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Robert Harris: Vaterland

Buchcover von ‚Vaterland‘ von Robert Harris vor dem Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz mit dem Schriftzug ‚Arbeit macht frei‘. Der Text auf dem Bild lautet: ‚Du kannst auf einem Massengrab nichts aufbauen.
Die Wehrmacht hat den Krieg gewonnen, Deutschland herrscht über Europa vom Rhein bis zum Ural. Hitlers 75. Geburtstag steht vor der Tür, im Großdeutschen Reich werden die Feierlichkeiten vorbereitet. Der Thriller setzt sieben Tage vor dem großen Ereignis ein, konfrontiert mit einem Toten aus den Spitzen der Partei kommt ein Kommissar einem gut gehüteten Geheimnis auf die Spur, das »sich selbst versiegelt« hat. Brillant. Cover Heyne-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

Einen guten Roman erkennt man nicht zuletzt daran, dass man ihn mehrfach lesen kann. Das gilt insbesondere für Thriller. Spannungsliteratur lebt von der Überraschung, die beim erneuten Lesen fehlt, wenn man nicht alles vergessen hat. Ist die Handlung noch präsent, müssen andere Qualitäten als Enthüllung und jähe Wendungen den Leser bei der Stange halten. Der Inhalt muss etwas zu bieten haben, das über die Ermittlungen hinaus geht.

Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass die meisten gegenwärtigen Romane des Thriller-Genres nicht gut genug sind, um ihre Leser für eine zweite Leserunde zu begeistern. Vaterland von Robert Harris hat diese Qualität. Vier- oder fünfmal habe ich das Buch mittlerweile gelesen, der Zustand meines Exemplars ist besorgniserregend. Harris’ Roman ist fast schon ein Klassiker. Er erschien 1992 und sorgte damals für erhebliches Aufsehen.

Die Hauptfigur ist ein SS-Sturmbannführer namens Xaver März. Das war bei Erscheinen spektakulär, denn März hebt sich dramatisch von den karikaturhaft gezeichneten SS-Leuten in der populären Literatur und insbesondere des amerikanischen Films ab. Er ist ein Sympathie-Träger, was Harris nicht zuletzt durch einen Kunstgriff ermöglicht: März kam als Kriminalbeamter nolens volens zur SS, als 1936 die Kripo in den »Schwarzen Orden« eingefügt wurde.

Harris macht aus ihm einen Fremdkörper in der SS, der –  durchaus klassisch im Thriller-Genre – von der Ideallinie abweicht und Stück für Stück dem Abgrund entgegentaumelt. Scheidung von der linientreuen Frau, Isolation, Flucht in die Arbeit, stagnierende Karriere – ein fallender schwarzer Engel, der auch noch die falschen Fragen stellt. Eine Fotografie, zufällig beim Renovieren hinter der Tapete gefunden, ist wie ein Leitstern für die Frage, wer das sei und welches Schicksal ihnen beschert gewesen wäre.

›Das waren Juden‹, hatte die Alte im Dachgeschoss  gesagt, ehe sie ihm die Tür vor der Nase zuschlug.

Robert Harris: Vaterland

In der Welt von Vaterland gibt es 1964 keine Juden mehr, sie sind »nach Osten evakuiert« worden. Fragen stellt man besser nicht, auch nicht als SS-Sturmbannführer. März wittert das Grauen, eine Leerstelle, die der Fahnder füllen will, füllen muss. So wie er auch nicht wegsehen kann, als ihn – ein Zufall! – zu einer Leiche am Wannsee (ja, der Wannsee) führt. Er will, er muss herausfinden, was es mit dem Mord an einem hochgestellten, wenngleich im Ruhestand weilenden Mitglied des Regimes auf sich hat; auch als Gestapo & Co. die Ermittlungen an sich reißen, hört er nicht auf.

Der Rote Faden einer Mordermittlung inmitten einer mörderischen Verschwörung ist fest verwoben mit dem Schwarzen Faden eines historischen Verbrechens, das in seiner industriell-bürokratischen Umsetzung in der Weltgeschichte einmalig ist. Beides hängt eng miteinander zusammen, beides enthüllt Xaver März Schritt für Schritt. Sein Weg führt ihn endgültig ins Abseits, was im Großdeutschen Reich des Jahres 1964 suizidalen Charakter hat. Das weiß der Leser und März weiß es auch – trotzdem ermittelt er, denn er kann nicht anders.

