat diese Überlebensstrategie bestenfalls Schlimmeres verhindert.

Es war nicht das Leben, das er sich ausgesucht hatte, aber wer konnte das schon, zumal in diesen Zeiten. Er konnte froh sein, dass er überhaupt noch eines hatte.

Volker Kutscher: Olympia

Da Olympia mit einem kleinen Prolog aus dem Jahr 1937, von der Handlung aus also ein Stück in der Zukunft liegend, beginnt, weiß der Leser schon, dass einiges in die Brüche geht. Die Olympischen Spiele von 1936, die dem NS-Regime einen Propaganda-Triumph bescherten, haben das Leben eines Mannes grundlegend geändert, wie es heißt. Der hat eine neue Identität angenommen, er arbeitet und lebt in bescheidenen Verhältnissen, zurückgezogen und weit weg von Berlin. Man ahnt, von wem die Rede ist.

Die Vergangenheit ruht jedoch nicht, sie ruht nie. Sie holt den Mann in seinem verdeckten Exil ein. Als er nach getaner Arbeit in seine bescheidene Unterkunft zurückkehrt, sitzt ein Toter in seinem Sessel und eine vertraute Frauenstimme begrüßt ihn. Dieser Spoiler verrät faktisch nichts, reißt vielmehr eine baugrubengroße Leerstelle auf, die der Leser unbedingt gefüllt sehen will; die Spannung schießt sogleich nach oben.

Volker Kutscher hat die Vergangenheit schon in den Romanen ab Die Akte Vaterland fabelhaft in seine Handlung integriert, den Mordfall ganz wunderbar aus zurückliegenden Ereignissen hergeleitet und motiviert. Diesmal bündeln sich die von Rath (und dem Leser) erlebte Vergangenheit in der Handlung, treiben sie voran, bremsen sie aus, lenken die Gedanken und Spurensuchen in Sackgassen und vor allem in die finsteren Abgründe des Dritten Reichs.

Nichts hatte sich verändert.

Volker Kutscher: Olympia

Im Sommer 1936 trifft Gereon Rath diese Feststellung im Nassen Dreieck, einer Kaschemme, deren Interieur so wirkt, wie immer schon. »Immer« meint vor allem die Zeit vor 1933, die Zeit der Weimarer Republik, der oft wankenden, stets auf das Heftigste angefeindeten Demokratie, der am Ende vor allem die Demokraten fehlten. Eine Illusion, wie der im Nassen Dreieck sitzende Gereon Rath weiß.

Dreieinhalb Jahre nach der Machtübergabe an Hitler hat sich nämlich alles verändert. Nicht nur draußen, vor den Scheiben des Nassen Dreiecks, sondern auch bei den Personen, die sich drinnen treffen. Reinhold Gräf, ehemaliger Freund, ehemaliger Polizist, ehemaliger Gestapo-Beamter und mittlerweile Untersturmführer im SD ist der Führungsoffizier des Inoffiziellen Mitarbeiters Gereon Rath, offiziell Oberkommissar im Landeskriminalamt.

Gräf ist also auch eine Art Geist der Vergangenheit, der sich in der Gegenwart zu einem Schreckgespenst gewandelt hat. Der eigentliche Unhold ist jedoch Obersturmführer Tornow, ein deutlich ranghöheres Mitglied der SS als Gräf, der Rath unbarmherzig schurigelt. Spurt der nicht, landet er im Konzentrationslager, das im Roman konsequent mit KL abgekürzt wird; das Schicksal blüht auch der unwissenden Charlotte Rath, das Leben der beiden ist das unter einem (für Charly unsichtbaren) Damoklesschwert.

›Und wenn sie nichts sagt, reichst du sie dann zur Folter an die Gestapo weiter.‹

Volker Kutscher: Olympia

Was KL für deren Insassen bedeutet, warum der Name Gestapo oder die Adresse Prinz-Albrecht-Straße bei allen Menschen in Deutschland, selbst SA- und Parteimitgliedern Angst auslösen, wird dem Leser auf recht drastische Weise vorgeführt. Rath, der ewig Lavierende, instrumentalisiert selbst ein wenig diese Angst, als er an seinem neuen Einsatzort zu verdeckten Ermittlungen eingeschleust wird und die widerspenstigen Kollegen bald glauben, er wäre selbst ein Gestapo-Mann.

