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Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Industrielle Landschaft mit Fabriken im Hintergrund und einem grünen Zitat ‚Er hatte Angst. Es fühlte sich großartig an.‘ neben dem Buchcover von Nicolas Mathieu ‚Wie später Ihre Kinder‘, das eine Person im Freien inmitten von Natur zeigt.
Ein ungewöhnlicher Coming of Age-Roman, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2018. Cover Hanser, Bild mit Canva erstellt.

Auf der Seite des von mir sehr geschätzten Literaturblogs Kaffeehaussitzer findet sich ein bemerkenswerter Text über einen wahrlich traumhaften Moment, der in die Zeit zu Beginn der 1990er Jahre zurückführt. Der Fall der Berliner Mauer hatte den Eindruck erweckt, die historisch-politische Schwerkraft wäre aufgelöst (»Ende der Geschichte«). In meinem Fall war es der blutige Nordirland-Konflikt, der tatsächlich lösbar erschien – und mehrere Jahre später in einem Abkommen wirklich beigelegt wurde. Europa als Überwindung des Nationalismus – alles schien möglich.

Das Beispiel Nordirland zeigt aber auch: Die Geister kehren 25 Jahre später mit Macht zurück. Es ist zutiefst deprimierend und in gewisser Hinsicht auch das Zeichen des Scheiterns. Meines eigenen, denn ich habe mich damals naiv und selbstgewiss auf die automatischen Wirkkräfte Europas und der Demokratie verlassen; nicht lange, denn spätestens die Kriege im zerbrechenden Jugoslawien wirkten wie eine kalte Dusche. Schon damals wurde mir auf brutale Weise klar, dass die realitätsverleugnende Form des Pazifismus der beste Steigbügelhalter für den Krieg ist. Vielen gehen es jetzt die Augen auf, manche lassen sie trotz Putins Vernichtungskrieg lieber geschlossen.

Was ich damals nicht gesehen habe, ist eine Bedrohung ganz anderer Art. Die hat Nicolas Mathieu in seinem preisgekrönten Roman »Wie später ihre Kinder« als eine Art aktive Kulisse in seinem Coming of Age Roman verbaut: Deindustrialisierung, Niedergang, Prekarisierung, Radikalisierung der Dienstleistungsgesellschaft. Wer sich die jüngsten Wahlergebnisse in Frankreich anschaut und zusieht, wie die Republik zwischen den rechten und linken Demokratie- und Europafeinden langsam zerrieben wird, sieht die langfristigen Folgen von dieser Bedrohung.

So wuchsen die Familien wie Pflanzen auf einem Boden aus Wut.

Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Aktive Kulisse bedeutet, sie zeigt sich, sie mischt sich ein, tritt als Teil des Schauspiels in Erscheinung. Manchmal ist es nur ein kleiner Satz, manchmal eine wunderbar erzählte, sprachlich kunstvoll gewobene Darstellung der Verhältnisse; immer verknüpft mit dem aktuellen Geschehen, von dem ausgehend weite Schleifen in die Vergangenheit (der Person, des Ortes oder eines Vereins) greifen. Das ist keineswegs immer politisch oder sozial, oft dreht es sich um die Entwicklung einer Hauptfigur oder einer Beziehung zwischen zwei Personen.

Glücklicherweise lässt sich Mathieu in der Wahl seiner ungewöhnlichen Mittel nicht irrtieren. So lässt sich der Autor beispielsweise mitten in einer Sex-Szene erst einmal darüber aus, was die junge Frau dazu bringt, ausgerechnet mit diesem jungen Mann intim zu werden – was angesichts der bis dahin erzählten Verhältnisse eine Überraschung darstellt, zumal der Beischlaf an heiklem Ort und in einer obskuren, völlig unmöglichen (und doch irgendwie typischen) Situation stattfindet.

In seinem Handlungskern folgt Mathieus Roman dem Weg mehrerer Jugendlicher über die Schwelle ins Erwachsenenleben. Anthony, Stéph, Hacine sind die drei Protagonisten, doch auch andere wirken kräftig mit. Es geht um Drogen, Sex, wild wirbelnde Hormone, Partys, Saufen, aber auch Gewalt, Integration, Rassismus – und ab und zu gibt es Textstellen von ungeheurer Wucht, wenn es wie in der folgenden um einen musikalischen Kometen geht, der damals auf die Erde einschlug: Nirvana.