Harris ist mit dem Fahnder März nicht nur ein glaubwürdiger Charakter gelungen, er hat dessen Enthüllungsarbeit in eine faszinierende und fantastisch getimte Thriller-Struktur eingebettet. Sieben Tage, in denen eine neue Welt erschaffen wird, weil sich durch März der Lauf der Geschichte ändert. Der letzte Tag ist der 75. Geburtstag Adolf Hitlers, was viel mehr ist, als ein Aufmerksamkeit heischendes Detail. Der Feiertag wirkt entscheidend auf die Handlung ein, die auf diesen zusteuert. Nein, nein, kein Attentat; Vaterland ist kein Hollywood- oder Streaming-Gedöns. Harris kann und macht es besser.

Das letzte, was wir brauchen, ist ein Skandal, der die Parteiführung betrifft, vor allem jetzt vor Kennedys Besuch.

Robert Harris: Vaterland

Die Geburtstagsvorbereitungen begleitet die Sensation, dass der amerikanische Präsident Joseph P. Kennedy nach Berlin kommen will. Der Amerikaner will wiedergewählt werden und versucht, durch einen außenpolitischen Coup Punkte zu sammeln. Den Nazis steht offensichtlich das Wasser dicht genug am Hals, um an einer Entspannung auf der weltpolitischen Ebene interessiert zu sein. Harris bettet die Ermittlung im Mordfall und die Enthüllung des Holocaust in eine geschickt konstruierte weltpolitische Kulisse ein; während März, bald unterstützt von der amerikanischen Journalistin Charlotte Maguire, nach Antworten sucht, mahlen die Mühlsteine der Macht. Der Tote – die Toten sind kein Zufall.

1964 herrscht Großdeutschland über ein riesiges Gebiet vom Rhein bis zum Ural. Wie von Adolf Hitler angestrebt, wird dort noch immer gegen die verbleibenden Truppen der ehemaligen Sowjetunion gekämpft. Friede gibt es in dieser Welt nicht, im Osten schwelt der Krieg endlos vor sich hin wie eine schwärende Wunde. In den besetzten Gebieten gibt es Partisanen, auf dem Reichsgebiet Terrorangriffe. Millionen Menschen aus den Ostgebieten sind als billige Arbeitskräfte im Reich, um die Lücken zu füllen, die von den Eingezogenen gerissen werden. Krieg führen will keiner mehr.

Zwischen den USA, die gegen die Japaner siegreich blieben, und dem Großdeutschen Reich herrscht Kalter Krieg, Westeuropa ist in einer von Deutschland dominierten Europäischen Union gepfercht, ein typisch britisches Motiv, wie auch das Schweigen über das Schicksal der Kolonialreiche. Der Rest der Welt ist nämlich im Nebel jenseits der Erzähllinien verborgen. Doch auch so hat Harris eine globale Kulisse geschaffen, die für die Grundmotivation der Handelnden sorgt und den Thriller auf seinen Höhepunkt zutreibt.

Die Prinz-Albrecht-Straße war Deutschlands schwarzes Herz.

Robert Harris: Vaterland

Zwischen 1933 und 1945 hatten in den Prinz-Albrecht-Straße die Gestapo und die SS ihren Sitz, hier lag das Reichssicherheitshauptamt. Staatliche Bespitzelung, Verfolgung und Terror an einem Ort, der in der NS-Zeit als Synonym für den Schreckensapparat des Dritten Reiches galt. In Vaterland ist das noch immer so, niemand möchte dorthin gebracht werden, wo Menschen durch die Anwendung brutalster Gewalt zum Reden gebracht werden; auch nicht der Träger einer SS-Uniform. Harris winkt früh mit dem Zaunpfahl, wie alles in diesem Roman im Dienste der Handlung.

Das Thema einer Erzählung, die in einer Welt spielt, bei der die Geschichte einen anderen Verlauf nahm, war auch 1992s nicht neu; auch nicht, dass es sich um eine Welt handelt, in der die Armeen des Deutschen Reichs den Zweiten Weltkrieg für sich entschieden haben. Philipp K. Dick hat das Motiv herausragend in Das Orakel vom Berge verarbeitet, Otto Basil in Wenn das der Führer wüsste wäre ein weiteres Beispiel. Mit diesem verbindet Vaterland die Notwendigkeit, die Handlung mit einem Opfergang zu verknüpfen. Wenn das Unheil so weit fortgeschritten ist, wie in einer Welt, in der ein großdeutsches Reich existiert, ginge es nur im Trivialroman anders.

Zwei Warnungen gibt Harris seinen Lesern mit auf den Weg, ohne den didaktischen Zeigefinger zu heben. Ab einem gewissen Punkt ist Widerstand gegen ein diktatorisches Regime nur noch von außen (USA), durch organisierte Gewalthaufen im Verborgenen (Partisanen) und aus dem System selbst (Stauffenberg) möglich. Der Einzelne ist ausgeliefert, von Kometen wie Georg Elser (oder Sturmbannführer Xaver März) einmal abgesehen.