Rath ermittelt im Olympischen Dorf, wo ein Todesfall geschieht, der aus politischen Gründen kein Mord sein darf. Der Tote ist ein Amerikaner, Funktionär in der Schwimmmannschaft der USA, die – bedauerlicherweise und nicht zur Nachahmung empfohlen – die Spiele nicht boykottierten. Ein Mord würde den für die Nazis so wichtigen Spiele beschmutzen, deren Propagandawert beeinträchtigen, daher sind diese »Ermittlungen« von Anfang an ein groteskes Irrspiel mit der Wahrheit, politischen Interessen, Machtkämpfen und persönlichem Hass.

Die Polizeiarbeit in Deutschland hat sich 1936 dramatisch verändert. Das »Politische« genießt Vorrang, wie in allen totalitären Regimen wird nicht nach der Wahrheit, sondern nach einer passenden Erzählung gesucht – im Falle des Dritten Reichs lautet ein Leitmotiv: kommunistische Verschwörung. Entsprechend wird nach Verdächtigen gesucht, die brutal verhört werden und in Haft bleiben, wenn sie trotz Gewaltanwendung nichts aussagen und ihre Schuld eigentlich widerlegt ist.

›Ich weiß nur, wenn wir unsere Erkenntnisse an die Behörden weitergeben, dann begehen  wir einen Mord.‹

Volker Kutscher: Olympia

Wenn zwingende Gründe auftreten, die der Grundannahme widersprechen, werden diese zurechtgebogen, bis sie mit den Interessen der SS übereinstimmen, oder aber ignoriert bzw. vertuscht, ganz wie es beliebt. So entsteht ein kurioses Hin und Her, das ganz passend den Eindruck einer überwältigenden Willkür und schmerzlicher Ungerechtigkeit erzeugt. Rath ist zu einem Spielball degradiert, obendrein persönlich in das verworrene Mordgeschehen verstrickt.

Sein ehemaliger Ziehsohn Friedrich Thormann (»Fritze«) ist als Ehrendienstler auch im Olympischen Dorf tätig. Sein Interesse gilt einem Autogramm des US-Sprint-Superstars Jesse Owens, dem vierfachen Goldmedaillengewinner bei diesen Spielen, eine Leistung, die angesichts der im Reich gepflegten Lehre von der überlegenen »weißen Rasse« der so genannten »Arier« zu obskuren Lügen und Verschwörungserzählungen zwingt.

Fritze ist Zeuge des Todes, der kein Mord sein darf, und wird in den Fall und dessen lebensgefährlichen Wirrnisse hineingezogen, hinter denen tatsächlich eine Verschwörung steht, aber eine ganz andere, als gedacht. Auch Charly steht unter Druck, sie arbeitet mit Ex-Polizist Böhm heimlich als Fluchthelferin. In Olympia kommen diese Formen des Durchwurstelns im »Dritten Reich« an ihre Grenze, Kutscher zwingt seine Helden dazu, sich den Tatsachen, so schmerzlich sie auch sind, zu stellen.

›Oberkommissar Rath ist zu einem Risiko für Deutschlands Sicherheit geworden. Er muss beseitigt werden.‹

Volker Kutscher: Olympia

Gegen Ende des Romans überspannt Volker Kutscher den Bogen für meinen Geschmack ein wenig. Sowohl die Auflösung der Todesfälle als auch der Showdown sind nicht so gelungen, wie in den anderen Romanen. Gewünscht hätte ich mir auch eine spürbare Entwicklung von Charlotte Rath, die noch immer aus einer sehr spontanen, fast naiven Haltung heraus agiert, was angesichts ihrer Klugheit und des langen Weges, den sie von der Stenotypistin zur Fluchthelferin zurückgelegt hat, nicht recht passen will.

Das ist ein kleiner Wermutstropfen angesichts der großen, sich zuspitzenden Spannung, von der die Handlung in diesem Roman getragen wird. Die vielen Wendungen, groß und klein, die meisten Entscheidungen der Personen, sind sehr gut motiviert. Das Ende oder: die Enden sind wie Türen in den folgenden Band, den man gleich im Anschluss lesen möchte.