Auf der Terrasse wurde die Musik lauter gedreht. Alle hörten hin. Dieser Song, der auf MCs rauf und runter gespielt wurde – normalerweise wollte man dabei eine Gitarre in Stücke hauen oder die Schule in Brand stecken, aber jetzt wurden alle ganz still.
Er war noch neu, ein Song aus einer amerikanischen Stadt, genauso rostig wie Heillange, einer Dreckstadt am Ende der Welt, wo versiffte weiße Jungs in Karohemden billiges Bier soffen. Und dieser Song breitete sich wie ein Virus überall da aus, wo es schlaksige Jungprolls gab, verkorkste Kids, Krisenverlierer, Teeniemütter, kleine Gangster auf Mopeds, Kiffer und Sonderschüler.
In Berlin war eine Mauer gefallen und der einsetzende Frieden hatte etwas von einer Dampfwalze. In jeder Stadt auf dieser deindustrialisierten, gleichförmigen Welt, in jedem abgehängten Kaff hörte die Jugend, die keine Träume mehr hatte, jetzt diese Band aus Seattle namens Nirvana.
Sie ließen sich die Haare wachsen und versuchten, Melancholie in Wut zu verwandeln, Depressionen in Dezibel. Das Paradies war endgültig verloren, die Revolution würde nicht kommen. Ihnen blieb nur der Lärm. Anthony bewegte den Kopf im Takt der Musik. Dreißig andere machten es wie er.
Am Ende hatten sie Gänsehaut. Das war alles. Sie konnten nach Hause gehen.

Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Wenn ich eingangs gesagt habe, der Fall der Berliner Mauer hätte einen Augenblick der Schwerelosigkeit ausgelöst, dann gilt das rückblickend eben nicht für alle und nicht überall. Vielleicht nicht einmal für eine wie auch immer geartete Mehrheit. Eine Illusion, wie das Zitat wunderbar beschreibt. Für mich ein bittersüßer Moment, durch den Roman vorgeführt zu bekommen, wie sehr ich damals daneben gelegen habe, obwohl ich mir so viel auf die Lektüre guter überregionaler Zeitungen einbildete.

Mathieu wechselt in seinem Roman die Perspektiven und vermeidet eine Positionierung im Verschlichtungsweltbild von Gut und Böse. Der Leser folgt den Pfaden, die Antony, Stéph und Hacine beschreiten, und darf sich selbst um eine Haltung bemühen. Natürlich gilt die Sympathie des Autors den Abgehängten, jenen, die von dieser Dampfwalze nach dem Mauerfall einfach überrollt und plattgemacht wurden. Und trotzdem seziert er sie mit großer Detailversessenheit, ihre Schwächen, plötzlich aufkeimenden Stärken, denen jedoch enge Grenzen gesetzt sind. Nichts »wird« gut.

Die Krise war allerdings nicht mehr zeitlich begrenzt. Sie hatte einen Platz in der Ordnung der Dinge eingenommen. Sie war Schicksal. Sie war ihr Schicksal.

Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Der Titel des Romans hat auf mich wie ein Hinweis auf eine moderne Form der überkommenen, adeligen Stammbaumbildung gewirkt, die einer zeitweiligen (vielleicht auch nur eingebildeten) sozialen Mobilität in den Gesellschaften ein Ende setzt. Reich bleibt reich, arm bleibt arm. Erstere erlangen Status, Bildung und Macht, letztere sind davon ausgeschlossen. Das ist kein typisch französisches Phänomen, das hat alle westlichen Gesellschaften ergriffen, insbesondere die USA, aber auch Deutschland.

Und doch ist »Wie später ihre Kinder« in erster Linie ein Coming of Age-Roman, mit seinen zähfließenden, hastigen Wirrungen, den Kehrtwenden und Verletzungen, welche die Protagonisten einander zufügen, sprachlos, einsilbig und angefüllt mit einem Schwarm Hormonen, allzeit bereit, den Verstand zu unterjochen und mit tränenden Augen jauchzend und berstend vor Energie Richtung Abgrund zu galoppieren.

Das Leben würde weitergehen. Das war das Schlimmste.

Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Dieser Abgrund sieht allerdings etwas anders aus, als der Leser erwartet. Mathieu spielt mit Motiven und Andeutungen, die ab einem gewissen Punkt Erwartungen schüren, die nicht erfüllt werden. Bis zum Schluss liegt so eine Grundspannung in der Luft, auch wenn die Kulisse sich überraschend aufhellt. Der Autor legt zwischen die Teile seines Buchs Zeitsprünge, die Entwicklung der Figuren bleibt also nicht auf eine recht kurze Zeitspanne beschränkt, man folgt ihren Wegen über mehrere Jahre hinweg.