Das Geheimnis versiegelt sich selbst.

Robert Harris: Vaterland

Der Schlüssel für das Geheimnis, dem Xaver März auf der Spur ist, liegt in Dokumenten. Robert Harris hat die Fahndungen seines Polizisten in SS-Uniform mit der Spürarbeit des Historikers verknüpft. Die Dokumente aufzuspüren in den Gebirgen an Papier, das in Archiven schlummert und in der Welt von Vaterland auch gar nicht gefunden werden soll, ist essentieller Teil der Handlung. Das Papier offenbart die schrecklichen Worte, die März und Maguire ungläubig schweigen lassen.

Papier als Waffe, um eine ganze Welt aus den Angeln zu heben. Für den Leser ist das knisternde Wispern des Grauens aus dröge formulierten Bürokraten-Schreiben schrecklich. Auch wenn man alles längst weiß und oft gehört hat, zieht beklemmende Furcht herauf, Todesfabriken, deren Betriebsablauf in nüchternen Worten beschrieben werden, machen demütig. Die Notwendigkeit, derlei nicht im Schatten verschwinden zu lassen, den Mächtigen nicht zu erlauben, es zu versiegeln, drängt sich mit Wucht auf.

Das ist die zweite Warnung von Vaterland: Wenn es gelingt, ein historisches Verbrechen zu versiegeln, verschwindet es irgendwann ohne Konsequenz für die Täter und mit verheerenden Folgen für die Gegenwart und Zukunft, denn ungesühnte Verbrechen stoßen die Tür für neue, monströse Verbrechen weit auf. Die Nazis waren nicht weit davon entfernt, ihr Geheimnis zu versiegeln. China und Russland sind heute mindestens einen Schritt weiter und die USA hecheln eifrig hinterher.

Robert Harris: Vaterland
Aus dem Englischen von Hanswilhelm Haefs
Heyne Verlag 1994
Taschenbuch 384 Seiten
ISBN: 3-453-07205-7

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis

Die berüchtigten Moskauer (Schau-)Prozesse bilden den historischen Hintergrund des großartigen Romans, der den Bruch des Autors mit dem (stalinistischen) Kommunismus widerspiegelt. 1940 verfasst, nimmt er Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Stalinismus wahr, die viele erst deutlich später oder nie erkannten. Cover Elsinor-Verlag, Bild mit Canva erstellt.

›Man wird dich also erschießen‹, dachte Rubaschow.

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis

Schon am Anfang ist das Ende klar. Nicolas Salmanowitsch Rubaschow ist dem Tode geweiht. Er weiß es und der Leser weiß es auch. Wer in der stalinistischen Sowjetunion während der Zeit der Säuberungen, also der massenhaften Ermordung von Parteimitgliedern, verhaftet wurde, war eine lebende Leiche. Rubaschow, ein Parteimann im Range eines Volkskommissars, Revolutionär und Bürgerkriegsoffizier der Roten Armee, durfte erst recht nicht auf Milde hoffen, im Gegenteil: Leuten wie ihm galt Stalins mörderischer Furor Mitte der 1930er Jahre.

Auch das ist Rubaschow bewusst, als »die Zellentür hinter ihm ins Schloss« kracht. Wie in seinem Roman Der Sklavenkrieg beginnt Arthur Koestler mit einem starken Bild. Das könnte auch am Ende einer Erzählung stehen, die das Schicksal einer Person während der Terrorjahre schildert, bevor sie verhaftet wird. Die bleierne Angst, die vielen Verhaftungen im Umfeld, die verzweifelten Versuche, das Schicksal abzuwenden, also dramatische Motive, die in Romanen wie Der Lärm der Zeit von Julian Barnes verarbeitet werden.

Koestler setzt in dem Moment an, in dem anderswo die Handlungs-Spannung abfällt. Es ist passiert. Das Kind liegt im Brunnen und ertrinkt. Um die verlockende Spannung vor diesem Augenblick geht es dem Autor nicht, er legt den Fokus auf den Zeitraum zwischen Verhaftung und Hinrichtung, auf die Verhöre und den aberwitzigen Irrsinn, zu dem sich die Revolution unter dem Regime Stalins gewandelt hat. Koestler fasst das ist ein treffendes Bild.

Die Partei hat Gicht und Krampfadern an allen Gliedern.

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis

Koestler verfasste Sonnenfinsternis 1939/40, zu diesem Zeitpunkt hatte Stalins Russland viele Millionen Menschen auf dem Gewissen; jene, die wie Rubaschow Teil des Systems waren, stellten nur ein verschwindend kleinen Teil. Der zitierte Satz meint also nur einen Bruchteil der Gemordeten, nach Stalins Tod wurden auch nur diese rehabilitiert. Die anderen Opfer, von Bürgerkrieg über Holodomor und den Verschleppten aus den eroberten Gebieten bis hin zu den Insassen der Arbeits- und Vernichtungslager, spielen keine Rolle.