Vor allem mochte ich das große Bild, das gezeichnet wird, die Atmosphäre, als läge Berlin unter einer Winternacht: In einem Unrechtsstaat kann niemand anständig bleiben, Wegducken, Mitlaufen, selbst williges Mitschwimmen und Mittun im Strom kann – wenn der Zufall es will – verheerende Folgen zeitigen. Vor derlei Unbill schützt nur das Recht im Rechtsstaat, ist der erst einmal geschleift worden, ist es zu spät.

Weitere Romane der Buchreihe:
Volker Kutscher: Die Akte Vaterland.
Volker Kutscher: Märzgefallene.
Volker Kutscher: Lunapark.
Volker Kutscher: Marlow.
Volker Kutscher: Transatlantik.

Volker Kutscher: Olympia
Piper 2020
Gebunden 544 Seiten,
ISBN: 9783492070591

Ein Spaziergang im Wald

Die Entscheidung ist mir schwergefallen, die Zweifel blieben, aber unter dem Strich bin ich froh, dass ich auf diesem Waldspaziergang beschlossen habe, das Wagnis einzugehen. Vinland ist ein Historischer Abenteuerroman mit zwei Zeitebenen.

Vor einigen Jahren habe ich einen Spaziergang im Wald unternommen, den ich nicht so schnell vergessen werde. Ich war nicht allein, Gespräch und Gedanken drehten sich um eine einzige Frage: Soll ich es wagen?

Es steht dabei für einen Roman auf zwei Zeitebenen. Die erste Version war bei meiner Erstleserin durchgefallen, die zweite immer noch sehr fehlerbehaftet, Zweifel dräuten von allen Seiten, würden die Leser nach drei Bänden einer Buchreihe so einen dramatischen Bruch goutieren?

Vor  allem plagte mich die Frage, ob ich selbst mit der Qualität zufrieden wäre. Schreiben auf zwei Zeitebenen ist ganz anders als auf einer, komplizierter und arbeitsaufwändiger. Beide Erzählstränge liegen in diesem Fall 700 Jahre auseinander und laufen parallel, trotzdem müssen sie auf eine sinnvolle Weise miteinander verbunden sein.

Ich habe Alternativen überlegt und diskutiert. Sollte ich vielleicht die zweite, in der Vergangenheit liegende Zeitebene streichen oder möglicherweise in einem eigenen Buch veröffentlichen – eine Art Spin-Off der Abenteuerreihe um die Piratenbrüder?

Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen, als ich sie endlich getroffen hatte, blieben die Zweifel. Ja, nicht jeder Testleser mochte die doppelte Zeitebene, vor allem erwies sich das Schreiben eines Buches mit dieser Doppelstruktur eine echte Herausforderung.

Vinland – Piratenbrüder Band 4 umfasst 600 Seiten. Es erscheint als Taschenbuch und eBook im März 2024.

Bereut habe ich es nicht. Vinland, der vierte Teil meiner Abenteuerreihe, ist nach einer riesigen Kraftanstrengung richtig gut geworden. Die Arbeit an dem Text hat mich an meine Grenzen gebracht und diese ein gutes Stück verschoben.

Perfekt ist Vinland selbstverständlich nicht, aber erstaunlicher Sprung nach vorn. Noch mehr als zuvor ist es mir gelungen, dem Inhalt eine passende Form zu geben. Grundsätzlich gilt das auch für die ersten drei Teile der Buchreihe um die Piratenbrüder, aber für den vierten in einem bis dahin unerreichten Maß.

Die beiden Zeitebenen befeuern sich gegenseitig, obwohl zwischen ihnen mehr als 700 Jahre liegen, gibt es eine ganze Reihe von Verbindungen; direkte und indirekte, die ich hier nicht verraten möchte. Nur soviel: Während der letzten Überarbeitung habe ich das brillante Buch von Neil Price Die wahre Geschichte der Wikinger gelesen. Der Autor sieht Schnittmengen zwischen den Nordleuten und den Piraten des frühen 18. Jahrhunderts.

Nicht mehr vom Gleichen!

Auch bin ich froh über den Bruch der Erzähl-Struktur innerhalb der Buchreihe Piratenbrüder. Ich mag Buchreihen nicht, die ihre Erzählmuster arg oft wiederholen – Lockwood von Jonathan Stroud war mir eine Warnung. Trotz großartiger Ideen ging mir die ewig gleiche Erzählstruktur der Teile  so auf die Nerven, dass ich keinen weiteren Band nach dem fünften gelesen hätte.

