Meinen Blog habe ich Schreibgewitter getauft. Während viele andere Webseitennamen eine Verbindung zu dem Wortfeld Text oder Buch suchen und oft auch finden, klingt meine Wahl zunächst einmal abseitig. Doch der erste Eindruck täuscht, es ist eine bewusste Entscheidung gewesen. Und nein: Mit Ernst Jünger hat das nichts zu tun.

Was haben Schreiben und Gewitter gemeinsam? Gibt es tatsächlich einen – möglicherweise eingebildeten oder nur durch Drogen herbeigeführten Zusammenhang? Handelt es sich um pure Effekthascherei? Einen Nothnagel (sic!), weil dem Herrn Möchtegernschriftsteller nichts Besseres aus der kleinen, rotierenden Nuss in seinem Kopf entsprungen ist?

Alles sehr plausible Erklärungen. Und doch…

Tatsächlich empfinde ich eine Ähnlichkeit zwischen einem Gewitter und dem Schreiben, in etwas geringerer Intensität auch dem Lektorieren, Testlesen und Überarbeiten: Die Luft verdichtet sich, lädt sich mit Spannung auf und verändert auf eine gewisse Weise den Lauf der Zeit, die manchmal regelrecht stillzustehen scheint.


Alexander Preuße

In meiner Schreibwerkstatt. An der Wand befinden sich Materialien zum aktuellen Projekt. Erst wenn die Rohfassung steht, schaue ich mir die Notizen an und arbeite sie ein.


Ein langer Weg zum Schreiben

Seit 2017 beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Schreiben. Seitdem sind acht Romanmanuskripte entstanden: der Auftaktband für einen High-Fantasy-Zyklus und sieben Teile einer historischen Abenteuerreihe. Historische Stoffe und Motive stehen in allen meinen Projekten im Mittelpunkt – sie bilden auch eine Grundlage für Fantasy.

Vorher habe ich nebenbei geschrieben, während ich nach meinem Referendariat als Redakteur, Freier Journalist und Content-Schreiber gearbeitet habe. Hauptsächlich war ich als Hausmann und Kinderhüter beschäftigt – Schreiben fristete eine randständige Existenz.

Teil meiner Arbeit und meines Arbeitslebens ist das Lektorieren und Korrigieren von Texten gewesen, wofür nicht nur das Germanistik-Studium, sondern auch die Ausbildung zum Lehrer sehr hilfreich waren. Denn eine Textverbesserung ist immer auch eine didaktische Angelegenheit und anders als im Hamsterrad der Schule keine dreißigfache Wiederholung des Ewiggleichen.