Das kann man Koestler schwerlich vorwerfen. Die Propaganda der Sowjetunion hat es geschickt verstanden, die eigenen Verbrechen in den Schatten der Untaten zu verbergen, die durch die Nationalsozialisten begangen wurden. Erst Historiker wie Timothy Snyder (Bloodlands) haben mehr als fünfzig Jahre nach Kriegsende für ein ausgewogenes Bild gesorgt und Millionen gemeuchelte Menschen aus dem Vergessen geholt. Sie rückten auch die systematische Massenfolter ins Licht, die eingesetzt wurde, um groteske Geständnisse aus den Inhaftierten zu pressen.

Koestler hat sich vom Sowjetkommunismus abgewandt, als andere Intellektuelle wie Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger oder Anna Seghers noch eisenhart die Parteilinie vertraten. Wie schwer es sein kann, vom stalinistischen »Glauben« abzufallen, zeigt etwa Jorge Sempruns Was für ein schöner Sonntag! oder auch Leonardo Paduras Der Mann, der Hunde liebte. Der kubanische Autor zeigt die Abgründe von Stalins Reich auf, zeichnet gleichzeitig ein arg positives Bild von Leo Trotzki, an dessen Händen viel Blut klebte.

Koestler besaß den Mut und die Kraft, sich sehr früh loszusagen, er war ein Mann mit bemerkenswerter Konsequenz. Er kehrte nicht nur dem stalinistischen Kommunismus den Rücken, sondern schrieb nach seiner Flucht aus Frankreich im Jahr 1940 nur noch auf Englisch, brach also auch mit NS-Deutschland in einer Weise, die für viele andere Exilanten nicht infrage kam. Kurioserweise gilt er aus deshalb vielen als angelsächsischer Schriftsteller, obwohl er zentrale Werke wie Sonnenfinsternis und Der Sklavenkrieg auf Deutsch verfasste.

Die Partei kann sich nicht irren, sagte Rubaschow.

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis

Der Protagonist Rubaschow ist von seiner Verhaftung nicht überrascht. Ohnehin ist ihm das Gefängnis vertraut, er saß im Laufe eines Auslandseinsatzes in nationalsozialistischer Haft, wurde gefoltert und schwieg. Trotz seiner vielumjubelten Rückkehr als Held geriet er schnell mehrfach in die gnadenlose Mühle des stalinistischen Systems, ihm wurde vorgeworfen, ein Abweichler zu sein. Um sich zu retten, wählte er eine reichlich bolschewistische Lösung und lieferte seine Sekretärin und Geliebte an Messer.

Tatsächlich zeichnet Koestler die Hauptfigur Rubaschow mit Widersprüchen. Er ist eine Art Dissident, ihm ist das Land mit seinem Führerkult zutiefst zuwider, auch wenn er sich weder offen auflehnt noch unsäglich grausame und amoralische Aufträge verweigert. So lieferte er deutsche Untergrund-Kommunisten an die Gestapo aus, weil sich die Genossen weigertnn, die völlig irreale Propaganda aus Moskau zu verbreiten. Die Partei und Stalin hätten recht, sie könnten nicht irren, dieser »Wahrheit« müsse sich auch die Realität beugen. Rubaschow ist kein Sympathieträger, sondern gefallener Gefolgsmann einer mörderischen Diktatur.

Spektakulär ist, dass Koestler ganz früh im Buch Parallelen zwischen Kommunismus stalinscher Prägung und dem Nationalsozialismus zieht. Bevor Rubaschow durch zwei Beamte des Volkskommissariats des Inneren verhaftet wird, träumt er seine Verhaftung durch die SS. Diese Montage ist kein Zufall, auch nicht das Motiv des Schlages mit einem Revolverknauf ins Gesicht – einmal im Traum durch die Nazi-Schergen, später in der Realität durch Stalins Häscher. Am Ende fragt sich Rubaschow, wer ihn eigentlich tötet, welches »Symbol« der Exekutor an seiner Uniform trägt. Nazis und Kommunisiten sind austauschbar. Starker Tobak im Jahr 1940.

Die Parallelen beider Gewaltregime waren lange tabu, eine plumpe Gleichsetzung verbietet sich selbstverständlich. 1940 galt noch der Pakt zwischen Hitler und Stalin, da mag es Koestler leichter gefallen sein, diese zu erkennen und benennen. Nach dem Beginn des Ostfeldzuges der Wehrmacht galt die Sowjetunion als ungeliebter, aber wichtiger Verbündeter im Kampf gegen das Hitlerregime. Nach dem Krieg und Stalins Tod griff Wassilij Grossmann in seinem Epos Leben und Schicksal das Motiv der Parallelen zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus in Bezug auf die Lagerwelten in beiden Diktaturen auf, prompt wurde der Roman in der Sowjetunion verboten.