Da Vinland in der Mitte der Piratenbrüder-Reihe liegt, wird das Problem vermieden. Es beeinflusst zudem das Lesen des nächsten  Bandes, denn nicht nur das Schreiben ist auf zwei Zeitebenen anders. Totenschiff, der fünfte Teil der Reihe, wirkt durch die Rückkehr zu der Erzählweise auf einer Zeitebene sehr viel rasanter, als es der Fall wäre, würde Vinland nicht eine etwas sperrige Form haben.

Mag sein, dass es einigen Lesern nicht gefällt, wenn ein Buch in mitten einer Reihe aus dem Rahmen fällt, das bekannte, gewohnte Muster bricht. Der Erfolg von Buchreihen (á la Lockwood), die auf eine stets wiederholte Erzählstruktur setzen, wäre ein respektabler Grund für mich gewesen, meine Piratenbrüderin der gleichen Weise umzusetzen. Aber ein Leitmotiv meines Schreibens ist: nicht mehr vom Gleichen.

Der Waldspaziergang hat letztlich die Entscheidung gebracht. Gut so.

Bisher erschienen (auf das Cover klicken)

Gerrit Kouwenaar: Fall, Bombe, Fall

Ein Siebzehnjähriger erlebt 1940 in den Niederlanden den Beginn der Krieges. Das Niemandsland zwischen Krieg und Frieden wird in dieser Novelle brillant erzählt. Cover C.H. Beck, Bild mit Canva erstellt

Zwischen Frieden und Krieg gibt es eine Art Niemandsland, wenn der eine zwar gegangen, der andere aber noch nicht richtig angekommen ist. Eine Zeit der Unwirklichkeit, was vieles ganz normal erscheinen lässt, so, als würde das Leben weitergehen wie gewohnt, während doch alles gerade umstürzt. Gerrit Kouwenaar ist in Fall, Bombe, Fall das Kunststück geglückt, die Atmosphäre dieses Niemandslands auf fabelhafte Weise umzusetzen.

Die Novelle erzählt die Ereignisse, die sich in den Niederlanden im Mai 1940 zutragen, aus der Perspektive des siebzehnjährigen Karel, der mit ebenso pubertären wie gewalttätigen Phantasien dem Leser entgegentritt. Ein Auslöser ist die sexuelle Verlockung beim Anblick eines – wirklich wie im übertragenen Sinne – unerreichbaren Dienstmädchens, das Karel beobachtet.

Seine Auflehnung gegen die bürgerliche Welt und die elterliche Autorität zeigt sich in der gedanklichen Verweigerung, Beethovens »Ode an die Freude« zu mögen. Karel malt sich aus, wie er seine Ablehnung nicht etwa hinausposaunt, sondern im Gegenteil heuchelt, er fände die Musik herrlich. Er würde lügen, den Schein wahren. Eine Form, die elterliche Kontrolle auszusperren, die sich auf Äußerlichkeiten wie Pickel beschränkt, »den Rest kann niemand kontrollieren«.

Ich weiß, dass es verwerflich ist, zu wünschen, dass es Krieg gibt, aber ich fände es herrlich.

Gerrit Kouwenaar: Fall, Bombe, Fall

Dieser »Rest« besteht unter anderem aus dem Wunsch, dass er allmächtig wäre, verwoben mit den für ihn unerfüllbaren sexuellen Phantasien, aber auch mit handfesten Gewaltvorstellungen: Die gesamte Straße ginge in Flammen auf oder ein zufällig vorübergehender Junge stürbe. Über allem steht aber das eher unbestimmte Bedürfnis danach, dass etwas geschehe und die unerträgliche Stille verginge.

Ein Krieg würde die Stille vertreiben; eine fallende Bombe, wodurch sich der Titel der Novelle erklärt. Dabei ist zu diesem Zeitpunkt schon Krieg, Deutschland hat Polen angegriffen, England und Frankreich dem Aggressor den Krieg erklärt, ohne dass bis zu diesem Zeitpunkt im Westen Europas große Kämpfe ausgebrochen wären. Im Osten hat die Sowjetunion Polen und Finnland kriegerisch heimgesucht, quasi im Sichtschatten der Kriege Hitlerdeutschlands.