Für den Schlussteil hat Mathieu das Jahr 1998 gewählt und zwar vor allem jenen Tag, an dem Frankreich das Halbfinale der Fußball-WM gegen Kroatien gewonnen und das Tor zum späteren WM-Titel aufgestoßen hat. Ein durchaus vertrautes Thema, wenn man mit dem »Wunder von Bern« etwas anzufangen weiß. Das ganze Lang im Rausch, es liegt ein Aufbruch in der Luft, manche wittern die große Wende, etwas werde bleiben, meinen die Optimisten. Wir wissen, was davon übrig blieb.

Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder
aus dem Französischen von Lena Müller, André Hansen
Hanser Berlin 2019
Gebunden 448 Seiten
ISBN: 978-3-446-26412-0

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Gefängnisse sind düstere Orte, die psychische Belastung für die Eingesperrten spielt in diesem preisgekrönten Roman ebenfalls eine wichtige Rolle. Cover dtv, Bild mit Canva erstellt.

Der Erzähler sitzt im Gefängnis. Ein bekanntes Szenario, das mir zuletzt im herausragenden Roman von Steffen Kopetzky Propaganda begegnet ist. Und natürlich: Die Blechtrommel von Günter Grass. Ein spezieller Ort, der dem Erzähler einerseits eine gewisse Ruhe, weil Abgeschlossenheit von der Außenwelt verschafft; andererseits aber unruhestiftend, denn Gefängnisse sind geprägt von Gewalt, Aufruhr, schlechtem Essen und eben Straftätern.

Anders als Grass und Kopetzky lässt Jean-Paul Dubois in seinem preisgekrönten Roman »Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise« seinen Erzähler nicht schreiben, das wäre unmöglich. Während in der vergitterten Gegenwart die Zeit langsam voranschreitet und der Leser eingeführt wird in die Umstände, die erbärmlichen Verhältnisse innerhalb und extremen Wetterbedingungen außerhalb der Mauern, breitet sich in langen Schleifen und Rückblenden das Leben des Ich-Erzählers aus.

Zunächst ist völlig unklar, warum Paul Christian im Gefängnis sitzt, klar ist nur, dass es zu einem Gewaltausbruch gekommen ist. Seine Strafe sitzt er in einem kanadischen Gefängnis ab, in einer Region, in der es zum Jahreswechsel durchaus achtundzwanzig Grad unter Null sein kann. Ein Teil des Romans beschreibt, wie er das Dasein als Gefangener erlebt, gemeinsam mit einem Gewalttäter namens Patrick in einer Zelle, ohne Privatsphäre und einem Klo.

Die Haft zieht die Tage in die Länge, streckt die Nächte, dehnt die Stunden, verleiht der Zeit eine breiige, angeranzte Konsistenz. Jeder hier hat das Gefühl, sich in einem zähen Schlamm zu bewegen, aus dem er sich bei jedem Schritt herausziehen muss, mit aller Kraft darum kämpfend, nicht im Selbstekel stecken zu bleiben. Das Gefängnis begräbt uns bei lebendigem Leib. Die mit kurzen Strafen können Hoffnung haben, die anderen befinden sich bereits im Massengrab.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Nur ein Beispiel von der erzählerischen Kraft, über die Dubois verfügt. Aus meiner Sicht nimmt der Roman auch in dieser Hinsicht einen recht langen Anlauf, ehe sich der Autor aus dem ihm zu Verfügung stehenden Werkzeugkasten der Sprache bedient. Inhaltlich gerät das Leben der Handelnden zu diesem Zeitpunkt bereits ins Rutschen, das, was die »Röhren des Schicksals« enthalten und ausspeien, lenkt ihre Geschicke.

Paul stammt aus Frankreich. Sein Vater war ein protestantischer Pastor aus Dänemark, seine Mutter betrieb ein Programmkino in der französischen Provinz. Ein sehr ungewöhnliches Paar mit ebensolchen Berufen, deren Zusammenkommen und -bleiben ein Zufall ist. Die Ehe der Eltern, im Grunde ein Unding, zerbricht irgendwann auf ziemlich rabiate Weise, nachdem sie bereits jahrelang vor sich hin siechte.

Pauls Leben ist mehr als ein Vierteljahrhundert geprägt von einem unauffälligem Werdegang, der sich von den besonderen seiner Eltern abhebt. Eine Art Verwalter in einem Wohnkomplex mit vielen Wohneinheiten, in dessen Eingeweiden Paul für einen mehr oder weniger reibungslosen Ablauf der nötigen Dinge zu sorgen hat.

Das auf den ersten Blick kleine Leben kontrastiert mit der Gewalttat, über die der Leser erst lange nach dem Zellgenossen informiert wird. Bis dahin ist allerdings klar, dass Pauls Existenz eben doch nicht so konform ist, wie es zunächst scheint, sondern mit den Widrigkeiten der Welt, ihren Regeln, und schließlich den Zudringlichkeiten eines ganz speziellen Menschenschlags kollidiert.