›Gekreuzigt wird man immer im Namen des eigenen Glaubens.‹

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis

Zwei Verhörzyklen bilden den Hauptteil des Romans Sonnenfinsternis. Arthur Koestler hat zwei grundverschiedene Typen von Verhöroffizieren geschaffen. Iwanoff, der auf Kommunikation setzt, und Gletkin, bei dem Folter (Schlafentzug) und psychischer Druck zum Erfolg führen sollen. Das Ende dieser Prozedur wird durch Rubaschow schon am Anfang vorweggenommen, die Art und Weise, wie die Geständnisse zustande kommen, nehmen sich gegenüber der historischen Realität eher harmlos aus; dennoch ist es erschütternd und zutiefst beunruhigend als Leser mitzuerleben, wie in einem totalen Unrechtsstaat jemand gebrochen wird.

George Orwell hatte in seinem berühmten Roman 1984 auf eine Schilderung der brutalen Methoden verzichtet, nur das Ergebnis vorgeführt. Koestlers Sonnenfinsternis verzichtet bewusst oder aus Unkenntnis auf eine explizite Folter-Darstellung, die angedeutete Gewalt und das kalte, zynische Kalkül dahinter reichen jedoch völlig aus. Als weitere Ebene berührt der Roman die Frage der Schuld. Dank der erzwungenen, irrealen Geständnisse ist Rubaschow (wie viele seiner Mitstreiter) unschuldig, allerdings hat er durch seine Tätigkeit für die Bolschewiki Schuld auf sich geladen.

Ein ausführliches Vor- und Nachwort informieren über die Entstehungsgeschichte von Sonnenfinsternis, den internationalen Erfolg des Romans und die zum Teil heftige und aus ganz unterschiedlichen politischen Richtungen kommende Kritik. Besonders interessant ist der Umstand, dass man endlich die originale deutsche Fassung des Romans lesen kann – eine den Umständen geschuldete und durch glückliche Zufälle erst Jahrzehnte nach Kriegsende bereinigte Kuriosität.

Arthur Koestler: Sonnenfinsternis
Nach dem deutschen Originalmanuskript
Mit einem Vorwort von Michael Scammmell
und einem Nachwort von Mattias Weßel
Elsinor 2017
Gebunden 256 Seiten
ISBN: 978-3-942788-40-3

Arnaud Delalande / Éric Liberge: Fritz Lang

Den berühmtesten Film von Fritz Lang, Metropolis, habe ich noch nicht gesehen. Nach der Lektüre der Graphic Novel, die auch von der Entstehung des Werks erzählt, wäre die Gelegenheit wohl günstig. Cover Knesebeck, Bild mit Canva erstellt.

Am Ende überquert der berühmte Film-Regisseur Fritz Lang per Schiff den Atlantik und übersiedelt in die USA. Er lässt das nationalsozialistische Deutschland hinter sich, das sich 1934 so weit etabliert hat, dass ein schnelles Ende außer Sicht geraten ist. Lang folgt einem breiten Strom deutscher Emigranten, die seit der Machtübertragung an Adolf Hitler im Januar 1933 das Reich hinter sich gelassen haben. Wäre dieser Weg heute noch offen?

Mit dieser Frage habe ich die Graphic Novel von Arnaud Delalande und Éric Liberge verlassen. Historische Analogien sind ebenso brüchig wie verlockend, so führte der Weg über den Atlantik in eine USA, die von Charles Lindbergh regiert würden, wie es Philip Roth in seinem Roman Verschwörung gegen Amerika ausgemalt hat. Eine Dystopie, die jedoch recht schwachbrüstig gegenüber der harschen Realität wirkt. Nowhere to run. Diesmal.

Das Deutschland, das Lang hinter sich lässt, malt Delalande in kitschig-gruselige Bilder eines klösterlich-reinen Nazi-Deutschlands. Die Realität sah zu diesem Zeitpunkt schon anders aus, KZs, der Boykott jüdischer Geschäfte, Gleichschaltung von Presse und Kunst, brutale Gewalt, Uniformierung der Zeitgenossen und Massenaufmärsche. Der Film-Regisseur wird von alptraumhaften Visionen verfolgt, bei denen seine eigenen Film-Figuren fleißig mitwirken.

Wissen Sie, Herr Lang, wir entscheiden, wer Jude ist und wer nicht.