In den Niederlanden starrt man vorahnungsvoll nach Osten, die Erwartung lautet, dass man anders als 1914 angegriffen werde. Anspannung liegt in der Luft, in verschiedenen Maßnahmen, wie etwa eine Urlaubssperre, schlägt sich die Nervosität nieder. Karel aber erlebt zunächst einen Verwandtenbesuch, der die Handlung in Gang bringt: Sein Onkel Robert bittet ihn um die diskrete Überbringung eines Briefes an eine Frau mit dem exotischen Namen Mexocos.

Ich warte, und ich bin immer noch ein dicker, fröhlicher Mann, doch mein Glück ist in Gefahr.

Gerrit Kouwenaar: Fall, Bombe, Fall

Karels Onkel Robert kommt nicht mehr dazu, seinem Neffen zu erklären, was sein »Glück« ist und wodurch es in Gefahr gerät; die Auflösung lässt noch etwas auf sich warten, denn der Krieg kommt nun doch. Ein gleichmäßiges Brummen liegt in der Luft, »breite Streifen weißen Lichts« zucken »ungelenk« über den dunklen Himmel. Bald ist in der Ferne auch ein Grollen zu hören, »als gäbe es Gewitter«.

Die Nachrichten bringen die Bestätigung: Die »Deutschen haben uns überfallen«. Doch außer der Geräuschkulisse, die eben noch nicht mehr ist, macht sich der Krieg kaum bemerkbar. Karel streift durch die Stadt, die namenlos bleibt; er scheint auf der Suche zu sein, auf der Suche nach dem Krieg. Vor dem Leser entfaltet sich nun auf eine beeindruckende Weise jenes Niemandsland zwischen Frieden und Krieg.

Auf seinem Weg nimmt Karel Details wahr, die in einem seltsamen Spannungsverhältnis stehen. Sandsäcke werden aufgestapelt, eine Bürgerwehr ist durch Patrouillen präsent, es gibt Gerede über die Franzosen und Engländer, die bald kämen; am Himmel kann man Flugzeuge in perfekter Formation ausmachen, ungerührt von den sie umgebenden weißen Wölkchen (Flakfeuer); aber die Cafés sind voll, die Menschen genießen die Sonne, deren Leuchten zu der Nachricht des Überfalls nicht passen will. An einem Haus werden verschnörkelte Buchstaben neu lackiert. Das Gefühl macht sich breit, einer Illusion aufzusitzen.

Es passiert alles Mögliche, und es passiert nichts.

Gerrit Kouwenaar: Fall, Bombe, Fall

Bis der Krieg sein blutiges Haupt erhebt.

Dank des Briefes und des Auftrags, mit dem Karel durch seinen Onkel Robert beauftragt worden ist, lernt er zwei Rias kennen, Mutter und Tochter gleichen Namens, die eine gänzlich andere Existenz führen, als die Eltern der Hauptfigur. Es sind Künstler, Bohème, Jüdinnen, während die Familie Karels durch und durch bürgerlich, leistungsaffin und auf eine formelhafte Weise korrekt auftritt.

Die beiden Frauen sind sich der Gefahr durch die Deutschen bewusst und wollen darauf reagieren; Karel soll einen Antwortbrief an seinen Onkel überbringen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Die Novelle ist von einer auf- und abschwellenden Dynamik geprägt, wie der Krieg selbst, der sich immer wieder nähert und in seinen Auswirkungen eskaliert. Das Leben Karels wandelt sich jäh, nicht nur in der Phantasie, denn er wird abrupt von der Kindheit in die Erwachsenenwelt gestoßen.

Die Novelle ist voller wunderbarer Formulierungen, atmosphärischer Passagen, Beobachtungen, Tempo- und Dynamikwechseln; ganz besonders gefallen hat mit Karels Gedankenflug, in dem er sich mit der Floskel, deutsche Truppen hätten die Grenze überschritten beschäftigt. Er fragt sich: Wie überschreitet man eigentlich eine Grenze? Und füllt diese hohle Formulierung mit erzähltem Leben.

[Rezensionsexemplar]

Gerrit Kouwenaar: Fall, Bombe, Fall
Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens
Mit einem Nachwort von Wiel Kusters
C.H. Beck 2024
Hardcover 124 Seiten
ISBN: 978-3-406-81390-0

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