Als Patrick den Grund für meine Inhaftierung erfuhr, interessierte er sich für meine Geschichte mit dem Wohlwollen eines Gildenbruders, der von den ersten ungeschickten Versuchen eines Lehrlings Kenntnis nimmt.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Recht früh wird deutlich, dass es sich um kein kapitales Schwerverbrechen handelt. Eigentlich würde er wegen guter Führung früher entlassen werden, eigentlich weiß Paul darum, wie er sich zu geben hat, um die nötige Empfehlung zu erhalten, eigentlich ist ihm klar, dass jeder im Knast darum weiß – nur tut er es nicht. Im Gegenteil. Die Gewalttat und der bockige Nonkonformismus im Gefängnis überraschen, das reißt eine Leerstelle auf, die im Handlungsverlauf langsam geschlossen wird.

Im Grunde genommen ist das gewöhnliche Leben Pauls in seinem Beruf von einem ungeheuren Druck geprägt. Pauls Job bereitet ihm oft schlaflose Nächte, die Herausforderung, ein 200.000 Liter fassendes Schwimmbad in der notwendige Balance zu halten, ist lange übermächtig. Und ja, ausgerechnet dieses Schwimmbad liefert den Anlass, für eine Handlung, die letztlich in der Gewalttat mündet, alles wird fein vorbereitet und angedeutet.

Bei seinem Lebenslauf lernt Paul eine Reihe seltsamer Orte und Menschen kennen. Ein so genannter »casuality adjuster«, eine Person, die darauf spezialisiert ist, für Versicherungen durch persönliche Nachforschungen oder Gespräche mit Hinterbliebenen die finanzielle Last zu verringern. Das Zitat beschreibt, wie dieser Mann seine eigene Tätigkeit sieht und gegenüber Paul offen beschreibt.

Ich gehe einer schmutzigen Arbeit nach, mit schmutzigen Methoden inmitten von schmutzigen Leuten.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Es ist nicht die einzige Passage im Roman, an der Dubois massive Sozialkritik übt, aber eine der prägnantesten, was sicher daran liegt, dass der Autor die Form eines offenen, selbstanklagenden Geständnisses wählt. Dubois nimmt generell die Auswüchse des kapitalistischen Wirtschaftens in den Fokus, statt des mahnend und oft selbstgefällig in die Höhe gereckten Zeigefingers wählt er den Humor: lakonisch, ironisch oder einfach zum Schreien komisch.

Durch die beinahe gemächliche inhaltliche Zuspitzung wird die Kritik an den dunklen Schatten des Kapitalismus, der glücklicherweise keineswegs per se infrage gestellt wird, immer schärfer. Seine unmenschlichen Seiten geraten in den Mittelpunkt und Dubois bleibt zum Glück bei seiner sehr anschaulichen und unterhaltsamen Art, diese vorzubringen.

Als es beispielsweise um die aberwitzigen Summen geht, die von Bankern während der Finanzkrise vernichtet wurden, lässt er Pauls Mithäftling fragen, ob der ausrechnen könne, wieviel seiner geliebten Harley Davidsons man davon hätte kaufen können – wenn er ihm den Neupreis verriete.

Die Gewalttat, die den Ich-Erzähler ins Gefängnis gebracht hat, fällt überraschend heftig aus, gemessen an dem oft harmlosen, lakonischen, überlegt-zurückhaltenden Verhaltens- und Erzählweisen. Es ist, als wäre der Punkt erreicht, an dem der Wolf aus dem Menschen hervorbricht und seinen Peiniger traktiert. Insofern ist es auch eine Warnung an Politik und Gesellschaft, denn wenn dieser Punkt erst erreicht wird, fließt Blut.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise
Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver
dtv 2022
TB 256 Seiten
ISBN: 978-3-423-14833-7

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken

Zu den bekanntesten Romanen Leonardo Paduras gehören die vier des so genannten Havanna-Quartetts um den Ermittler Mario Conde. Dieser ist inhaltlich und stilistisch ganz besonders. Cover Unionsverlag, Bild mit Canva erstellt.

Ist es ein gutes Zeichen, wenn man das Nachwort eines Romans als brillant empfindet? Ja, wenn es ihn leuchten lässt, wie im Falle von „Labyrinth der Masken“ des cubanischen Schriftstellers Leonardo Padura. Oberflächlich betrachtet handelt es sich um einen Kriminalroman, so kann man ihn in gewissem Grade auch lesen. Doch die Jagd des Ermittlers Mario Conde gerät immer wieder in den Hintergrund.