Arnaud Delalande / Éric Liberge: Fritz Lang

Fritz Lang braucht einige Zeit, bis er sich dazu durchringen kann, das Land zu verlassen. Auslöser ist Joseph Goebbels. Der Propaganda-Minister sieht in Lang einen Regisseur, der zur Ideologie des Regimes passen würde, obwohl dieser gemäß der Ideologie dank jüdischer Herkunft zu den Feinden des Reichs gehört. Doch wäre das für ein nützliches Instrument wie den Filmemacher kein Problem, die Nazi-Größen selbst entscheiden eigenmächtig, wer Jude sei und wer nicht.

Für Lang würde diese Form der Arbeit, das Abdrehen konformer Filmchen, die Selbstaufgabe bedeuten. Dessen Arbeitsweise ist von einer brutalen Kompromisslosigkeit gegenüber allen einschränkenden Rahmenbedingungen geprägt. Geld, der Umgang von Schauspielern und Statisten, Anpassung des Erzählten an das Kino und die Zuschauer – für Fritz Lang ist das alles zweitrangig hinter der Verwirklichung seiner filmischen Visionen.

Gerade die Arbeit am vielleicht berühmtesten Film, Metropolis, wird ausführlich geschildert. Ein Alptraum, in dem Lang selbst zu einer Art Regie-Diktator wird und das Projekt gegen alle Widerstände durchpeitscht, ohne auf irgendjemanden Rücksicht zu nehmen. Rücksichtsloses Vorgehen steht jedoch auch bei den Nationalsozialisten auf der Agenda, Goebbels sieht in Lang einen passenden Mann für die eigene Sache.

Wir haben unseren eigenen Fluch geschaffen und den Deutschlands.

Arnaud Delalande / Éric Liberge: Fritz Lang

Gewissensbisse plagen den Regisseur, der sich selbst und seiner kongenialen Drehbuchautorin und Frau Thea von Harbou eine Mitschuld am Aufkommen des Nationalsozialismus gibt. Kann Kunst das? Noch eine Frage, die nach der Lektüre der Graphic Novel nachwirkt. Thea von Harbou und Fritz Lang, das Liebes- und Arbeitspaar, entfremden und trennen sich, denn Thea ist dem Regime durchaus zugetan. Sie bleibt im Reich und setzt ihre Karriere dort fort.

Bei Wikipedia klingt das dann in der typisch verschwurbelten Erinnerungskultur-Sprache dann so: Sie sei neben Leni Rieffenstahl eine der »prägenden« aber »umstrittenen Frauen« des frühen deutschen Films. Zumindest prägend war sie, wie die lange Liste der von ihr verfassten Drehbücher zeigt. Sie teilt damit das Schicksal aller Drehbuchautoren, trotz ihrer immensen Bedeutung für den Film im Schatten zu stehen. Zu den Vorzügen der Graphic Novel gehört, sie ins Licht zu führen.

Besonders interessant ist auch der lange Weg Fritz Langs zum Film, der ihn durch die Blutmühle des Ersten Weltkrieges führte, in dem sich Lang durch große Tapferkeit mehrfach auszeichnete. Ein wiederkehrendes Motiv vieler Künstlerbiographien ist die Mischung aus Durchhaltewillen, Glück und hilfreicher Bekanntschaften, die für den Lebensweg bestimmend sind.

Mein Lieber Fritz, und warum nicht Malerei in bewegten Bildern? Der Film!

Arnaud Delalande / Éric Liberge: Fritz Lang

Am Ende hält die Graphic Novel, was das großartige Cover verspricht. Die parallele Montage von Politik und Film ist wunderbar gelungen, die Bilder von großer Wucht. Nicht zuletzt dadurch dürfte der Leser neugierig sein auf die Filme, die schon ein ganzes Jahrhundert alt sind. Metropolis spielt in einem fiktiven 2026. Nächstes Jahr also und einige Motive kommen merkwürdig vertraut vor.

Begegnungen mit Fritz Lang: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich zumindest den Film Die Nibelungen im Fernsehen angeschaut. Der Regisseur ist mir zudem in zwei Büchern begegnet, einmal in Daniel Kehlmanns Lichtspiel und gerade erst bei Steffen Schroeder Der ewige Tanz.

Arnaud Delalande / Éric Liberge: Fritz Lang
Die Comic-Biographie
aus dem Französischen von Anja Kootz
Knesebeck 2023
Gebunden 112 Seiten
ISBN: 978-3-95728-700-7

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung

Auch in der »Inneren Emigration« stehen die Gebliebenen vor brenzligen, moralisch problematischen Entscheidungen. Cover Reprodukt, Bild mit Canva erstellt.