Conde ist Teniente der cubanischen Polizei und als solcher eigentlich Teil der Staatsmacht. Zum Charme der Romane Paduras gehört, dass sich dieser Polizist in einem schattigen Grenzbereich bewegt – ganz unabhängig davon, ob sich so eine Figur in der sozialistischen Realität Havannas überhaupt würde halten können. Er ist passionierter Schürzenjäger, die Machismo-Ideologie schlägt sich in sprachlich offenen Bildern nieder. Darin sehe ich kein Problem, denn meiner Meinung nach, kann über die Dinge nur reden, wenn man sie benennt, nicht maskiert.

Paduras Ermitteler ist ein verkappter Schriftsteller, der immer wieder von der unstillbaren Sehnsucht nach dem Schreiben befallen wird. Etwas Untergründiges und Berührendes möchte er verfassen. Auch wenn er sich längst mit seinem Job abgefunden hat, treibt es ihn in regelmäßigen Abständen wieder an den Schreibtisch; es bleibt bei diesen Episoden, während die Lebenszeit unerbittlich verrinnt.

»Achtundzwanzig Jahre«, rechnete El Conde. Er sagte es laut, um es selbst zu glauben, nahm die Finge zu Hilfe und machte noch einmal die gnadenlose Rechnung auf, bei der so viele, viele Jahre herauskamen. Schließlich akzeptierte er das Resultat, und Panik ergriff ihn angesichts des unwiederbringlich Verlorenen.

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken

Schreiben ist in einem sozialistischen System kompliziert. Die Freiheit des Kreativen wird gegängelt, es gibt Zensur und Strafe, wenn die Werke aus dem staatlich vorgegebenen Rahmen fallen oder zumindest dessen bezichtigt werden. Erniedrigende Prozesse sind die Folge, der Konformitätsdruck zwingt Kollegen sich dem Kesseltreiben gegenüber den Aussätzigen anzuschließen.

Ganz früh in seiner Sozialisation ist Conde im Dornwald des sozialistischen Kulturbetriebes hängengeblieben. Statt seiner Berufung zu folgen, bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als nolens volens seinen Job zu erfüllen. Der führt ihn zu einem ungewöhnlichen Mordfall: ein Mann, gekleidet in ein auffälliges rotes Kleid, mitten in einem öffentlichen Park. Ein Transvestit, der sich gegen die Tötung nicht gewehrt hat und dem zwei Münzen im After stecken.

Die Suche nach dem Mörder führt Conde zu einem exzentrischen Theaterregisseur, der wegen seiner Homosexualität einst geächtet wurde. Die Figur des Alberto Marqués konfrontiert den Polizisten mit einer Welt, gegenüber der er starke Vorurteile und eine tiefgreifende Abneigung hegt. Conde weiß das, gibt es offen zu und beginnt zu lernen, einerseits, um den Fall zu lösen; andererseits, weil ihn Marqués fasziniert.

Der Transvestismus war demnach mehr als der bloße Akt eines Schwulen, der in Frauenkleidern auf die Straße geht, so wie er, der Macho aus der Vorstadt, immer geglaubt hatte.

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken

Recht erwartbar ist, dass der Theaterregisseur den Polizisten in die Nachtwelt der Homosexuellen einführt, ein Streifzug, aus dem Conde verwertbare Informationen zu erhalten hofft; und ein Nebenspiel mit einer Frau, die für den Polizisten zu einem sexuellen und emotionalen Abenteuer wird, das ihn aus seiner Depression reißt.

Der eigentliche, tiefere Grund für Condes Interesse liegt in einer gemeinsamen Erfahrung mit den mahlenden Kulturmühlen der sozialistischen Gesellschaft. Marqués eröffnet peu á peu, was ihm angetan wurde. Vom Olymp des gefeierten Theatermannes in das Nichts einer Regionalbibliothek – das Pendant der Verbannung nach Sibirien auf Cuba. Der fluchtartige Abfall von Freunden und Bekannten, die ihn kurz zuvor noch aus eigennütigen Gründen umschwärmten. Abtötende Ödnis statt kreativer Tätigkeit.

Conde kennt die Mechanismen aus seiner eigenen Vergangenheit. Und Gegenwart, denn parallel zu den Ermittlungen ist der Polizist selbst Gegenstand von Nachforschungen der cubanischen Sicherheitsbehörden. Und nicht nur er. Polizisten werden suspendiert und sitzen (wie Marqués) plötzlich von ihrem Lebensinhalt abgeschnitten zu Hause, die Leere frisst an ihnen wie eine Schar hungriger Ratten an einem geschwächten Körper.

»Aber sie wissen alles, ist dir das klar? Das ist ja der Mist, Conde, plötzlich merkt man, dass man wie in einem Schaufenster lebt oder wie in einem Reagenzglas oder was weiß ich.«

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken

Kollegen werden verhört und ausgehorcht. Der Leser erfährt den Vorgang in einem für das Genre eher untypischen Format: In die Erzählung sind lange, mehrseitige Monologe eingeflochten, wenn die Figuren zu Wort kommen und etwas aus der näheren oder ferneren Vergangenheit berichten. So wie Manolo anlässlich des Verhörs durch die Sicherheitsorgane, so wie Marqués über seine Kaltstellung.

Das bricht den Erzählfluss – für Krimi-Fans vielleicht ein Ärgernis, doch lenkt es die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Dinge: wichtige Wurzeln der Gegenwart, in der sich die handelnden Figuren behaupten müssen. Es führt zum Kern des Ganzen, auch in Condes Sozialisation, die von einer jähen Konfrontation mit der Staatsmacht geprägt war – eine Erfahrung, die ihn mit dem Schicksal von Marqués verbindet.

Letztlich sind wir alle Kinder der Zeit und des Staubes, und die Poesie kann uns davor nicht bewahren.

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken

Am Ende schließlich wird der Fall auf eine konventionelle Weise aufgelöst. Es fallen weitere Masken, einige davon schmerzhaft, wenn geschätzte Mitmenschen und Freunde plötzlich mit anderem Antlitz vor einem stehen. Zurück bleibt, was die Zeit übriglässt: Asche und Staub. Schließlich das Nachwort. Man muss es lesen – vor, während oder nach der Lektüre von „Labyrinth der Masken“. Denn wie dort zu lesen steht: Der Krimi ist sehr kubanisch – und global.

Trivia: Barfly!

Es gibt eine Stelle im Roman, die wie eine kleine Homage an einen Spielfilm wirkt: Barfly. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Charles Bukowski, die männliche Hauptrolle hat Mickey Rourke übernommen. Ich habe den wüsten Film aus dem Jahr 1987 irgendwann in den 1990er Jahren gesehen, er ist mir wegen der schauspielerischen Leistung in Erinnerung geblieben und wegen einer Gegenfrage: „Wie kann man in Ruhe etwas schreiben?“

Leonardo Padura: Labyrinth der Masken
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein
Unionsverlag 2006
TB 256 Seiten
ISBN 978-3-293-20364-8

Literarische Begegnung mit F.C. Delius

Ende Mai 2022 ist der Schriftsteller Friedrich Christian Delius verstorben. Im Netz gibt es so viele Nachrufe, dass ich keinen hinzufügen möchte, stattdessen will ich meine Begegnungen mit seiner Literatur schildern. Der Grund ist: Delius hat einige sehr interessante, unterhaltsame und vor allem inhaltlich gewinnbringende Romane und Erzählungen verfasst, die »Birnen von Ribbeck« einmal ausgenommen.

Ich war selbst ein wenig überrascht, wie viele Bücher ich von ihm gelesen habe. In meinem Regal nehmen sie nur einen vergleichsweise geringen Raum ein, denn ich besitze nur Taschenbücher, außerdem fallen die Werke zum Teil recht schmal aus. Das ist aber kein Nachteil, denn Delius hat etwas zu sagen, wofür er eben nicht episch ausholen muss.

Das gilt für mein Lieblingsbuch von ihm: »Die linke Hand des Papstes«. Es ist ein perfekter Reisebegleiter für einen Trip nach Rom. Dort habe ich es mit großen Vergnügen ein weiteres Mal gelesen, abends, wenn es frisch geworden war und ich davor in meiner kleinen Unterkunft Schutz gefunden hatte. Tagsüber habe ich die üblichen Stätten der Stadt besucht und bin immer wieder auf einen caffé al banco irgendwo eingekehrt. Merke: Ein mürrischer Barista zaubert bisweilen tollen caffé.

Es geht um die Hand dieses Papstes namens Benedikt.

Das Buch über die linke Hand des Papstes reicht weit über Rom hinaus. Delius, der in dieser Stadt 1943 das Licht der Welt erblickte, hat mit Italien einige Rechnungen zu begleichen, die sich als Gegenpart der unerträglichen Schwärmerei gegenüber diesem Land lesen. Gesellschaftlich, politisch und religiös herrschen unappetitliche Zustände, die der Autor wunderbar boshaft und mit sehr spitzer Feder zu Papier bringt.