Bleiben oder Gehen? Die Frage stellte sich vielen Intellektuelle in Deutschland nach der Machtübertragung an Adolf Hitler im Jahr 1933. Viele prominente Vertreter aus Kunst und Kultur mussten buchstäblich Hals über Kopf fliehen, um nicht in die Hände der Nazis zu fallen, für viele war es nur die erste Flucht, die zweite oder dritte folgte, als die Wehrmacht 1939  in die Tschechoslowakei einmarschierte und 1940 Frankreich überrannte.

Manche blieben im Reich und nahmen Einschränkungen in Kauf, wie Entlassung aus dem bisherigen Beruf oder ein Verbot zu Schreiben und zu Publizieren. Einer davon ist der Schriftsteller und Journalist Heinz Hoffmann, dessen Schicksal Isabel Kreitz in ihrer Graphic Novel Die letzte Einstellung erzählt. Die Figur ist fiktiv, allerdings an Erich Kästner angelehnt.

Der Titel ist vielschichtig. Wie das Cover zeigt, verweist das Wort „Einstellung“ auf die Filmbranche, die im Dritten Reich unter der Zuchtrute von Propaganda-Minister Joseph Goebbels stand und entsprechende Streifen produzierte. Zugleich geht es auch um die Haltung der Personen zu ihrer Arbeit, die Teil des verbrecherischen Regimes ist und hilft, es zu stützen.

Ich mag mir nicht vorwerfen lassen, ich hätte mich verdrückt.

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung

Die widersprüchlichen Zwangslagen, die sich in der „Inneren Emigration“ ergeben können, zeigt Kreitz ganz wunderbar auf. Hoffmann führt trotz Berufsverbot lange Jahre ein brauchbares, zurückgezogenes Leben, dank Rücklagen und Tantiemen seiner im Ausland weiter verkauften Bücher. In den Krieg muss er auch nicht, aus gesundheitlichen Gründen ist er vom Wehrdienst befreit; er darf nicht einmal in einer Fabrik arbeiten.

Was auf den ersten Blick so positiv erscheint, ist tatsächlich ein Graus. Was bleibt einem noch, wenn man bestenfalls für die Schublade schreiben kann? Man darf dabei nicht vergessen, dass erst 1943 den helleren Köpfen im Reich klar geworden war, dass der Krieg unweigerlich verloren gehen würde. Bis dahin musste Hoffmann davon ausgehen, nie wieder schreiben und publizieren zu können, das Dasein eines lebendig Begrabenen.

Das mag gemessen am Schicksal von toten Zivilisten im Bombenkrieg, Frontsoldaten, Zwangsarbeitern und Lagerinsassen wie eine Petitesse erscheinen, doch auch im Goldenen Käfig siecht man vor sich hin, insbesondere als kaltgestellter kreativer Kopf. Kurioserweise ist es ein Bombenvolltreffer im Jahr 1944, der Hoffmann seiner Wohnung und seines Besitzes beraubt – die Käfigtür schwingt auf.

Ich schmarotze bei meiner Freundin, kann nicht raus aus Berlin und mich nicht einmal an der Front totschießen lassen! Ich sitze in der Falle.

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung

Hoffmann sucht Unterschlupf bei Erika Harms, einer vormaligen Geliebten, der er übel mitgespielt hat. Sie hilft ihm trotzdem, ist emotional an Hoffmann gebunden und sorgt dank ihrer Stellung bei der UfA für eine Beschäftigung des Geschassten als Ghostwriter für einen Durchhalte-Film, der trotz katastrophaler Versorgungslage mit allen Ressourcen versehen ist.

Die „Frauen-Geschichten“ des Heinz Hoffmann, seine notorische Untreue verhindern neben seinem Hang zur Selbstgerechtigkeit, dass die Figur in hellem Licht erstrahlt. Erika Harms ist ein Gegenbild, überlebenswillig, hilfsbereit, anpassungsfähig und kommunikativ, mit ihrer anpackenden Art schafft sie, woran ein Heinz Hoffmann scheitern würde. Wie es ihr später gedankt wird, weiß der Leser schon aus dem ersten Abschnitt.

An der Seite von Harms und Hoffmann taucht der Leser ein in die gespenstische Wirklichkeit des untergehenden Hitlerdeutschlands. Die Grausamkeit des Krieges wird angedeutet und mit der Film-Unwirklichkeit kontrastiert, die geradezu aberwitzig wirkt angesichts der zermalmten Städte und zivilen Bombenopfer. Der Mensch und seine Existenz sind ab einem gewissen Zeitpunkt reduziert auf bloßes Überleben.

Es geht um uns alle, die an diesem Film mitarbeiten und den verdammten Krieg überleben wollen!