Besonders beeindruckt hat mich »Die Frau, für die ich den Computer erfand«. Was für ein Titel! Und was für eine Form! Delius nutzt die Szenerie eines Interviews bzw. Gesprächs, bei der nur der Befragte zu Wort kommt. Ja, so kann man einen ganzen Roman erzählen. Und was für einen. Konrad Zuse hat während des Zweiten Weltkrieges einen Computer gebaut, der tatsächlich funktionierte – 1945, in Göttingen, meiner Wahlheimat. Hier können Sie lange nach einem Hinweis darauf suchen, was sehr viel mehr über diese Stadt, die angeblich »Wissen schafft«, sagt als alle hübschen Fachwerkbauten.

Zuse hat auch gemalt. Seit Protrait von Bill Gates hat er diesem in den 1990er Jahren selbst übergeben.

Richtig gern gelesen habe ich auch »Die Flatterzunge«. Ein Musiker tourt mit seinem Orchester in Israel und unterzeichnet einen Getränkebeleg mit »Adolf Hitler«. Was nach dieser Entgleisung folgt, kann man sich denken, auch wenn die dem fiktionalen Text zugrundeliegende Handlung 1997, also lange vor den so genannten digitalen Scheiterhaufen namens Soziale Medien geschah. Was treibt jemanden zu so einer Tat? Delius gibt eine Art von Antwort.

Das erste Buch des Autors, was mir in die Hände fiel, war »Bildnis der Mutter als junge Frau«. Ein langer Innerer Monolog einer Einundzwanzigjährigen, die im Januar 1943 durch Rom geht, hochschwanger (Delius kam im Februar 1943 in Rom zur Welt), während ihr Mann in Afrika soldatiert. Es ist jene Zeit, als in Stalingrad eine ganze Armee verreckt und das große Sterben auch auf deutscher Seite beginnt; der befremdete Blick auf die scheinfriedliche Umwelt Roms aus einer Frau »in anderen Umständen« heraus ist berührend.

Im Januar 1943 waren Italien und das Deutsche Reich noch verbündet; in Rom war es ruhig. Ein dreiviertel Jahr später hatte sich alles gewandelt.

Ein ganz besonderer Reise-Roman ist »Spaziergang von Rostock nach Syrakus«, bei der Delius seinen Protagonisten auf den Spuren von Johann Gottfried Seume (»Spaziergang nach Syrakus«) nachvollziehen lässt. Aber: Die Hauptfigur lebt in der DDR, die sie illegal verlassen muss, um den Lebenstraum einer Reise nach Italien zu verwirklichen.

Besonders schön ist auch »Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde«. Es verknüpft einen der Gründungsmythen der Bundesrepublik Deutschland, den WM-Sieg 1954, mit dem Befreiungsschlag eines Kindes, das sich aus dem erstickenden Überbau des heimischen Pastorvaters herauskämpft. Ein Fußballbuch? Nein.

Ein Gründungsmythos der Bundesrepublik; bei Delius Anlass für eine Lossagung.

Der Roman »Mein Jahr als Mörder« dreht sich um die mörderische Wut, die ein ungerechtes Urteil entflammen kann. Der Nazi-Richter Hans-Joachim Rehse, der während des so genannten Dritten Reichs unter anderem Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt hatte, wird in der Bundesrepublik freigesprochen. Die Empörung lodert hell, ein Student entschließt sich zur Tat. Delius nimmt hier die Nachkriegsjustiz aufs Korn und berührt die uralte Frage nach »Gut« und »Böse«.

Nino Haratischwili: Die Katze und der General

Trotz der Schwächen ein lesenswerter Roman, der ein wichtiges, hierzulande oft übersehenes Thema touchiert: Putins Tschetschenienkrieg. Cover Ullstein, Bild mit Canva erstellt.

Stellen wir uns diesen Roman als Landschaft vor, die sich vor unseren Augen ausbreitet. Anders als in der Wirklichkeit sehen wir nicht nur verschiedene Orte, sondern auch unterschiedliche Zeiten. Alles nebeneinander angeordnet, wie ein Flickenteppich. Entlang eines roten Fadens wird der Leser von der Autorin hindurchgeführt, dank der fehlenden Chronologie und wechselnder Erzählhaltungen ein immens abwechslungsreicher Marsch. Ab und zu mogelt sich eine sumpfige oder matschige Stelle dazwischen, die das Vorwärtskommen erschwert.

So habe ich den Roman „Die Katze und der General“ von Nino Haratischwili empfunden, den ich für lesenswert halte, ohne einige Schwächen verschweigen zu wollen. Die Qualität des Erzählens unterliegt beträchtlichen Schwankungen, einige Passagen wirken überladen, redundant und manchmal auch schlichtweg vernachlässigenswert, was den Gesamteindruck etwas trübt. Der Hauptkritikpunkt ist aber der Persönlichkeitstwist, aus dem der „General“ hervorgeht, eine eher ins Reich der Fabel weisende Saulus-Paulus-Blitzwandlung.

Ein großer Wert des Romans liegt in der Perspektive, die dem Leser von der Autorin eröffnet wird. Ferne, vom woken, ichfixierten Westeuropa vergessene oder einfach ignorierte Landstricherücken ins Licht. Tschetschenien, irgendwo im Kaukasus, nur politisch Interessierten als Ort unendlich brutaler Kriege geläufig und noch weniger Personen als Ausgangspunkt allen Unheils, das angeschwollen und die Ukraine mit einem blutigen Vernichtungskrieg überzieht.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wurde darauf verwiesen, dass Putin bereits in den 1990er Jahren zum Kriegsverbrecher geworden sei. Was das für die Menschen dort, aber auch für die Soldaten aus Russland bedeutete, was das sinnlose, blutige Gemetzel mit ihnen angerichtet hat, bekommt der Leser zu spüren.

…einfach nur da stehend, staunend, etwas überfordert, aber vor allem verloren und mit dem alles dominierenden Gefühl, fehl am Platz zu sein.

Nino Haratischwili: Die Katze und der General

Die menschliche Niedertracht, die der Krieg aus der schützenden Hülle namens Zivilisation befreit, wird von Nino Haratischwili vorgeführt. Es sind nicht nur die Politiker, die kommandierenden Generäle und Offiziere, die sich vergehen, es ist nicht nur ihr Krieg. Auch die einfachen Mannschaftsränge bedienen sich. Die Autorin stellt dem gewöhnlichen die Ausnahme entgegen, um das Abscheuliche hervorzuheben.

Doch ist „Die Katze und der General“ ganz erheblich vielschichtiger, was den Roman insgesamt zu einem Leseerlebnis macht. Es geht um Schuld, Sühne, den komplexen, keineswegs vorbestimmten Weg zum Verbrechen und den Versuch, Rache zu nehmen. Schließlich ist es auch ein verwickelter Rachefeldzug, der oberflächlich Unbeteiligte und doch irgendwie Verstrickte in das Dunkel des Unheils hineinzieht.

Was mir ganz besonders gefallen hat, sind einige handelnde Personen. Vor allem diejenigen, die aus Russland nach Tschetschenien gelangen, in diesem ekelhaften Krieg, der Russland bis in die Gegenwart vergiftet hat und half, den Weg in eine erbarmungslose Diktatur zu eröffnen, sind großartig getroffen. Wer glaubt, Diktaturen würden, von einer kleinen Minderheit abgesehen, von ihren Bewohnern abgelehnt, wird eines Besseren belehrt. Wer glaubt, Kriege kennten nur Verlierer, ebenso.

Man vergaß, dass man sich als Rambo gewähnt hatte und die ganz östliche Hemisphäre zum Teufel hatte schicken wollen.

Nino Haratischwili: Die Katze und der General

Doch geht es keineswegs nur um den Krieg. Haratischwilis Roman gibt den Blick frei auf die Verlorenen inmitten der westlichen Zivilisation, jene, die ohne Zwang den Propaganda-Tropf des Kreml der freien Vielfalt der Medien im Westen vorziehen. Und sie lässt den Leser die Gründe fühlen, jene unendliche Verlorenheit, das Lebensgefühl derjenigen, die aus den Trümmern des Sowjetreiches nach Deutschland gekommen sind.

Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Homo Sowjeticus! Wenn Margot Kässmann etwa über die Ukraine, Russland, Putin und die Nato räsoniert und ohne jede Scham den Vietnam-Krieg und ihre (!) Protestaktionen dagegen ins Feld führt, dann ist das im Kern das Gleiche, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Nach diesem Roman wird man besser verstehen, warum es Autokorsos in Deutschland gibt, die russische Fahnen schwingen; gutheißen wird man es nicht.

Diese Hölle stank zwar weiterhin nach Schwefel, aber immerhin war es ihre Hölle!

Nino Haratischwili: Die Katze und der General

An manchen Stellen berührt der Roman die Fundamente des Westens. Ein Axiom der westlichen Aufklärer, der Mensch wäre von Grund auf gut, stellt Orlof, der „General“ infrage. Er geht davon aus, der Mensch wäre grundlegend böse, amoralisch und nur absolute Ausnahmen gäbe es, die bereit wären, für ihre Ideale in den Tod zu ziehen. Der Rest sind Opportunisten. In Abwandlung von Goethes berühmten Gedichtanfang: Käuflich sei der Mensch, boshaft und schlecht.

Nino Haratischwili: Die Katze und der General
Ullstein 2022
TB 768 Seiten
ISBN: 9783548066677

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