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung

Die letzte Einstellung ist eine ausgesprochen gelungene Graphic Novel, die mit ihren Bildern die Möglichkeiten des Mediums vorzüglich ausnutzt. Abgerundet wird das durch ein Glossar und ein Nachwort von Michael Töteberg, der den Leser über die historische Wirklichkeit des Film-Lebens im so genannten „Dritten Reich“ informiert. Von der ersten bis zur letzten Einstellung ein sehr lesenswertes Buch.

Die Graphic Novel berührt eine Frage, die ich mir seit Jahren stelle: Wie war die Einstellung vieler berühmter deutscher Nachkriegsschriftsteller zu Krieg und Regime wirklich? Böll, Grass, Walser – sie haben öffentlich eine pointiert moralisierende Einstellung eingenommen, gleichzeitig eine verschwiegene Distanz zu ihrer Vergangenheit gewahrt. Haben sie gelogen, aus Karrieregründen?

„Gott strafe England“ steht in einem Brief Bölls aus dem Krieg (7.9.1939); ein ironisches Zitat, meinen die Herausgeber. Was macht sie so sicher, dass es sich bei dieser Auslegung nicht um eine Projektion aus der Nachkriegszeit in die des Kriegsbeginns handelt? Hegte Böll vielleicht doch Groll auf England und – ganz besonders – wäre das so schlimm? Oder wäre ein nachträgliches Retuschieren, passend zum Friedens- und Verständigungs-Böll nicht schlimmer? 

Rezensionsexemplar, für das ich mich bei Reprodukt gern bedanke.

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung
Reprodukt 2025
Gebunden 312 Seiten
ISBN: 978-3-95640-452-8

Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Dem Roman Im Frühling sterben von Ralf Rothmann stand ich vor der Lektüre skeptisch gegenüber. Das lag an einer Lesung des Autors beim Göttinger Literaturherbst 2023, bei er Passagen aus Theorie des Regens vorgetrug. Trotz des vielversprechenden Titels haben mir die gelesenen Teile des Buches nicht besonders zugesagt, weder inhaltlich noch sprachlich. Nach der Lesung habe ich Autor Rothmann zunächst einmal in die Kategorie nicht lesenswert einsortiert.

Trotzdem habe ich nun die Lektüre seines Romans in Angriff genommen, was weniger an einigen positiven Besprechungen auf Literatur-Blogs lag, als an der schnöden Tatsache, dass ich das Buch bereits im Regal stehen hatte. Vor allem aber wegen des Themas: Erzählt wird die Geschichte von Walter, einem einfachen Melker, der im Frühling 1945 zur Waffen-SS zwangsgezogen wird und auf dem Balkan in die Blutmühle des untergehenden Hitlerreiches gerät.

Mit Rothmann als Autor bin ich nach der Lektüre von Im Frühling sterben wieder versöhnt. Der Kriegsroman hat große Stärken, die Sprache steht – wie Autor und Leser als Nicht-Zeitzeuge und erst recht nicht erlebender Augenzeuge – dem Sujet angemessen distanziert, direkt, nüchtern und frei von pathetischem oder gar belehrendem Palaver entgegen. Bei mir blieben einige Szenen unauslöschlich haften.

Zwei Hitlerjungen in einem Nachschubflieger, der beim Landeanflug von einem sowjetischen Flugzeug attackiert und abgeschossen wird. Aus der Sicht Walters wird das Geschehen ebenso knapp wie eindrücklich beschrieben, die Bilder entstehen im Kopf des Lesers. Bei diesem Beispiel wie bei Dutzenden anderen in diesem Buch, am Ende steht ein Panorama des Schreckens, ohne belehrende Nötigung durch den Autor.

Das hat mich enorm beeindruckt und ist eine der großen Qualitäten des Romans. Gelungen finde ich auch den Umgang mit dem Thema »Waffen-SS«, angefangen von der Blut-Gruppen-Tätowierung und ihre bisweilen dramatischen Folgen trotz zwangsweiser Rekrutierung bis hin zum ersten Hinweis auf die spätere Instrumentalisierung, um die Schuld der Kriegsverbrechen auf eine möglichst kleine Gruppe Deutscher zu reduzieren.

Die Zuspitzung der Dramatik durch die sich früh und allzu offen ankündigende Fahnenflucht von Walters Freund Friedrich und seine Erschießung wirken ein wenig aufgesetzt und unnötig im allgemeinen Untergang. Immerhin gelingt es Rothmann, die Szene zu motivieren und mit angemessenen Worten zu schildern. Trotzdem sticht das aus dem insgesamt sehr guten Roman eher negativ heraus.

Ralf Rothmann: Im Frühling sterben
Suhrkamp 2015
Hardcover 234 Seiten
ISBN: 978-3-518424759

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